Tuttosport
+++ Sportzeitung für Italien +++

Gela siegt mit Minimalismus - Derthona fehlt der letzte Punch

Wenn 52.895 Zuschauer an einem kalten Februarabend ins Stadion strömen, dann hoffen sie auf Spektakel, Tore, Emotionen. Bekommen haben sie immerhin eines davon: Emotionen. Der Rest blieb eher in der Kategorie "taktisch diszipliniert, aber mit eingebauter Schlaftablette". Am Ende gewann Gela beim 32. Spieltag der 1. Liga Italien mit 1:0 bei Derthona - ein Ergebnis, das so nüchtern war wie ein Espresso ohne Zucker.

Dabei hatte Derthona zu Beginn durchaus Ambitionen gezeigt. Trainer Max Italy, ein Mann, der schon durch seine Sonnenbrille Emotionen ausstrahlt, hatte seine Elf auf Ballbesitz getrimmt - und tatsächlich: 51,8 Prozent davon wanderten in den Reihen der Gastgeber. Doch Ballbesitz ohne Biss ist bekanntlich wie Pasta ohne Salz. Vier magere Torschüsse standen am Ende auf der Haben-Seite. "Wir haben den Ball schön durch die Gegend geschoben", sagte Mittelfeldmann Emiliano Di Calabria später mit einem bitteren Grinsen, "aber ins Tor wollte er halt nicht."

Gela dagegen spielte das, was man wohl "effiziente Offensive mit handwerklichem Charme" nennen könnte. Ganze 13 Schüsse aufs Tor setzten die Gäste ab, und einer davon saß. In der 50. Minute war es Javier Vazques, der nach Vorarbeit von Dennis Bedard den Ball humorlos ins Netz drosch. Derthonas Keeper Cristian Spezzano, zur Halbzeit eingewechselt, streckte sich vergeblich - und sah aus, als wolle er anschließend das Tornetz persönlich zur Verantwortung ziehen.

"Ich hab einfach instinktiv draufgehalten", erklärte Vazques nach der Partie, noch leicht außer Atem. "Dennis hat mir den Ball perfekt in den Lauf gespielt. Da bleibt dir keine Zeit zum Denken - und das war wahrscheinlich gut so."

Bis dahin war das Spiel ein zähes Ringen im Mittelfeld. Gela hatte früh Pech, als Javier Garcia in der 39. Minute verletzt ausgewechselt werden musste. "Ich hab sofort gemerkt, dass was zwickt", murmelte der Pechvogel später mit Eisbeutel auf dem Knie. Für ihn kam Pablo Tarrega, der sich mit drei gefährlichen Abschlüssen sofort einführte - und damit das Angriffsspiel der Gäste belebte.

Derthona hingegen wechselte zur Halbzeit gleich doppelt: Neben dem Torwart kam auch der junge Tommaso Di Carlo ins Spiel. Trainer Italy erklärte die Maßnahme trocken: "Giuseppe Degano hatte ein Ziehen im Oberschenkel - und Tommaso sollte frische Beine bringen. Hat er auch. Nur leider nicht im gegnerischen Strafraum."

Die zweite Halbzeit begann dann mit einem Paukenschlag - zumindest im Rahmen dieses gemächlich dahinplätschernden Spiels. Der Treffer von Vazques fiel plötzlich, fast wider die Dramaturgie. Danach zog sich Gela clever zurück, verteidigte kompakt und verteilte Gelbe Karten wie kleine Souvenirs: Gabriele Colombo (55.), Filipe Semedo (64.) und Dennis Bedard (82.) sahen Gelb, vermutlich um zu demonstrieren, dass man den Sieg nicht kampflos hergibt.

Derthona mühte sich, fand aber kaum Lücken. Ein Schuss von Salvatore Centrache in der 68. Minute brachte zumindest kurz Hoffnung, doch Gela-Keeper Willem Veeder entschärfte den Versuch mit stoischer Ruhe. "Ich hab den Ball gesehen, ich hab die Hände gehoben - und dann war er da", beschrieb Veeder später lakonisch seinen Beitrag zum Sieg.

In den Schlussminuten drückte Gela sogar noch aufs zweite Tor. Tarrega, Cochran und Vazques hatten allesamt Chancen, das Ergebnis höher zu schrauben, scheiterten aber entweder an Spezzano oder an der eigenen Zielgenauigkeit. Trainer Michael Müller war dennoch zufrieden: "Das war kein Schönheitspreis, aber wir nehmen die Punkte mit. In dieser Liga fragt keiner, wie du gewinnst - nur dass du gewinnst."

Derthonas Coach Italy sah das naturgemäß anders: "Wir waren nicht schlechter, nur weniger effektiv. Aber wenn du 90 Minuten lang den Ball streichelst, statt ihn zu treten, dann wird’s halt schwierig."

Das Publikum verabschiedete seine Mannschaft mit höflichem Applaus - vielleicht aus Respekt, vielleicht aus Erleichterung, dass es vorbei war.

So endet ein Abend, der in den Statistiken besser aussieht als auf dem Platz: Derthona mit mehr Ballbesitz, Gela mit mehr Torschüssen und am Ende den drei Punkten. Ein Spiel, das man am besten unter "Arbeitssieg mit mediterranem Minimalismus" abheftet.

Oder, wie ein älterer Fan beim Hinausgehen murmelte: "Schöner Fußball? Vielleicht nächste Woche. Heute gab’s halt Realismus pur."

02.04.643990 03:35
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