Tuttosport
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Gela siegt mit kalter Effizienz - Como verzweifelt am eigenen Ballbesitz

40.000 Zuschauer am Comer See erlebten am Freitagabend ein Lehrstück darüber, dass Ballbesitz zwar schön aussieht, aber keine Garantie für Tore ist. Gastgeber Como rannte, passte und kombinierte - doch am Ende jubelte Gela über einen verdienten 2:0‑Sieg.

Schon nach neun Minuten setzte Gela den ersten Stich: Javier Garcia, der bullige Mittelstürmer, wuchtete den Ball nach Vorarbeit von Marco Frechaut ins Netz. Ein Tor aus dem Nichts? Keineswegs. Bereits zuvor hatte Gela zweimal gefährlich aufs Como‑Tor geschossen, während die Hausherren noch damit beschäftigt waren, ihre Schuhe zu binden. Der Treffer war der Auftakt zu einer Machtdemonstration in Sachen Effizienz.

"Wir wussten, dass Como gerne den Ball hat. Also haben wir ihn ihnen gelassen", sagte Gela‑Trainer Michael Müller mit einem süffisanten Lächeln nach dem Spiel. Seine Mannschaft hatte nur 43 Prozent Ballbesitz, aber ganze 22 Torschüsse - fast viermal so viele wie Como.

Die Gastgeber dagegen wirkten wie in einem dieser Träume, in denen man rennt, aber nicht vom Fleck kommt. 56 Prozent Ballbesitz, hübsche Querpässe, aber kaum Gefahr. Gianfranco Fuscaldo, der 19‑jährige Linksaußen, versuchte es in der 21. Minute mit einem beherzten Schuss, doch Gela‑Keeper Willem Veeder pflückte den Ball seelenruhig aus der Luft - fast schon gelangweilt.

"Wir haben das Spiel kontrolliert", meinte Comos junger Mittelfeldspieler Lorenzo Pinna trotzig. Auf die Frage, ob er auch die Tore kontrolliert habe, verzog er das Gesicht: "Na ja, nicht ganz."

Kurz vor der Pause sah man die pure Verzweiflung: Franck Berthier drosch aus 30 Metern einfach mal drauf. Der Ball segelte in Richtung Parkplatz, wo er angeblich den Kofferraum eines Fans traf. Der Fan soll später lachend gesagt haben: "Endlich mal ein Ballkontakt für mich."

Nach der Pause versuchte Como, das Tempo zu erhöhen - und fing sich prompt den nächsten Nackenschlag. In der 61. Minute schaltete sich Gela‑Rechtsverteidiger Silvestre Veloso in den Angriff ein, bekam den Ball von Javier Vazques und versenkte ihn kaltblütig zum 0:2. Veloso rannte jubelnd zur Eckfahne, während Como‑Torwart Diego Couto fassungslos die Arme ausbreitete.

Das Publikum murmelte ungläubig. Ein Verteidiger trifft? Da war selbst Gelas Coach überrascht: "Ich dachte zuerst, Veloso wollte flanken. Aber wenn’s drin ist, sagst du natürlich nichts", grinste Müller in der Pressekonferenz.

Was folgte, war ein Muster an italienischer Abgeklärtheit: Gela stand tief, lauerte, konterte - und Como lief weiter an, ohne Durchschlagskraft. Trainer Müller brachte später noch den defensiven Serhat Aydemir für den verwarnten Caliskan, um die Abwehr zu stabilisieren. Und als sich in der 89. Minute der erschöpfte Marco Frechaut verabschiedete, bekam er Szenenapplaus von den mitgereisten Fans.

Comos Trainer - der nach Spielschluss lieber anonym bleiben wollte, "um meine Ruhe zu haben" - suchte nach Erklärungen: "Wir hatten mehr vom Spiel, aber sie hatten mehr vom Ergebnis." Eine Analyse, die man sich einrahmen könnte.

Gela dagegen genoss den Abend. Javier Garcia, Torschütze und Dauerbrenner im Angriff, grinste breit: "Zwei Tore Vorsprung, kein Stress - das ist Fußball, wie ich ihn mag." Sein Sturmpartner Vazques fügte mit einem Augenzwinkern hinzu: "Wenn man 22 Mal aufs Tor schießt, darf auch mal was reingehen."

In den Schlussminuten wurde es noch einmal ruppig: drei Gelbe Karten für Como (Renner, Esteve, Block) und zwei für Gela (Caliskan, Barbosa). Der Schiedsrichter schien froh zu sein, als er endlich abpfeifen durfte.

Am Ende war das Ergebnis eindeutig: 0:2 (0:1). Gela nahm drei Punkte mit, Como behielt den Ball - und den Frust. Die Statistik erzählte die Geschichte eines Spiels, das Como hätte kontrollieren, aber nie gewinnen können.

Vielleicht sollte man am Comer See künftig das Zielwasser ins Training integrieren. Oder, wie ein älterer Fan beim Hinausgehen sagte: "Wenn Schönheit im Fußball zählen würde, hätten wir heute 3:0 gewonnen. Leider zählt nur das Ding mit dem Netz hinten dran."

Ein Satz, der alles zusammenfasst.

18.07.643993 19:32
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Wenn ich heute Kapitän bin und das Schiff sinkt, alle müssen helfen, dann kann doch der Koch nicht kommen und sagen: 'Ich kann nur die Bratpfanne halten.'
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