Tuttosport
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Gela ringt Lecce nieder - Matthieu trifft, Müller tanzt

Es war einer dieser Abende in der 1. Liga Italien, an denen 43.500 Zuschauer im Stadion von Gela den Atem anhielten - und am Ende kollektiv jubelten. Ein 1:0, nüchtern betrachtet. Aber manchmal steckt in einem einzigen Tor mehr Drama, Schweiß und Ironie als in einem ganzen Torfestival.

Von Beginn an machte Gela klar, wer hier das Rampenlicht beansprucht. Schon in der sechsten Minute prüfte Javier Vazques den gegnerischen Keeper Carlo Benedetto - und das gleich mehrfach. Zwischen Minute 6 und 24 war der flinke Linksaußen so aktiv, dass man glauben konnte, er habe eine Wette laufen, wer die Latte am elegantesten trifft. "Ich wollte zeigen, dass ich noch weiß, wo das Tor steht", grinste Vazques später. Leider wusste der Ball es nicht immer.

Lecce dagegen schien in Gedanken noch beim Mannschaftsbus - defensiv solide, offensiv unsichtbar. Ganze **ein** Torschuss auf das Gehäuse von Willem Veeder, und der kam in der 89. Minute. Davor: Schweigen im Sturm. Trainer Liuz Doro erklärte hinterher mit stoischer Ruhe: "Wir wollten Gela kommen lassen." Nun ja, sie kamen - und hörten kaum auf.

Zur Halbzeit stand es trotzdem 0:0. Gela hatte 51 Prozent Ballbesitz, 13 Schüsse aufs Tor sollten es am Ende sein - Lecce brachte es auf einen. Wenn Statistik Tore wären, hätte Müller schon in der Pause den Champagner kaltstellen können. Doch Fußball ist launisch, und so blieb der Korken vorerst drin.

Dann die 67. Minute: Patrik Licka, gerade erst eingewechselt, spielt einen Pass, wie ihn nur Mittelfeldromantiker zeichnen können - halb Idee, halb Zufall. Julien Matthieu sprintet, nimmt den Ball mit der Präzision eines Uhrwerks und schiebt ihn ins lange Eck. 1:0! Das Stadion explodiert, die Ersatzbank springt auf, und Müller? Der Trainer tanzt eine Art spontan erfundene Mischung aus Faustballergruß und Diskofox. "Ich wollte gar nicht tanzen", lachte er später, "aber meine Beine hatten wohl andere Pläne."

Lecce reagierte - oder versuchte es zumindest. Doro wechselte munter: der junge Pedro Pauleta kam, ebenso Daniele Talao. Doch die Taktik blieb so ausgeglichen wie eine Diät aus Pasta und Espresso: BALANCED, COUNTER, kein Pressing. Die Gäste wirkten, als warteten sie auf eine Einladung zum Mitspielen, die nie kam. Stattdessen häuften sich gelbe Karten - Di Francesco (37.), Cropani (60.) und Vaz (81.) schrieben sich in das Notizbuch des Schiedsrichters ein. Es war die einzige Liste, auf der Lecce an diesem Abend führte.

Kurz vor Schluss durfte Gela noch einmal zittern, als Rolando Pugliese in der 89. Minute den ersten und einzigen Gästeschuss abgab. Veeder, bisher Zuschauer mit Handschuhen, lenkte den Ball lässig über die Latte. "Ich wollte wenigstens einmal eingreifen, sonst hätte ich Eintritt zahlen müssen", witzelte der Torwart nach Abpfiff.

In der Nachspielzeit gab’s noch Gelb für Vazques - vermutlich aus Langeweile. Und dann war Schluss. Ein 1:0, das knapper aussieht, als es war. Gela dominierte mit 59 Prozent gewonnener Zweikämpfe, 13 Torschüssen und einem Offensivdrang, der Lecce phasenweise wie eine Trainingskulisse aussehen ließ.

"Wir haben uns endlich belohnt", sagte Torschütze Matthieu, noch mit Grasflecken und einem breiten Grinsen. "Dieses Tor widme ich den Fans - und Patrik, der mir den Ball so perfekt serviert hat. Naja, fast perfekt." Licka grinste zurück: "Ich wollte eigentlich schießen, aber Julien war im Weg."

Trainer Müller fasste es in seiner gewohnt trockenen Art zusammen: "Wir haben offensiv gespielt, defensiv gedacht und am Ende einfach das Tor gemacht. Fußball kann so einfach sein - manchmal."

Sein Gegenüber Doro nahm’s mit Fassung: "Wir hatten unseren Plan. Leider hatte Gela einen besseren."

Beim Hinausgehen aus dem Stadion summte ein älterer Fan vor sich hin: "Eins zu null, das reicht doch." Und ja, es reichte - für drei Punkte, für laute Gesänge in den Straßen Gelas und für ein weiteres Kapitel in der Geschichte dieses eigenwilligen, leidenschaftlichen Teams.

Fazit? Wer 13-mal aufs Tor schießt, darf auch einmal treffen. Wer nur einmal schießt, sollte sich über das Ergebnis nicht wundern. Gela siegt verdient, Lecce schweigt höflich - und irgendwo tanzt Trainer Müller vielleicht immer noch.

19.09.643987 04:52
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Wenn Lothar so weitermacht, wird er Schwierigkeiten haben, für sein Abschiedsspiel gegen die Nationalelf eine Mannschaft zusammenzukriegen.
Mario Basler
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