Tuttosport
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Gela ringt den Favoriten nieder - 2:0 gegen AS?Mailand im Pokalrausch

Es war einer dieser Abende, an denen der Fußball seine ganz eigene Logik aufstellt - oder sie komplett über Bord wirft. 43 500 Zuschauer im ausverkauften Stadion von Gela sahen, wie ihr Team den großen AS Mailand im Pokal aus dem Wettbewerb kegelte. 2:0 stand am Ende auf der Anzeigetafel, und selbst der Stadionsprecher schien kurz zu überlegen, ob das wirklich stimmen konnte. Doch ja: Gela, das gallische Dorf des italienischen Fußballs, hatte den Riesen aus Mailand tatsächlich besiegt.

Die erste Halbzeit war ein Geduldsspiel. Gela begann mutig, suchte über die Flügel nach Lücken, hatte früh Chancen durch Lucas Cochran (1.) und Pablo Tarrega (10.), doch der Ball wollte einfach nicht ins Tor. "Ich hatte das Gefühl, das Tor sei heute Abend kleiner als sonst", witzelte Tarrega später in der Mixed Zone. Mailand wirkte überrascht von der Offensivfreude des Gegners, kam aber selbst kaum zu zwingenden Aktionen - vier Torschüsse in 90 Minuten sprechen Bände.

Einziger Farbtupfer in einer ansonsten taktisch geprägten ersten Hälfte war die Gelbe Karte für Riccardo Cortale (39.), der sich nach einem rustikalen Einsteigen gegen Julian Martins noch mit dem Schiedsrichter anlegte. Trainer Michael Müller rief von der Seitenlinie nur trocken: "Riccardo, das war der Ball, nicht die Wand!" - was selbst einige Mailand-Fans zum Schmunzeln brachte.

Mit dem 0:0 ging es in die Pause, und viele dachten wohl schon an Verlängerung oder gar Elfmeterschießen. Doch Gela kam mit frischem Wind aus der Kabine - und mit Javier Vazques. Der wurde kurz vor der Pause für Nevio Galindo eingewechselt und sorgte sofort für Leben in den Angriff. In der 57. Minute war es dann so weit: Marcel Bernier flankte präzise von links, Vazques nahm den Ball volley und versenkte ihn unhaltbar. 1:0! Das Stadion bebte, und selbst Trainer Müller, sonst eher der nüchterne Typ, riss die Arme in die Luft. "Ich dachte kurz, ich träume. Dann hab ich mich gezwickt - und es tat weh. Also war’s echt", grinste der Coach später.

Mailand versuchte, die Kontrolle zurückzugewinnen, doch Gela ließ nichts anbrennen. Mit 53 Prozent Ballbesitz und einer Zweikampfquote von knapp 57 Prozent war die Heimmannschaft in fast allen Statistiken vorne. Besonders auffällig: die enorme Laufbereitschaft, selbst in der Schlussphase. "Wir haben einfach daran geglaubt, dass heute etwas geht", sagte Kapitän Dennis Bedard. "Und ehrlich gesagt: Wer einmal dieses Stadion brüllen hört, kann gar nicht aufhören zu rennen."

In der 72. Minute wurde es noch einmal kurz brenzlig, als Innenverteidiger Gabriele Colombo nach einem taktischen Foul Gelb sah. Doch im Gegenzug - und das ist fast schon poetische Gerechtigkeit - fiel die Entscheidung. Julian Martins schickte Lucas Cochran mit einem perfekten Pass auf die Reise, und der 29‑jährige Stürmer blieb eiskalt: 2:0 (74.). Während Cochran im Torjubel versank, raufte sich Gästetrainer Onerom Jackson die Haare. "Wir haben gespielt, als wären wir noch im Bus", knurrte er nach dem Spiel. "Gela hat uns auf dem falschen Fuß erwischt - und dann gleich auf dem anderen auch."

In der Schlussphase wechselte Müller noch einmal, brachte Julien Matthieu für den ausgepumpten Cochran (90.). "Ich wollte ihm Standing Ovations gönnen", sagte der Trainer. Das Publikum stand tatsächlich, und sogar einige Mailand-Fans klatschten anerkennend.

Statistisch liest sich das Spiel wie ein Pokalmärchen in Zahlen: 16 Torschüsse für Gela, nur 4 für Mailand. Der Außenseiter dominierte, als wäre er der Favorit. Und das, obwohl die Taktik laut offiziellen Daten auf "Offensive, über die Flügel" stand - was in der Praxis so aussah, als hätte man jedem Außenstürmer gesagt: "Lauf, bis du umfällst."

Am Ende blieb die Erkenntnis: Pokalnächte haben ihre eigenen Gesetze. Für Gela geht’s weiter, für Mailand heißt es Abschied nehmen - und vielleicht ein bisschen Demut üben. "Wir sind nicht ausgeschieden, wir wurden erzogen", sagte ein Mailänder Fan beim Hinausgehen mit Galgenhumor.

Trainer Müller fasste es am nüchternsten zusammen: "Wir wollten Geschichte schreiben. Heute haben wir wenigstens ein Kapitel geschafft."

Und wer weiß - vielleicht wird in ein paar Jahren noch jemand erzählen, wie Gela einst den großen AS Mailand mit Leidenschaft, Mut und einem Schuss Wahnsinn aus dem Pokal warf. Bis dahin bleibt dieser Abend in Gela unvergessen - und wahrscheinlich in Mailand unaussprechlich.

26.05.643987 13:25
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