Tuttosport
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Gela rettet Punkt gegen San Marino - Tarrega antwortet mit Stil

Das Flutlicht im Stadion von Gela war kaum richtig warmgelaufen, da war schon klar: Das wird kein gemütlicher Dienstagabend für die Hausherren. 43.500 Zuschauer waren gekommen, um ihr Team am 24. Spieltag der 1. Liga Italien zu sehen - und sie bekamen ein Spiel, das mehr Nerven als Tore bot. Am Ende stand ein 1:1, das beiden Seiten irgendwie gerecht und doch unbefriedigend erschien.

Von Beginn an hatte San Marino etwas Überraschendes im Gepäck: Mut. Trainer Husti Nette ließ offensiv auflaufen, mit langen Bällen und frühem Drang nach vorn. Schon in den ersten Minuten prüften Curt Aimee, Michel Fernandes und Owen McGee den Gela-Keeper Pattrick Gabriel. Der streckte sich, fluchte und dirigierte - und hielt seine Mannschaft im Spiel. "Ich hab nach fünf Minuten gedacht, wir spielen gegen zwölf", sagte Gabriel später mit einem Grinsen.

Gela brauchte eine Weile, um in die Partie zu finden. Erst ab der 20. Minute kamen die Offensivkräfte ins Rollen. Javier Vazques und Lucas Cochran tasteten sich mit Fernschüssen heran, während Pablo Tarrega vorne lauerte wie eine Katze vor dem Milchglas. Doch vor der Pause blieb es beim 0:0 - trotz insgesamt 16 Torschüssen Gelas über das ganze Spiel hinweg, davon einige, die eher auf die Wolken als aufs Tor zielten.

"Wir hatten mehr Ballbesitz, mehr Chancen - aber manchmal klebt der Ball einfach nicht am Fuß, sondern an der Latte", kommentierte Gelas Trainer Michael Müller mit trockenem Humor. Tatsächlich war die Statistik fast ausgeglichen: 50,1 Prozent Ballbesitz für Gela, 49,9 für San Marino. Ein Spiel der feinen Nuancen, nicht der großen Dominanz.

Nach dem Seitenwechsel nahm das Drama Fahrt auf. In der 61. Minute kam San Marino zum Führungstreffer - und das ausgerechnet durch einen Rechtsverteidiger. Oktar Sargun, sonst eher der Mann fürs Aufräumen, traf aus gut 20 Metern nach Vorarbeit von Curt Aimee. Der Ball flog wie an der Schnur gezogen ins rechte Eck. "Ich wollte eigentlich flanken", gestand Sargun hinterher lachend. "Aber wenn der Ball sich so entscheidet - wer bin ich, ihm zu widersprechen?"

Das Tor wirkte wie ein Weckruf für Gela. Sieben Minuten später konterten sie mit einem Angriff, der aus dem Lehrbuch hätte stammen können. Charlie Smith leitete ein, Tarrega setzte sich kraftvoll durch - und traf zum 1:1-Ausgleich. Das Stadion bebte, und Tarrega ließ sich feiern, als hätte er gerade das Champions-League-Finale entschieden. "Charlie hat den Ball perfekt durchgesteckt, da musste ich nur noch Danke sagen", erklärte der Mittelstürmer später.

Die Schlussphase wurde ein offener Schlagabtausch. Gela drückte, San Marino konterte, beide Trainer brüllten sich heiser. Müller brachte in der 82. Minute Serhat Aydemir für den erschöpften Tahsin Caliskan und kurz darauf Filipe Meira für Corey Staunton - frische Beine, neue Ideen. Doch der Ball wollte nicht mehr rein. Auf der anderen Seite reagierte Husti Nette mit defensiven Wechseln, nahm den Torschützen Sargun runter und brachte Karel Wagner. "Wir wollten das 1:1 retten - und das ist uns gelungen", sagte Nette, während er sich den Schweiß von der Stirn wischte.

In der Nachspielzeit hatte Charlie Smith noch eine letzte Chance. Sein Schuss in der 89. Minute rauschte knapp am Pfosten vorbei - ein Raunen ging durch die Ränge, dann nur noch der Schlusspfiff. 1:1. Gerechter als gedacht.

"Ein Punkt ist besser als keiner, aber wir wollten natürlich mehr", resümierte Müller. Sein Gegenüber Nette meinte mit einem Augenzwinkern: "Wenn man in Gela einen Punkt holt, sollte man nicht meckern. Das ist hier wie ein kleiner Feiertag."

So endete ein Spiel, das fußballerisch kein Feuerwerk war, aber reichlich Emotionen bot. Zwei Tore, viele Chancen, jede Menge Drama - und ein Ergebnis, das niemanden wirklich glücklich machte, aber alle atmen ließ.

Oder, wie ein älterer Fan beim Verlassen des Stadions sagte: "Das war kein Spiel für schwache Nerven - aber wenigstens hat keiner verloren. Außer meiner Stimme."

Und so ging dieser Abend in Gela zu Ende: mit einem gerechten Unentschieden, heiseren Kehlen und dem stillen Versprechen, dass es beim nächsten Mal vielleicht mehr Tore, aber kaum mehr Spannung geben kann.

14.06.643993 02:53
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