Tuttosport
+++ Sportzeitung für Italien +++

Gela lässt Derthona im Abendlicht verblassen - 2:0 und viele Fragen offen

Ein kalter Januarabend in Süditalien, 43.500 Zuschauer, Flutlicht, Frittengeruch - und ein Gela, das entschlossener wirkte als ein Espresso nach Mitternacht. Die Hausherren besiegten Derthona am 15. Spieltag der 1. Liga Italien verdient mit 2:0 (1:0) und kletterten mit dieser Mischung aus Leidenschaft und Pragmatismus weiter Richtung obere Tabellenhälfte.

Schon nach einer Minute donnerte der erste gelbe Karton durch das Stadion: Marco Frechaut, Gelas linker Mittelfeldmann, hatte offenbar beschlossen, dass man gleich zu Beginn ein Zeichen setzen müsse. "Ich wollte nur zeigen, dass wir heute nicht zum Kuscheln da sind", grinste Frechaut später mit einer Spur Stolz im Blick.

Und tatsächlich: Nach dieser unmissverständlichen Ansage übernahmen die Blau-Weißen die Initiative. 18 Torschüsse sollten es am Ende sein - ein stolzer Wert, wenn man bedenkt, dass Derthona trotz mehr Ballbesitz (52,8 Prozent) kaum gefährlich wurde. Trainer Michael Müller hatte sein Team offensiv eingestellt, aggressiv, energisch, aber mit kontrolliertem Passspiel. "Wir wollten nicht nur schön aussehen, sondern auch treffen", erklärte Müller nach dem Spiel, während er genüsslich an seinem Kaugummi kaute.

Das 1:0 fiel in der 22. Minute - und wie! Marcel Marcel, der Mann mit dem vielleicht charmantesten Doppel-Namen des italienischen Fußballs, zog aus 20 Metern ab, nachdem Rechtsverteidiger Samuel Perlman ihm den Ball geschickt in den Lauf gelegt hatte. Derthonas Keeper Cristian Spezzano flog zwar sehenswert, aber eben ins Leere. "Ich hab einfach draufgehalten", meinte Marcel später trocken. "Wenn man so heißt wie ich, muss man manchmal doppelt treffen - wenigstens ins Eck."

Derthona, trainiert von Max Italy (ja, der Name ist echt), versuchte es danach mit spielerischen Mitteln, blieb aber harmlos. Besonders Cristian La Rosa und Cesare Centrale kamen zu Abschlüssen, die Gelas Torwart Willem Veeder mit stoischer Ruhe entschärfte. "Veeder war heute unser Fels", lobte Müller. "Und wenn er mal nicht drankam, war halt der Pfosten da - der hat ja schließlich auch Eintritt bezahlt."

Zur Pause wechselte Müller den gelbbelasteten Frechaut aus und brachte Herbert Brun - ein Schachzug, der sich bezahlt machte. Denn nur drei Minuten nach Wiederanpfiff bereitete der eingewechselte Filipe Meira über rechts mustergültig das 2:0 vor: Javier Vazques, der flinke Linksaußen, verwertete eiskalt (48.). Das Stadion bebte, und Müller ballte die Faust, während sein Gegenüber Italy resigniert den Kopf schüttelte.

"Wir haben viel Ballbesitz, aber kein Ziel", seufzte Italy nach dem Abpfiff. "Das ist, als würde man ein Auto ohne Lenkrad fahren." Seine Spieler wirkten bemüht, doch jeder Angriff endete in Gelas dicht gestaffelter Defensive. Die Gäste wechselten munter - Berardi kam für Centrale, Albanese für Marino, sogar der Torwart wurde zur Halbzeit getauscht -, aber der erhoffte Impuls blieb aus.

Gela dagegen spielte die Führung souverän herunter. Mit zunehmender Spieldauer zogen sie sich etwas zurück, setzten auf Konter - und hätten durch Garcia oder Matthieu sogar erhöhen können. In der 90. Minute donnerte Garcia den Ball noch einmal ans Außennetz, Müller grinste: "Er wollte wohl den Fotografen wecken."

Statistisch gesehen war es ein Spiel der Effizienz: Gela nutzte zwei seiner 18 Abschlüsse, Derthona keinen seiner neun. Ballbesitz hin, Taktik her - wer die Tore macht, gewinnt, und Gela machte sie.

Nach dem Schlusspfiff feierten die Fans ihre Mannschaft ausgelassen. Marcel und Vazques tanzten auf dem Rasen, während Kapitän Colombo den Ball in die Kurve drosch. Müller verschwand in der Katakombe, drehte sich aber noch einmal um und rief: "Schreibt bloß nicht, dass wir defensiv standen - das war kontrollierte Offensive!"

Ob das nun Ironie oder Taktik-Geheimnis war, bleibt offen. Sicher ist: Gela hat an diesem Abend mehr als nur drei Punkte geholt - sie haben Moral, Spielfreude und ein Stück Selbstbewusstsein zurückgewonnen.

Und Derthona? Muss sich fragen, wie viel Ballbesitz eigentlich nötig ist, um wenigstens einmal ins Tor zu treffen. Vielleicht hilft da ein Blick auf die Anzeigetafel: 2:0. Manchmal ist Fußball eben gnadenlos ehrlich.

30.06.643987 07:32
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