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Gela kämpft sich ins Pokal-Viertelfinale - mit Herz, Glück und einem Platzverweis

Ein Pokalabend, wie ihn die 43.500 Zuschauer im altehrwürdigen Stadion von Gela so schnell nicht vergessen werden: Zwei frühe Tore, ein Platzverweis, ein verletzter Flügelspieler und ein Gegner, der einfach nicht aufgeben wollte. Am Ende jubelte aber das Heimteam - Gela bezwang AS La Spezia mit 2:1 (2:0) und steht damit verdient, wenn auch mit Restpuls, im Viertelfinale des Pokals.

Trainer Michael Müller wirkte nach dem Abpfiff sichtlich erleichtert, als er in die Mikrofone grinste: "Ich hab in den letzten fünf Minuten mehr Kalorien verbrannt als in der gesamten Vorbereitung." Ganz so unrecht hatte er nicht - seine Mannschaft begann furios, ließ dann aber gefährlich nach.

Schon in der 14. Minute bebte die Arena: Javier Vazques, der trickreiche Linksaußen, wackelte seinen Gegenspieler aus, zog mit links ab - 1:0! Der Jubel war kaum verklungen, da legte Pablo Tarrega nur drei Minuten später nach, nach feiner Vorarbeit eben jenes Vazques. 2:0 nach 17 Minuten - das Spiel schien entschieden, und einige Zuschauer griffen wohl schon zur Halbzeitwurst.

Doch Müller mahnte von der Seitenlinie: "Nicht nachlassen, Jungs, das ist La Spezia!" Und tatsächlich: Die Gäste aus Ligurien, trainiert vom leidenschaftlich gestikulierenden Helly Steiner, gaben sich nicht auf. "Wir wussten, dass Gela gern früh Druck macht. Aber wir wollten das Spiel über 90 Minuten an uns reißen", sagte Steiner später. Seine Mannschaft hatte zwar zur Pause 49,8 Prozent Ballbesitz, aber deutlich mehr Torschüsse (elf zu acht über die gesamte Partie) - vor allem, weil sie nach der Pause plötzlich loslegten wie die Feuerwehr.

In der 54. Minute war es dann soweit: Joseba Valente, der ballsichere Mittelfeldmotor, traf nach Vorarbeit von Innenverteidiger Sakis Philippidis. 2:1 - und plötzlich wurde’s laut. Die Gäste warfen alles nach vorn, Gela wankte. "Ich dachte kurz, wir verlieren das hier noch", gab Torhüter Pattrick Gabriel später zu. "Aber dann hab ich einfach die Augen zugemacht und gebetet, dass der Ball mich trifft." Er tat’s - gleich mehrfach.

La Spezia drückte, Gela konterte. Ein Schuss von Vazques in der 69. Minute hätte die Nerven beruhigen können, doch Gästekeeper Emilio Ochoa parierte spektakulär. Stattdessen wurde es ruppig: Silvestre Veloso, schon mit Gelb verwarnt, holte sich in der 82. Minute den Gelb-Roten Karton ab. "Ich hab ihn kaum berührt", verteidigte sich der Rechtsverteidiger später, während Müller nur seufzte: "Er berührt immer kaum jemanden - das ist ja das Problem."

Mit einem Mann weniger verteidigte Gela nun mit allem, was noch laufen konnte. Flügelspieler Corey Staunton humpelte in der Nachspielzeit vom Platz - verletzt, ausgewechselt für Filipe Meira. "Ich hab’s im Knöchel gespürt, aber der Sieg war’s wert", grinste Staunton in der Mixed Zone, während er auf Krücken stand.

Statistisch war’s knapp: 50,1 Prozent Ballbesitz für Gela, 49,9 für La Spezia. Dazu eine Tacklingquote, die nach Rechenschieber aussieht: 47,87 Prozent für die Hausherren, 52,13 für die Gäste. Doch Zahlen erzählen nicht die ganze Geschichte. Es war ein Abend voller Emotion, Kampf und gelegentlicher Verzweiflung.

"Wenn du nach 17 Minuten 2:0 führst und dann noch zittern musst, ist das typisch Pokal", sagte Müller mit einem schiefen Lächeln. Steiner dagegen fand tröstende Worte für sein Team: "Wir waren in der zweiten Halbzeit die bessere Mannschaft. Leider zählt das im Pokal nichts - nur das Weiterkommen."

Als der Schlusspfiff ertönte, brach im Stadion Jubel aus - begleitet von einem kollektiven Aufatmen. Die Fans sangen, die Spieler lagen sich in den Armen, und Müller verschwand mit einem energischen "Ich brauch jetzt was Starkes" in den Katakomben.

Man könnte sagen, Gela hat Glück gehabt. Oder Nerven. Oder beides. Aber das ist Pokal - da zählen keine Schönheitswerte, sondern nur das Weiterkommen. Und das hat Gela geschafft.

Zum Schluss noch ein Satz, der wohl die Stimmung in der Stadt am besten beschreibt: Ein älterer Fan im blauen Trikot sprach es beim Verlassen des Stadions aus: "Herzinfarkt, aber glücklich. Das ist Fußball."

Und so endet ein Abend, an dem Gela zwar wackelte, aber nicht fiel - und der Pokal weiterträumt.

27.01.643991 19:30
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Mit David Odonkor will ich mich dennoch nicht messen. Fußball ist nicht nur rennen, da ist auch der Ball dabei. Und es ist wichtig, dass man den trifft.
Michael Ballack
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