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Gela fliegt über die Flügel - 3:1-Sieg gegen FC Braga begeistert 43.500 Fans

Wenn im Februar in der Champions League die Lichter angehen, ist es meist kühl, taktisch und irgendwie steril - außer, man war am Dienstagabend im Stadion von Gela. Dort war es heiß, laut und ein bisschen verrückt: Die Gastgeber jagten den FC Braga mit stürmischem Flügelspiel in Grund und Boden und siegten am Ende verdient mit 3:1 (1:1).

"Wir wollten einfach Spaß haben - und Tore schießen hilft dabei enorm", grinste Gelas Trainer Michael Müller nach dem Abpfiff, während er sich noch den Schweiß von der Stirn wischte. Spaß hatten seine Jungs offensichtlich: 19 Torschüsse, 55 Prozent Ballbesitz, dazu eine offensive Ausrichtung, die man eher aus Videospielen kennt.

Das Spiel begann mit einem Paukenschlag - oder besser: einer spanischen Gitarre in Stürmerform. Pablo Tarrega, der Mittelstürmer mit der Ruhe eines Stierkämpfers und der Präzision eines Uhrwerks, brachte Gela in der 20. Minute in Führung. Nach einem Eckball köpfte Gabriele Colombo den Ball in den Strafraum, Tarrega nahm ihn volley - 1:0, und das Stadion bebte.

Doch wer dachte, Braga würde den Kopf hängen lassen, kannte Ingo Gama nicht. Nur drei Minuten später machte der 23-Jährige das 1:1, nach feiner Vorarbeit von Miralem Sulejmani. "Ich hab nur den Fuß hingehalten", sagte Gama bescheiden, "aber eigentlich wollte ich vorher flanken." Ironie oder Ehrlichkeit - schwer zu sagen, aber das Tor zählte.

Bis zur Pause war es ein offener Schlagabtausch. Gela wirbelte mit Lucas Cochran und Javier Vazques über die Außen, während Braga über die Flügel konterte, allerdings meist an der robusten Innenverteidigung um Colombo und Garcia scheiterte. In der 43. Minute sah Bragas Vitorino Cunha Gelb - eine Szene, die sinnbildlich für den zunehmenden Frust der Gäste war.

Nach dem Seitenwechsel zeigte Gela, warum man im Süden nichts dem Zufall überlässt. Gerade einmal sechs Minuten nach Wiederanpfiff legte Corey Staunton mustergültig auf Javier Vazques auf, der mit einem trockenen Linksschuss das 2:1 erzielte (51.). "Ich hab nur geschrien: ’Lauf, Javi!’ - und er ist gelaufen", lachte Staunton später.

Braga versuchte zu reagieren, Trainer Heiko Neese brachte Reece Kenny (61.) und später Joao Brito (71.), doch spürbar besser wurde es nicht. Gela kontrollierte das Spiel, ließ den Ball laufen, spielte kurz, schnell, zielstrebig - und wirkte jederzeit gefährlich. "Wir haben zu lange auf den einen Moment gehofft", seufzte Neese. "Der kam dann - aber für Gela."

Dieser Moment hieß Lucas Cochran. In der 84. Minute, als Braga alles nach vorne warf, lief Cochran noch einmal den rechten Flügel entlang, zog nach innen und schlenzte den Ball ins lange Eck. 3:1 - Deckel drauf, Jubelsturm im Stadion. Die 43.500 Zuschauer sangen, als hätte man gerade das Finale gewonnen.

In den letzten Minuten wechselte Müller noch einmal: Marco Frechaut kam für Julian Martins (75.) und brachte frischen Wind auf der linken Seite, während Filipe Semedo hinten dichtmachte. Sogar Semedo selbst wagte in der Nachspielzeit noch einen Schuss (92.), der nur knapp vorbei ging - das vierte Tor blieb aus, aber das Publikum verzieh es ihm sofort.

Statistisch war es eine klare Sache: 19:6 Torschüsse, 55 Prozent Ballbesitz, mehr Zweikampfquote, mehr Ideen. Gela spielte druckvoll, offensiv, mit viel Laufbereitschaft - und wenn’s doch mal brenzlig wurde, stand Torhüter Willem Veeder sicher zwischen den Pfosten.

"Wir sind auf einem guten Weg", meinte Müller nach dem Spiel. "Aber wenn Sie mich fragen, ich hätte gern noch ein Tor mehr gesehen - dann kann ich morgen besser schlafen."

Cochran grinste daneben: "Trainer, ich geb mir Mühe. Vielleicht schieße ich beim nächsten Mal zwei."

Ein bisschen Selbstbewusstsein darf man nach so einem Abend haben. Gela steht nach dem zweiten Gruppenspiel in der Champions League blendend da, Braga dagegen muss sich fragen, warum man mit so viel Offensivdrang so wenig Gefahr ausstrahlte. Vielleicht lag es am fehlenden Pressing, vielleicht an der Geduld - oder daran, dass Gela einfach zu gut war.

Und als die Flutlichter erloschen und die letzten Fans den Chor der Sieger sangen, blieb das Gefühl: Hier wächst etwas zusammen. Etwas, das Spaß macht, Tore schießt und sogar den Reporter auf der Tribüne kurz vergessen lässt, dass er eigentlich neutral bleiben sollte.

Kurz gesagt: Ein Abend, wie man ihn in Gela so schnell nicht vergisst.

30.08.643990 09:33
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