Tuttosport
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Gela fegt Neapel davon: Staunton dirigiert, Vazques vollstreckt

Wenn ein Fußballspiel schon nach vier Minuten wie ein Drehbuch aussieht, das jemand mit einem Hang zu Übertreibung geschrieben hat, dann war es dieses: Gela gegen den AC Neapel, 6. Spieltag der 1. Liga Italien. Endstand: 4:2 für die Gastgeber - und das völlig verdient.

Schon mit dem ersten Angriff überraschte Gela die 43.500 Zuschauer im heimischen Stadion. Dennis Bedard, Gelas zentraler Mittelfeldlenker mit der Übersicht eines Schachgroßmeisters, zog einfach mal aus gut 20 Metern ab. Der Ball schlug unten rechts ein - 1. Minute, 1:0. "Ich dachte, ich probier’s mal. Wenn man’s nicht versucht, trifft man nie", grinste Bedard später, während er seinen gelben Karton aus der 96. Minute demonstrativ in den Rasen steckte.

Neapel schien noch über den Anstoß zu diskutieren, als es schon wieder klingelte. Corey Staunton, der rechte Flügelmann mit britischem Humor und italienischem Temperament, servierte mustergültig auf Javier Vazques - 4. Minute, 2:0. "Ich musste nur den Fuß hinhalten", sagte Vazques bescheiden, "aber Corey hat mir praktisch einen Elfmeter aus dem Spiel geschenkt."

Trainer Michael Müller von Gela stand derweil an der Seitenlinie und versuchte demonstrativ gelassen zu wirken. "Wir wollten offensiv beginnen", meinte er nach dem Spiel trocken, "aber dass es so schnell klappt, überrascht selbst mich - und meine Frau glaubt, ich plane sonst alles."

Neapel hingegen wirkte, als hätte jemand den Anreisebus auf dem Parkplatz vergessen. Zwar hatte man mit 47 Prozent Ballbesitz und neun Torschüssen statistisch kein Desaster erlebt, doch die Mannschaft von Coach Header Maxov blieb lange ohne Struktur. "Wir haben offensiv begonnen, ja", seufzte Maxov später, "aber Gela hat das Memo nicht gelesen, dass sie sich bitte hinten reinstellen sollen."

Nach der Pause keimte kurz Hoffnung im neapolitanischen Lager. Wieder war es Vazques, der in der 53. Minute nach Stanuntons dritter Vorlage (ja, dritter!) auf 3:0 stellte. Da half auch kein taktisches Fluchen von der Seitenlinie mehr - die Offensive Neapels blieb lange ein Schatten ihrer selbst. Doch plötzlich, zwischen Minute 57 und 65, blitzte das Können der Gäste auf: Erst traf Linksverteidiger Cesar Alves nach Vorarbeit von Charitonow, dann Pascal Held nach einer feinen Flanke von Poggi. 3:2, der Anschluss war da, und man konnte fast hören, wie die Gela-Fans nervös am Plastikbecher nuckelten.

"Da dachte ich kurz: Jetzt kippt das", gab Müller zu. "Aber dann erinnerte ich mich: Wir haben Corey." Genau der nämlich hatte noch nicht genug. In der 71. Minute nahm Staunton eine Vorlage von Semedo dankend an und hämmerte das Leder zum 4:2-Endstand ins Netz. "Ich wollte einfach mal selbst treffen, sonst glaubt noch jemand, ich sei Sozialarbeiter", grinste er in die Kameras.

Danach spielten die Sizilianer das Ergebnis souverän herunter - na ja, soweit man das bei noch neun Torschüssen und einem gelben Karton für Bedard in der Nachspielzeit nennen kann. Müller wechselte klug, brachte Caliskan für den müden Aydemir und später Meira sowie Frechaut für die Offensivkräfte. Neapel konterte mit frischen Kräften wie Winchel und Graves, doch die Luft war raus.

Die Statistik sprach ohnehin für Gela: 20:9 Torschüsse, 52 Prozent Ballbesitz, Zweikampfquote von knapp 54 Prozent. Müller fasste es gewohnt trocken zusammen: "Wir haben das Spiel kontrolliert - zumindest in den Momenten, in denen wir den Ball hatten."

Auf der anderen Seite suchte Maxov Erklärungen. "Unsere langen Bälle waren heute wohl zu lang", meinte er, "vielleicht hätten wir besser Querpass gespielt - oder gleich Golf."

Das Publikum verabschiedete die Mannschaft mit stehenden Ovationen und einem Hauch süditalienischer Euphorie. Bedard winkte ins Rund, Vazques klopfte sich den Rasen von den Stutzen, und Staunton rief in Richtung Trainerbank: "Chef, darf ich jetzt auch mal Elfmeter schießen?"

Ein Spiel, das zeigte, wie viel Spaß Offensivfußball machen kann - zumindest, wenn man auf der richtigen Seite steht.

Oder, wie ein älterer Fan beim Verlassen des Stadions murmelte: "Wenn Gela so weitermacht, müssen die anderen bald mit zwei Torhütern spielen." Und wer weiß - vielleicht hatte er damit gar nicht so unrecht.

26.07.643990 20:31
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Ich werde mir eine Schaf-Farm in Neuseeland kaufen und Schafswurst herstellen, um sie nach Bayern zu exportieren. Nee, mal im Ernst, was für eine blöde Frage ist das? Wie denkt man sich solche Fragen aus? Gibt man sein Hirn schon vor oder erst nach dem Journalistikstudium ab?
Peter Neururer auf die Frage nach seinen Plänen nach dem geschafften Wiederaufstieg in die Bundesliga:
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