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Gela fegt Genua hinweg - Martins tanzt die Doria-Abwehr schwindlig

Es war ein Abend, an dem man in Genua lieber das Licht ausgemacht hätte. 43.500 Zuschauer kamen in das altehrwürdige Luigi-Ferraris-Stadion, um Doria Genua zu sehen - doch am Ende applaudierten viele zähneknirschend den Gästen aus Gela. 1:4 hieß es nach 90 Minuten, und das war sogar noch schmeichelhaft.

Schon früh deutete sich an, dass Trainer Michael Müller mit seinem Team aus Sizilien einen Plan hatte - und zwar einen ziemlich guten. "Wir wollten Doria über die Flügel aufreißen", erklärte Müller hinterher mit einem Grinsen, das irgendwo zwischen Genugtuung und Mitleid schwankte. "Und wenn das nicht klappt, dann halt durchs Zentrum - aber es hat ja geklappt."

Julian Martins war der Mann des Abends. Der 29-jährige Linksaußen von Gela traf in der 25. und 40. Minute - und zwar mit jener Mischung aus Kaltschnäuzigkeit und Eleganz, die man sonst nur von Spielern sieht, die wissen, dass sie gerade Geschichte schreiben. Beim ersten Tor hatte ihm Rechtsverteidiger Silvestre Veloso den Ball perfekt aufgelegt, beim zweiten tanzte Martins die Genua-Abwehr selbst aus.

"Ich dachte, er schießt mit links, und dann schießt er einfach mit links - aber halt anders, als ich dachte", stammelte Doria-Verteidiger Bernt Hammer nach dem Spiel, noch immer leicht traumatisiert.

Nach dem 0:2 zur Pause versuchte Doria-Trainer Gurkennose Gurk, mehr Offensive ins Spiel zu bringen. Seine Mannschaft hatte mit 44 Prozent Ballbesitz durchaus Momente, doch sie wirkten wie ein Boxer, der zwar austeilt, aber jeden Konter frisst. 14 Torschüsse sammelte Genua, einer davon fand den Weg ins Netz: Nelio Barros verkürzte in der 69. Minute nach schöner Vorarbeit von Julius Fuchs. Das Stadion erwachte kurz aus seiner Lethargie - ein Hauch von Hoffnung lag in der Luft.

Doch dieser Hauch wurde vier Minuten später eiskalt weggeblasen. Filipe Semedo, Gelas linker Verteidiger mit dem Offensivdrang eines Mittelstürmers, drosch den Ball in der 73. Minute nach Pass von Patrik Licka unhaltbar unter die Latte. "Ein Schuss wie aus einem Katapult", meinte Doria-Keeper Alfie Kerr, "ich habe ihn erst gesehen, als er wieder rausgeflogen ist."

Spätestens als Javier Garcia in der 81. Minute das 4:1 erzielte - erneut bedient von Licka - begannen einige Heimfans, sich lieber den Autoverkehr auf der Via Fiume anzuschauen. Die Doria-Abwehr stand da wie ein Kartenhaus im Wind, und Trainer Gurk kaute nervös auf seinem Kaugummi, als wolle er dem Spiel noch ein bisschen Struktur geben. "Wir waren offensiv, ja - aber leider auch in der Defensive", sagte er später mit einem bitteren Lächeln.

Statistisch gesehen war es kein Klassenunterschied: 14 Schüsse Genua, 13 Gela. Aber während Gela mit chirurgischer Präzision traf, scheiterte Doria reihenweise an sich selbst. Auch der Ballbesitz (56 Prozent für Gela) sprach eine klare Sprache: Die Gäste kontrollierten das Spiel, ohne hektisch zu wirken, während Genua rannte, biss und irgendwann einfach zusah.

Kleine Randnotiz: Schon in der 5. Minute holte sich Gelas Javier Vazques Gelb ab - vielleicht der Versuch, früh ein Zeichen zu setzen. Später erwischte es auf Genueser Seite Marc Winkler (68.) und Pau Dieguez (77.) - beides eher Frustaktionen als taktische Fouls. Und als ob es nicht genug Ärger gab, verletzte sich Julio Semedo kurz vor dem Anschlusstreffer und musste raus.

Gela blieb cool, wechselte clever (unter anderem brachte Müller in der 90. Minute den 18-jährigen Yves Bellegarde für den ausgepowerten Julien Matthieu) und ließ den Ball laufen, bis Schiedsrichter Conti endlich Schluss machte.

"Es war ein Statement", meinte Doppeltorschütze Martins in der Mixed Zone, während er sich lässig den Schweiß von der Stirn wischte. "Wir sind nicht hier, um mitzuspielen - wir sind hier, um zu bleiben."

Doria dagegen bleibt ratlos. Gurk sprach von "einem Abend, an dem alles schiefging - außer der Stadionbeleuchtung". Man kann es ihm nicht verdenken: Wenn man vier Gegentore kassiert, obwohl man selbst gar nicht so schlecht spielt, dann hilft nur Galgenhumor.

Und so verabschiedeten sich die Fans mit einem leisen Pfeifkonzert, während Gela auf dem Rasen feierte. Genua ging unter - aber immerhin mit Stil. Vielleicht war das ja der Anfang einer guten Geschichte. Für Gela ganz sicher. Für Doria? Eher der Cliffhanger vor dem nächsten Drama.

30.08.643990 13:55
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Ich habe keine Probleme mit Werner Lorant mal ein Bier zu trinken - oder auch mal ein Kaugummi zu kauen.
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