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Gela dreht das Spiel: Vom Rückstand zur Vier-Tore-Gala

Mit einem lauten Raunen begann der Abend im ausverkauften Stadio di Gela, 43.500 Zuschauer drängten sich auf den Rängen - und sie sollten ein Spiel erleben, das von Anfang an mehr Drama bot als so manche Netflix-Serie. Am Ende stand ein 4:2 für Gela gegen US Brescia, aber der Weg dorthin war ein wilder Ritt zwischen Hoffnung, Verzweiflung und purem Offensivrausch.

Schon in der 10. Minute bebte das Stadion, als Innenverteidiger Gabriele Colombo nach einer Ecke von Samuel Perlman das Leder in bester Stürmermanier ins Eck wuchtete. Nur fünf Minuten später sah Colombo Gelb, weil er sich zu enthusiastisch über den Treffer freute - und das Publikum jubelte noch, als der Schiedsrichter schon wieder zur Ordnung pfiff. "Ich dachte, der Ball sei schon draußen - und dann war er plötzlich drin", grinste Colombo später, während er sich den Schweiß von der Stirn wischte.

Doch die Freude hielt nicht lange. Brescia schlug zurück, und wie! Erst traf Cameron O’Farrell (14.) nach feiner Vorarbeit von Mittelfeldstratege Edoardo Perri, dann legte Emiliano Castrovillari in der 36. Minute mit einem satten Schuss aus 20 Metern nach. 1:2 - und plötzlich war das Stadion still. "Wir waren zu brav, zu hübsch", knurrte Gela-Trainer Michael Müller später. "Da hab ich in der Kabine gesagt: Leute, wir spielen hier nicht Schach, das ist Fußball."

Seine Worte wirkten. Kaum war die zweite Halbzeit angepfiffen, stürmte Lucas Cochran über den rechten Flügel, zog nach innen und schloss eiskalt ab - 2:2 in der 46. Minute. "Corey [Staunton] hat mir den Ball so perfekt hingelegt, da musste ich einfach treffen", sagte Cochran hinterher lachend. Zehn Minuten später war es dann Javier Garcia, der nach einer Flanke von Jeno Lisztes zur Führung einköpfte (56.). Als ob das nicht genug wäre, machte Javier Vazques in der 61. Minute mit einem präzisen Linksschuss den Deckel drauf - 4:2.

Brescia, das sich in der ersten Hälfte noch mutig gezeigt hatte, verlor danach völlig den Faden. Trainer Patras Egomanis sah seine Mannschaft in der zweiten Halbzeit kaum noch gefährlich vor dem Tor. "Wir wollten offensiv bleiben, aber Gela hat uns einfach erdrückt", gab er zu. Die Statistik sprach Bände: 19 Torschüsse für Gela, nur 7 für Brescia, dazu 55 Prozent Ballbesitz für die Gastgeber.

Besonders bitter für Brescia: Torschütze Castrovillari musste in der 55. Minute verletzt ausgewechselt werden. Tiago Suero kam für ihn, doch der konnte das Spiel nicht mehr drehen. Auch die späten Einwechslungen von Castellani und Cicala (beide in der 90.) blieben reine Ergebniskosmetik.

Bei Gela hingegen lief fast alles nach Plan. Die Offensive um Garcia, Cochran und Vazques wirbelte, als hätte Müller ein Dauerfeuer bestellt. Nur einmal musste der Trainer kurz schlucken - als Colombo zur Halbzeit durch Carl Garcia ersetzt wurde. "Ich wollte ihn schützen", erklärte Müller. "Er hatte schon Gelb, und Gabriele hat manchmal das Temperament eines Espresso doppio."

Der Rest war eine Lehrstunde in Effektivität und Spielfreude. Jedes Mal, wenn Gela angriff, lag ein Tor in der Luft. Die Zuschauer feierten, als ginge es um den Titel, und selbst die Ersatzspieler grinsten bei jedem gelungenen Pass. Brescia stemmte sich zwar mit Anstand dagegen, aber gegen Gelas Offensivwucht war an diesem Abend kein Kraut gewachsen.

"So muss das laufen", jubelte Torschütze Garcia nach Abpfiff. "Wir wollten zeigen, dass wir Rückstände drehen können. Und ehrlich gesagt: 4:2 klingt ziemlich gut." Müller nickte zufrieden, schob aber mit einem Augenzwinkern nach: "Ich mag’s nicht, wenn meine Verteidiger Tore schießen - das heißt meistens, dass die Stürmer faulenzen. Aber heute verzeih ich’s Gabriele."

Die Fans verließen das Stadion mit einem Lächeln und heiseren Stimmen. Von Brescia blieb nur die Erinnerung an eine starke erste Halbzeit - und das Gefühl, dass man in Gela besser keinen Vorsprung zu früh feiert.

Ein unterhaltsamer Abend, sechs Tore, zwei verschiedene Gesichter des Spiels - und ein Trainer, der seine Mannschaft mit Humor zur Wende brachte. Oder, wie Müller es formulierte: "Wenn du 1:2 zurückliegst, musst du einfach glauben, dass das Spiel noch nicht zu Ende ist. Und manchmal hast du dann recht."

Ein Spiel, das man in Gela so schnell nicht vergessen wird.

03.07.643990 17:01
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Ich werde mir eine Schaf-Farm in Neuseeland kaufen und Schafswurst herstellen, um sie nach Bayern zu exportieren. Nee, mal im Ernst, was für eine blöde Frage ist das? Wie denkt man sich solche Fragen aus? Gibt man sein Hirn schon vor oder erst nach dem Journalistikstudium ab?
Peter Neururer auf die Frage nach seinen Plänen nach dem geschafften Wiederaufstieg in die Bundesliga:
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