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Dabei begann der Abend für die Gäste aus Gela furios. In der zehnten Minute traf Sander Van Zandt nach Vorarbeit von Alois Hable zum 1:0. Neapel hatte bis dahin bereits mehrfach den Abschluss gesucht, doch Gela zeigte, dass man auch mit weniger Ballbesitz durchaus den Ball ins Tor befördern kann. Eine Erkenntnis, die im Fußball erstaunlicherweise immer noch nicht überall angekommen ist. Die Antwort der Gastgeber ließ nicht lange auf sich warten. Tyler O’Halloran erzielte in der 19. Minute den Ausgleich, vorbereitet von Vincenzo Fumagalli. Neapel blieb offensiv, spielte mit viel Druck und suchte den Abschluss konsequent. Besonders O’Halloran tauchte immer wieder gefährlich vor dem Tor auf - offenbar mit dem festen Vorsatz, jeden zweiten Ball persönlich zu begrüßen. Kurz vor der Pause drehte Rhys Lankford die Partie endgültig. In der 44. Minute traf der Rechtsverteidiger zum 2:1 für Neapel. Auf der Tribüne wurde bereits vorsichtig über einen gelungenen Abend gesprochen. Im Fußball ist das bekanntlich ungefähr so mutig, wie bei italienischem Sommerwetter ohne Regenschirm aus dem Haus zu gehen. "Wir hatten das Spiel in der Hand und wollten nach der Pause genauso weitermachen", sagte Neapels Trainer Giovanni Diaco später. "Aber Gela hat uns gezeigt, dass eine Halbzeitführung kein Abonnement auf drei Punkte ist." Sein Gegenüber Michael Müller sah die Sache naturgemäß erfreulicher: "Wir sind ruhig geblieben. Die Mannschaft hat an sich geglaubt und weiter nach vorne gespielt. Vielleicht war das heute nicht immer schön, aber schön gewinnt nicht automatisch." Nach dem Seitenwechsel stellte Gela sein Angriffsspiel stärker über die Flügel auf. Die Gäste blieben offensiv ausgerichtet, verzichteten zunächst aber weiterhin auf aggressives Pressing. Neapel hatte mit 55,3 Prozent mehr Ballbesitz und kam insgesamt auf elf Torschüsse. Gela brachte es auf zehn Abschlüsse - und bewies dabei eine geradezu unverschämte Effizienz. In der 78. Minute fiel der Ausgleich. Alejandro Cascon traf nach Vorarbeit von Vitorino Postiga zum 2:2. Plötzlich war die Heimkulisse deutlich stiller, und irgendwo im Stadion dürfte ein Zuschauer bereits begonnen haben, seine optimistische Halbzeitprognose zu löschen. Neapel wollte die Partie anschließend wieder an sich reißen, doch die eigene Defensive geriet zunehmend unter Druck. In der 87. Minute sah Antonio Mascarenhas nach seiner zweiten Verwarnung die Gelb-Rote Karte. Neapel musste die Schlussphase in Unterzahl bestreiten - und Gela nutzte das Geschenk ohne viel Geschenkpapier. In der 89. Minute erzielte Harvey Townsend nach Vorlage von Vicente Peyroteo das 3:2 für die Gäste. Der Rechtsverteidiger schoss Gela damit zum Auswärtssieg und Neapel in ein Tal der Tränen. "Ich dachte kurz, der Ball sei schon geklärt", sagte Diaco mit einem gequälten Lächeln. "Das war er offenbar nicht." Gela verteidigte den Vorsprung in den letzten Minuten mit großem Einsatz und aktivem Pressing. Die Zweikampfwerte waren nahezu ausgeglichen, doch am Ende entschied die Kaltschnäuzigkeit. Neapel hatte mehr vom Ball, mehr Torschüsse und die bessere Ausgangslage. Gela hatte dafür das, was in der Tabelle zählt: ein Tor mehr. Und so blieb den 46.299 Zuschauern nur die Erkenntnis, dass Fußball manchmal weniger nach Logik funktioniert als nach Schadenfreude. Gela nimmt drei Punkte mit nach Hause. Neapel darf derweil überlegen, ob man eine 2:1-Führung künftig vielleicht erst nach dem Abpfiff feiert. 20.09.2026 21:48 |
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Giovanni Trappatoni