Tuttosport
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Gela beißt sich die Zähne aus - 1:1 gegen effizientes Varese

Ein lauer Frühlingsabend in Gela, 43.500 Zuschauer, Flutlicht, 19 Torschüsse - und am Ende steht trotzdem nur ein 1:1. Wer die Statistik liest, könnte meinen, AS Varese habe sich 90 Minuten lang im eigenen Strafraum verschanzt, die Zugbrücke hochgezogen und den Schlüssel verschluckt. Und ja, ganz falsch wäre das nicht. Doch der Reihe nach.

Gela begann, wie man es von einem Heimteam erwartet, das offensiv eingestellt ist: mit Schwung, breitem Kreuz und dem festen Glauben, dass der Ball schon irgendwann reingehen werde. Schon nach fünf Minuten prüfte Pablo Tarrega den Varese-Keeper Toni Sjölund, der an diesem Abend mehr Hände zu haben schien als ein Tintenfisch. Trainer Michael Müller klatschte an der Seitenlinie, rief "Weiter, Jungs, das ist unser Spiel!" - und seine Mannschaft gehorchte.

In der 23. Minute dann die Belohnung: Julien Matthieu, der flinke Rechtsaußen, zog nach feinem Zuspiel von Linksverteidiger Jeno Lisztes in den Strafraum, legte den Ball elegant am Verteidiger vorbei und schob trocken ins lange Eck. 1:0, das Stadion bebte. Ein Tor, das so sauber war, dass man es in der Wiederholung fast riechen wollte - nach Rasen, Leder und Erfolg.

"Ich hab einfach nicht nachgedacht", grinste Matthieu später in die Mikrofone. "Vielleicht war das das Geheimnis."

Doch Gela wäre nicht Gela, wenn es sich mit einer Führung begnügte. Statt die Kontrolle zu sichern, suchten sie den nächsten Treffer - und vergaßen dabei, dass hinten auch noch ein Tor steht. Varese nutzte das mit der eiskalten Präzision eines Teams, das wusste, dass es an diesem Abend nicht viele Chancen bekommen würde. In der 38. Minute schickte Joseph Schuster mit einem butterweichen Pass den schnellen Charles Lujan auf die Reise. Lujan nahm den Ball mit, sah Torwart Pattrick Gabriel auf halbem Weg und lupfte ihn mit einem Lächeln, das man selbst von der Pressetribüne erkennen konnte. 1:1 - aus dem Nichts, aber wunderschön.

"Wir haben auf unsere Chance gewartet", sagte Varese-Coach Georg Wagner später nüchtern. "Und sie kam. Einmal reicht manchmal."

Die zweite Halbzeit war ein Lehrstück in Geduld und Verzweiflung. Gela drückte, kombinierte, flankte - und scheiterte. Mal an Sjölund, mal an einem Bein, mal an der eigenen Ungenauigkeit. Zwischenzeitlich hatte man das Gefühl, die Spieler von AS Varese hätten magnetische Schienbeinschoner. 56 Prozent Ballbesitz, 19 Schüsse aufs Tor, aber kein Treffer mehr.

In der 61. Minute brachte Müller den frischen Filipe Meira, um über rechts noch mehr Druck zu machen. Es half - optisch zumindest. Doch als in der 77. Minute Rechtsverteidiger Samuel Perlman verletzt vom Platz musste, schwand auch der letzte Rest Struktur. "Er hat sich beim Sprint über die Linie vertreten", erklärte Müller später. "Wenn’s dumm läuft, fällt er ein paar Wochen aus."

Varese verteidigte weiter tapfer, kassierte zwei Gelbe Karten (Lindblom in der 75., Baskin in der 87.) und wechselte sogar noch den 18-jährigen Stefano Castelli ein - vermutlich, um ein paar Sekunden von der Uhr zu nehmen. Der junge Mann wirkte bei seinem Debüt aufgeregt, als hätte er beim Einlaufen vergessen, in welche Richtung seine Mannschaft spielt.

In der Nachspielzeit versuchte es Gela noch einmal verzweifelt. Javier Vazques schoss in der 91. Minute, Matthieu in der 94. Noch einmal rauschte der Ball gefährlich am Pfosten vorbei - und dann war Schluss. Müller sank auf die Knie, Varese jubelte wie ein Team, das den Klassenerhalt sicher hat, und das Publikum verabschiedete seine Mannschaft mit gemischten Gefühlen: Applaus für den Einsatz, Murren über die Ineffizienz.

"Das war kein schlechtes Spiel", fasste Müller mit einem Seufzen zusammen. "Aber manchmal ist Fußball wie ein schlechter Witz - man weiß nicht, ob man lachen oder weinen soll."

Und so bleibt Gela mit einem Punkt, einer blauen Nase vom Anrennen und dem unbestreitbaren Gefühl, dass es mehr hätte sein müssen. Varese dagegen fährt zufrieden nach Hause, mit dem Wissen, dass Effizienz manchmal schöner ist als Ästhetik.

Oder wie Gästetrainer Wagner beim Abgang noch in Richtung Presse grinste: "Wir hatten vier Schüsse, ein Tor. Gela hatte neunzehn, auch eins. Mathematik kann so charmant sein."

Ein Spiel, das zeigt: Tore sind keine Frage des Willens, sondern des Moments - und Varese hatte einfach den besseren.

30.07.643993 10:15
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