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Gdansk zerlegt Pruszkow: Scherfke wird zum Mann des Abends

Ekstraklasa | 25. Spieltag | 05.09.26 | BKS Gdansk - SK Pruszkow 4:1

40994 Zuschauer, vier Tore und ein Jurek Scherfke, der offenbar beschlossen hatte, den Freitagabend nicht mit Bescheidenheit zu verbringen: BKS Gdansk hat am 25. Spieltag der Ekstraklasa den SK Pruszkow mit 4:1 (2:1) besiegt. Es war ein Abend, an dem die Gastgeber nicht alles kontrollierten - aber sehr viel besser wussten, was sie mit ihren Chancen anfangen sollten.

Schon nach einer Minute prüfte Domenik Adamczuk den Pruszkower Torwart Pedro Sousa. Ein höflicher Gruß war das nicht, eher eine Vorwarnung. Gdansk trat mit ausgewogener Grundordnung auf, spielte jedoch auffallend direkt und schoss, sobald sich auch nur eine halbwegs vertretbare Gelegenheit ergab. "Wir wollten nicht erst eine schriftliche Einladung des Gegners abwarten", sagte Trainer Mike Matt angeblich mit einem kurzen Lächeln.

Pruszkow antwortete mutig. Dennis Zytko und Karolos Pontikos sorgten früh für Unruhe, Amadeus Saganowski war im Mittelfeld ohnehin überall dort, wo man ihn nicht gebrauchen konnte. Nach sieben Minuten sah der 19-Jährige Gelb, nach 20 Minuten traf er: Julian Gama legte auf, Saganowski schloss ab - 1:1. Für einen Moment sah es so aus, als könnte der Außenseiter dem Favoriten den Abend gründlich verderben. Die 40994 Menschen auf den Rängen wurden merklich stiller. Selbst der Mann am Wurststand dürfte kurz aufgehört haben, Senf zu verschütten.

Doch Gdansk blieb seinem Plan treu: ausgeglichen in der Anlage, aggressiv in den Duellen, ohne Ball zunächst eher abwartend. Der Ballbesitz war nahezu exakt geteilt - 50,7 Prozent für die Gastgeber, 49,3 für Pruszkow. Ein Spiel also, das nicht durch erdrückende Dominanz entschieden wurde, sondern durch bessere Konsequenz.

In der 36. Minute schlug Scherfkes Stunde zum ersten Mal. Adamczuk bereitete vor, der Linksaußen vollendete zum 2:1. Scherfke hatte zuvor bereits mehrfach auf das Tor geschossen und wirkte zunehmend wie ein Mann, der den Ball persönlich davon überzeugen wollte, endlich im Netz zu landen. "Beim ersten Versuch war ich noch höflich", soll er nach Abpfiff gesagt haben. "Danach wurde ich etwas deutlicher."

Mit der knappen Führung ging Gdansk in die Pause. Pruszkow war keineswegs harmlos, hatte insgesamt zehn Torschüsse und beschäftigte die Defensive um Justin Grossmann, Matthew Fouquet und Bartilomiej Willimowski. Doch BKS brachte 16 Abschlüsse zustande - und hatte vor allem den entscheidenden Vorteil: Die Gastgeber schossen aus allen Lagen, während Pruszkow laut taktischer Vorgabe lieber auf sichere Chancen wartete. Sicher war daran an diesem Abend allerdings wenig.

Nach dem Seitenwechsel dauerte es nur 14 Minuten, bis Scherfke erneut zuschlug. In der 59. Minute erhöhte er nach Vorlage von Grossmann auf 3:1. Die Partie kippte nun endgültig. Pruszkow hatte weiterhin Ballbesitzphasen, aber Gdansk gewann die wichtigen Zweikämpfe - die Tackling-Quote lag bei 53,2 Prozent. "Wir hatten den Ball nicht viel weniger, wir hatten nur weniger Freude daran", kommentierte Stefan Petruck, Trainer der Gäste, die Niederlage angeblich trocken.

Vier Minuten später war die Sache entschieden. Afanasi Majorow, der schon das erste Tor erzielt hatte, bediente Thomas Jansen. Der Mittelfeldspieler traf zum 4:1. Danach bemühte sich Pruszkow um Schadensbegrenzung, während Gdansk noch einige weitere Möglichkeiten herausspielte. In der 89. Minute musste Willimowski nach einer Verletzung vom Feld; Matthew Fouquet kam für ihn. Kurz darauf sah Grossmann noch Gelb - ein kleiner Fleck auf einem ansonsten glänzenden Abend.

BKS Gdansk gewinnt verdient, wenn auch nicht aufgrund einer Fußballvorlesung in Ballbesitz. Vielmehr war es die Kunst, aus einem offenen Spiel einen klaren Sieg zu machen. Und Scherfke? Der nahm den Spielball mit nach Hause. Vermutlich nicht, weil er ihn so gern hat, sondern weil er ihn heute einfach zu oft gesehen hat.

05.09.2026 22:32
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