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Ekstraklasa | 4. Spieltag | 20.09.26 | BKS Gdansk - SK Pruszkow 2:1 Der frühe Rückschlag kam mit Ansage. Pruszkow kombinierte sich über die rechte Seite nach vorne, Julian Gama fand Leandro Jorge - und der Rechtsverteidiger traf in der sechsten Minute zum 1:0. Ein Verteidiger als Torschütze: Für Gdansk war das ungefähr so erfreulich wie eine Steuerprüfung am Geburtstag. Die Gastgeber antworteten jedoch schnell. In der 16. Minute setzte sich Walter Heinze auf der rechten Seite in Szene und vollendete nach Vorlage von Severin Kosowski zum 1:1. Danach entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, bei dem beide Mannschaften offenbar beschlossen hatten, das Mittelfeld nur als unverbindliche Empfehlung zu betrachten. Gdansk kam vor der Pause zu mehreren Möglichkeiten, unter anderem durch Arthur Kajrys, Jurek Scherfke und erneut Heinze. Pruszkow blieb über die Flügel gefährlich, insbesondere Karolos Pontikos sorgte immer wieder für Unruhe. Mit dem 1:1 zur Pause war noch alles offen. Trainer Mike Matt hatte seine Mannschaft offensiv ausgerichtet und ließ sie aus allen Lagen abschließen. Das war nicht immer elegant, aber immerhin ehrlich. "Wir wollten nicht anfangen, den Ball zu streicheln, bis er einschläft", sagte Matt sinngemäß nach dem Spiel. Sein Gegenüber Stefan Petruck setzte dagegen auf lange Bälle und kontrollierte Angriffe über die Außenbahnen - ein Plan, der zunächst durchaus funktionierte. Nach dem Seitenwechsel erhöhte Gdansk den Druck. Kajrys prüfte die Defensive, Thomas Jansen schaltete sich immer häufiger nach vorne ein. In der 66. Minute wurde der Einsatz des zentralen Mittelfeldspielers belohnt: Jansen traf nach Vorarbeit von Jurek Scherfke zum 2:1. Der Ball schlug dort ein, wo Torhüter Pedro Sousa vermutlich lieber eine besonders überzeugende Parade gezeigt hätte. Pruszkow gab sich keineswegs geschlagen. Amadeus Saganowski suchte mehrfach den Abschluss, Pontikos blieb aktiv, und auch Christopher Preston sorgte nach seiner Einwechslung für zusätzliche Bewegung. In der 57. Minute war zudem Gabriel dos Santos für Bartosz Hajto ins Spiel gekommen, später ersetzte Constantin Piszczek Preston. Die Gäste warfen in der Schlussphase alles nach vorne - zumindest fast alles, denn Gdansk durfte weiterhin gefährlich kontern. Die Zahlen unterstreichen, wie eng die Partie war: Gdansk verzeichnete 14 Torschüsse, Pruszkow kam auf zehn. Beim Ballbesitz lagen die Gastgeber mit 51,5 Prozent nur knapp vorne, Pruszkow hielt mit 48,5 Prozent dagegen. Auch bei den Zweikämpfen war kaum ein Unterschied festzustellen. Es war kein Spiel für Freunde gepflegter Langeweile, sondern eines für Zuschauer, die auch nach dem dritten Kaffee noch nervös mit dem Fuß wippen. "Wir hätten das Spiel früher beruhigen können", lautete die sinngemäße Einschätzung von Torschütze Jansen. "Aber dann hätten die Leute vielleicht weniger zu erzählen gehabt." Da hat er recht. Gdansk gewinnt 2:1, dreht einen frühen Rückstand und zeigt dabei vor allem eines: Diese Mannschaft kann offensiv einiges - und dem eigenen Publikum offenbar auch die günstigste Form von Herz-Kreislauf-Training bieten. 21.09.2026 05:51 |
Sprücheklopfer
Zum Glück ist die Mannschaft nach dem Spiel besser ins Spiel gekommen.
Andreas Brehme