Sportovni Noviny
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Garcia-Gala in Olmütz: Hradec Kralove fegt Signa mit 4:0 vom Platz

Es gibt diese Abende im Fußball, an denen eine Mannschaft alles trifft - und die andere nicht einmal den Bus ins Stadion. Der 34. Spieltag der 1. Liga Tschechien bot genau so ein Schauspiel: Hradec Kralove zerlegte Signa Olmütz mit 4:0 (3:0) und ließ die 12.500 Zuschauer zwischen Fassungslosigkeit und Galgenhumor schwanken.

Schon nach fünf Minuten war das Spiel praktisch entschieden. Antonio Garcia, der rechte Flügelstürmer mit der Präzision eines Laserpointers, traf in der 3. und 5. Minute doppelt. Beide Male war es der quirlig aufspielende Linksverteidiger Jaime Nani, der die Vorarbeit leistete. "Ich hab einfach gesehen, dass Antonio Hunger hatte - also hab ich ihm das Buffet serviert", grinste Nani später in der Mixed Zone.

Für Olmütz dagegen begann das Spiel wie ein schlechter Traum, aus dem man nicht aufwachen durfte. Trainerbank, Tribüne, Spieler - alle schauten nach dem zweiten Gegentreffer auf die Stadionuhr, als wollten sie überprüfen, ob die Minuten wirklich so schnell vergehen dürfen. "Ich hatte das Gefühl, wir spielen noch das Aufwärmspiel, als es schon 0:2 stand", murmelte Kapitän Miroslav Kolomaznik kopfschüttelnd.

Hradec Kralove blieb gnadenlos offensiv: 16 Torschüsse verzeichneten die Gäste, gegenüber mageren fünf der Hausherren. Antonio Garcia legte in der 29. Minute noch einen drauf - diesmal nach Vorlage von Nael Meireles. 0:3, und selbst die Olmützer Ultras auf der Nordtribüne begannen, Galgenhumor zu entwickeln. "Wenn wir schon verlieren, dann wenigstens stilvoll", rief einer, während der Ball erneut im Netz zappelte.

Die Halbzeitpause nutzte Signa-Trainer - dessen Name wohlweislich nicht genannt werden möchte - angeblich für eine "sehr deutliche" Ansprache. Doch auch wenn die Körpersprache der Spieler nach Wiederanpfiff entschlossener wirkte, fehlte es an Ideen. Hradec stellte auf Verwaltung um, ohne den Fuß vom Gaspedal zu nehmen. Trainer Thomas Michael Rinesch blieb an der Seitenlinie erstaunlich ruhig und notierte akribisch in sein Notizbuch. "Wir wollten einfach unser Spiel durchziehen - offensiv, diszipliniert, ohne Schnörkel", erklärte er später. "Und ehrlich gesagt, es hat Spaß gemacht, den Jungs zuzusehen."

In der 46. Minute wechselte Rinesch gleich doppelt: Väyrynen kam für Rushton, Canna ersetzte Bedard. Frischer Wind, aber keine Spur von Nachlassen. Selbst eine Gelbe Karte für Mittelfeldmotor Mirko Smolarek in der 75. Minute konnte den Spielfluss nicht bremsen. Smolarek nahm’s locker: "Das war mehr ein freundlicher Körperkontakt. Der Schiri hatte wohl einen schlechten Blickwinkel."

Signa Olmütz versuchte es mit vereinzelten Nadelstichen - Mosche Ohayon in der 19. und 37. Minute, Vicente Farinos (81.) und Pavel Pikl (84.) prüften Hradecs Torhüter Daniel Da Cru, doch der blieb unbeeindruckt. Sein größter Arbeitsaufwand bestand wohl darin, sich nach dem Spiel den Schweiß von der Stirn zu tupfen.

Den Schlusspunkt setzte Kian Cromwell in der 89. Minute. Der bullige Linksaußen schob nach Vorarbeit von Smolarek eiskalt ein und krönte die Vorstellung der Gäste. 0:4 - und wohl nur die Stadionuhr rettete Olmütz vor Schlimmerem.

Statistisch blieb das Spiel fast ausgeglichen im Ballbesitz (49,6 % zu 50,3 %), aber die nackten Zahlen erzählen nur die halbe Wahrheit. In den Zweikämpfen, beim Zug zum Tor, in der Entschlossenheit - überall war Hradec eine Klasse besser. "Wir haben heute gezeigt, dass Offensive nicht gleich Leichtsinn bedeutet", analysierte Rinesch mit einem zufriedenen Lächeln.

Dalia Buzaglo, die linke Mittelfeldspielerin der Hausherren, versuchte nach dem Abpfiff Humor zu bewahren: "Wenn wir schon verlieren, dann wenigstens gegen ein Team, das so präzise spielt, dass man fast klatschen möchte."

Das Publikum tat genau das - wenn auch mit leicht ironischem Unterton. Ein paar Fans forderten scherzhaft, man solle Garcia die Stadiontore benennen.

So verlässt Hradec Kralove Olmütz mit drei Punkten, einem breiten Grinsen und einer deutlichen Ansage an die Konkurrenz: Wer so früh so kaltblütig zuschlägt, wird in dieser Liga nur schwer zu stoppen sein.

Und Olmütz? Deren Trainer wurde nach dem Spiel gefragt, was er nun tun wolle. "Erstmal den Wecker stellen, damit wir beim nächsten Mal schon nach dem Anpfiff wach sind", sagte er trocken.

Ein Satz, der das Spiel wohl besser zusammenfasst als jede Statistik.

25.04.643990 07:32
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