Heraldo de Mexico
+++ Sportzeitung für Mexico +++

Gallos Queretaro überrascht mit jugendlicher Abgeklärtheit - 2:0 bei Sporting America

Es war einer dieser Abende, an denen der Fußball seine kleinen Ironien offenbart: 20.000 Zuschauer im Stadion von Sporting America, eine Heimmannschaft mit Routine, Selbstbewusstsein und Ballbesitz - und am Ende jubelt ein Haufen Teenager aus Querétaro, als hätten sie gerade die Champions League gewonnen. Gallos Queretaro siegte am 34. Spieltag der 1. Liga Mexico mit 2:0 (1:0) bei Sporting America - und das völlig verdient, auch wenn die Statistik zunächst anderes vermuten lässt.

Beide Teams hatten exakt 15 Torschüsse, der Ballbesitz war nahezu ausgeglichen (50,2 zu 49,8 Prozent), die Zweikampfquote lag bei 51 zu 49 Prozent - doch es war der Unterschied zwischen jugendlichem Mut und altgedienter Routine, der dieses Spiel entschied.

Der Anfang gehörte noch Sporting America, die mit Elan und - sagen wir - gepflegter Vorsicht starteten. Nach nur vier Minuten prüfte Louis Brand den jungen Keeper Mason Bradshaw mit einem satten Linksschuss, doch der 17-Jährige lenkte den Ball mit einer Nonchalance über die Latte, die man sonst nur von Torhütern doppelt seines Alters kennt. "Ich hab mir einfach gedacht: Das ist doch nur ein Ball, kein Meteor", grinste Bradshaw später.

Dann kam Minute 29 - und mit ihr der Moment, der den Verlauf des Abends veränderte. Der 17-jährige Vicente Futre, der bereits in der 16. Minute Gelb gesehen hatte, kombinierte sich mit seinem Kumpel Faas Van Buren über die linke Seite. Ein Doppelpass, ein kurzer Haken, ein Schuss ins lange Eck - 0:1. Sporting-Keeper Jakob Wegener streckte sich vergeblich. "Ich hab den Ball kommen sehen, aber er flog wie ein Kolibri - unberechenbar", sagte er hinterher, fast schon poetisch.

Die Gastgeber wirkten irritiert, als hätte ihnen jemand den Spielplan vertauscht. Tomasz Pfeiffer und Daniel Grantham versuchten es immer wieder aus der Distanz, Alfonso Baiao rackerte auf der rechten Seite, doch im Strafraum war Endstation. Gallos Queretaro verteidigte mit jugendlicher Unbekümmertheit, aber erstaunlicher Disziplin.

In der zweiten Halbzeit änderte sich wenig - außer dass Sporting America immer verzweifelter anlief. Louis Brand prüfte Bradshaw erneut in der 57. Minute, Juanito Jorge drosch den Ball in der 70. Minute fluchend über das Tor ("Ich wollte eigentlich zielen, ehrlich!"), und in der 80. Minute sah derselbe Jorge Gelb - symptomatisch für einen Abend, an dem viel Wille, aber wenig Präzision zu sehen war.

Dann kam die 78. Minute. Wieder ein schneller Angriff der Gäste, diesmal über die rechte Seite: Rolando La Rosa legt quer, Carlos Moran - 18 Jahre jung - zieht trocken ab. 0:2. Kein Jubelgestöhne, kein wilder Sprint zur Eckfahne - die Jungs von Queretaro umarmten sich einfach, als hätten sie gerade ihr erstes Schulturnier gewonnen.

"Wir trainieren, um Spaß zu haben. Heute hatten wir eine Menge Spaß", sagte Trainer der Gallos anschließend mit einem Lächeln, das irgendwo zwischen Stolz und ungläubigem Staunen lag. Sein Gegenüber von Sporting America hingegen wirkte weniger amüsiert: "Wenn du 15 Mal aufs Tor schießt und keiner rein will, dann weißt du, dass das Universum heute kein Heimfan war", meinte er trocken.

Die Zuschauer im Stadion quittierten das Ganze mit höflichem Applaus - und dem einen oder anderen ironischen Pfiff. Denn Sporting America hatte zwar alles versucht, aber das Spielgefühl fehlte. Gallos Queretaro dagegen spielte, als wüssten sie gar nicht, dass so ein Auswärtssieg eigentlich schwierig sein soll.

Am Ende war es ein lehrreicher Abend für die Routiniers und ein Triumph der Leichtigkeit für die Jugend. Vicente Futre und Carlos Moran dürfen sich als Torschützen feiern lassen, Bradshaw als unerschrockenen Schlussmann, der mit glänzenden Handschuhen und noch glänzenderem Lächeln den Sieg festhielt.

"Wir sind jung, aber nicht dumm", sagte Futre zum Schluss in die Mikrofone. Und wer ihn an diesem Abend spielen sah, der musste zugeben: Recht hat er.

Ein bitterer Abend für Sporting America, ein glorreicher für Gallos Queretaro - und wieder einmal der Beweis: Fußball belohnt nicht immer den Fleißigsten, aber oft den Frechsten.

07.10.643993 20:22
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