Tuttosport
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Galindo trifft früh, Garcia fliegt spät - Gela ringt Varese nieder

Wenn 43.500 Zuschauer an einem kühlen Januarabend in Gela das Stadion füllen, dann liegt etwas in der Luft - nicht unbedingt feiner Fußball, aber garantiert Drama. Und das bekamen sie: ein frühes Tor, drei Gelbe, eine Rote und ein Trainer, der nach Abpfiff mit einem Lächeln sprach, das irgendwo zwischen Stolz und Erleichterung pendelte. Gela besiegte AS Varese am 17. Spieltag der 1. Liga Italien knapp, aber verdient mit 1:0 (1:0).

Es war Nevio Galindo, der in der 22. Minute das Spiel entschied. Der 32-jährige Flügelstürmer stand da, wo ein Stürmer stehen muss - nämlich genau richtig. Nach feiner Vorarbeit von Linksverteidiger Bruno Yaguez drosch Galindo den Ball halbhoch ins rechte Eck. "Ich habe nur den Wind gespürt und gehofft, dass niemand im Weg steht", grinste Galindo später. Trainer Michael Müller nickte zufrieden, als wäre das alles genauso geplant gewesen. "Wir üben das im Training. Also, zumindest ab und zu", sagte er mit einem Augenzwinkern.

Dabei hatte Gela von Beginn an das Heft in der Hand. Elf Torschüsse - mehr als dreimal so viele wie der Gegner - sprechen eine deutliche Sprache. Die Hausherren bestimmten das Spiel mit 55 Prozent Ballbesitz und einer Zweikampfquote von 56 Prozent. Varese wirkte lange wie ein Team, das zwar offensiv auftreten wollte, aber den eigenen Autoschlüssel im Mittelkreis verloren hatte.

Schon in der ersten Minute setzte Galindo ein Ausrufezeichen, prüfte Vareses Keeper Jyrki Kuqi mit einem satten Linksschuss. In der sechsten wieder - diesmal knapp vorbei. Es war, als hätte er beschlossen, das Spiel allein zu entscheiden. Und tatsächlich, in Minute 22 tat er es. Danach aber verpasste Gela mehrfach die Vorentscheidung. Pablo Tarrega, der agile Mittelstürmer, scheiterte gleich viermal in der Schlussphase - in der 82., 83., 85. und sogar in der Nachspielzeit (93.). "Ich wollte einfach nur sicher gehen, dass der Torwart auch was zu tun hat", witzelte Tarrega nach dem Spiel.

Varese hingegen blieb harmlos. Drei Abschlüsse aufs Tor in 90 Minuten - das ist wenig für eine Mannschaft, die offiziell "offensiv" eingestellt war. Trainer Georg Wagner sah das ähnlich: "Wir hätten auch bis Mitternacht spielen können, ohne zu treffen. Vielleicht hätten wir dann wenigstens den Ball behalten." Sein Team versuchte es zwar über die Flügel, aber spätestens an Gela-Keeper Willem Veeder war Schluss. Der 30-Jährige hatte einen ruhigen Abend, wirkte aber stets wach - und rief in der 91. Minute sogar ein "Nicht mit mir!" in Richtung des verzweifelt schießenden Brandon Matthieu.

Kurz vor der Pause wechselte Müller den verwarnten Yaguez aus - ein weiser Schachzug, wie sich später zeigte. Sein Vertreter Marcel Bernier machte hinten dicht und vorne Druck, setzte in der 81. Minute selbst einen kräftigen Schuss aufs Tor. "Ich wollte zeigen, dass auch Verteidiger schießen können", sagte er schmunzelnd.

Die zweite Halbzeit verlief kampfbetonter. Gela kassierte gleich drei Gelbe Karten: Aydemir in der 68., Garcia in der 70. und Marcel Marcel - ja, er heißt wirklich so - in der 79. Minute. "Ich habe nur laut geatmet", verteidigte sich Garcia, bevor er in der 95. Minute dann doch noch Rot sah. Nach einem ruppigen Einsteigen gegen den eingewechselten Charles Lujan blieb dem Schiedsrichter keine Wahl. "Das war keine Absicht", beteuerte Garcia, "ich wollte nur den Ball - aber der Ball wollte nicht mich."

In den letzten Minuten wurde es hektisch. Varese warf alles nach vorn, Gela konterte mit zehn Mann, und Müller gestikulierte wild an der Seitenlinie. Als der Schlusspfiff ertönte, fiel ihm ein Stein vom Herzen - und wahrscheinlich auch ein paar Kilo Anspannung. "Wir haben das Herz auf dem Platz gelassen", sagte er später in die Mikrofone. "Und wenn’s sein muss, machen wir nächste Woche auch wieder eins rein."

So bleibt Gela weiter auf Kurs, während Varese sich fragen muss, wie man mit so viel Offensivdrang so wenig Gefahr erzeugt. Die Fans feierten ihre Mannschaft trotzdem frenetisch - wahrscheinlich auch, weil sie wussten: Das war kein Fußballfest, aber ein ehrlicher Arbeitssieg.

Oder, wie ein älterer Herr auf der Tribüne es formulierte, als die Spieler in die Kabinen verschwanden: "Nicht schön, aber selten - und das zählt auch."

23.07.643987 08:28
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Wir hatten viele Verletzte, aber das soll den Sieg der Freiburger in keinster Weise schmeicheln.
Andreas Brehme
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