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Furtok-Show in Pruszkow: Polonia erlebt kalten Januarschock

39562 Zuschauer im Stadion von Pruszkow froren an diesem Januardienstag nicht etwa wegen der Temperaturen, sondern vor Staunen: SK Pruszkow fegte Polonia Warschau mit 5:1 vom Platz - und ein Mann verwandelte das Spiel in seine persönliche Bühne: Constantin Furtok, der Linksaußen mit der Präzision eines Uhrwerks und dem Selbstvertrauen eines Straßenkünstlers, der gerade die Mona Lisa neu malt. Vier Tore, ein Assist - mehr muss man über diesen Abend fast nicht sagen. Aber wir tun’s trotzdem.

Von Beginn an war klar, dass Pruszkow in Spiellaune war. Bereits in der 6. Minute prüfte Furtok den Gästetorhüter Ruben Cabrera zum ersten Mal. "Da wusste ich, dass der Ball heute auf mich hört", grinste der 28-Jährige später. Drei Minuten später folgte die erste Duftmarke in Form eines perfekt getimten Abschlusses - noch ohne Tor, aber das sollte sich bald ändern.

In der 13. Minute dann das, was man wohl einen Vorgeschmack nannte: Jerzy Zurawski schob den Ball mit der Ruhe eines Buchhalters in Furtoks Lauf, der schlenzte ihn eiskalt ins lange Eck - 1:0. Polonia wirkte irritiert, als hätte jemand ihre Spielanleitung vertauscht. "Wir wollten ruhig bleiben", erklärte Trainer Raimon Harwardt nach dem Spiel, "aber das war ungefähr so erfolgreich wie ein Regenschirm im Orkan."

Pruszkow blieb dran. In der 29. Minute passte Grzegorz Chalaskiewicz mustergültig quer, Furtok sprintete in Position und netzte erneut ein. 2:0, und die Fans sangen schon in Endlosschleife. Polonia hingegen suchte den Anschluss - allerdings mehr im übertragenen Sinn. Ballbesitzmäßig lagen die Gäste zwar vorne (51 Prozent), doch das wirkte eher nach Alibi-Kontrolle.

Nach der Pause wurde es kurz spannend: In der 57. Minute fasste sich Polonias Freddie Leachman ein Herz und traf nach schöner Vorarbeit von Pablo Simao. "Ich dachte, das bringt uns zurück", sagte Leachman später, "aber dann kam wieder dieser Furtok…" Nur eine Minute später, man konnte kaum blinzeln, legte Jerzy Augustyn den Ball perfekt auf - Furtok vollendete zum 3:1.

Und als ob das nicht genug war, kam die 63. Minute: Der gerade eingewechselte 21-jährige Christopher Preston, frisch und unbekümmert, wurde von - natürlich - Furtok bedient und traf zum 4:1. Der Junge grinste danach, als hätte er gerade den Führerschein bestanden. "Constantin hat’s mir einfach gemacht", sagte er bescheiden.

Polonia verlor nun völlig die Ordnung. Dennis Karwan sah nach wiederholtem Foulspiel in der 71. Minute Gelb-Rot, und Trainer Harwardt sank auf die Bank. "Ich hab kurz überlegt, ob ich mich auch auswechseln lasse", witzelte er später bitter.

Und dann, als sich die Gäste schon nach dem Schlusspfiff sehnten, schlug Furtok noch einmal zu: 89. Minute, Pass von Innenverteidiger Ilja Malachow, und der Mann des Abends machte das 5:1 perfekt. Der Jubel? Laut, ausgelassen, beinahe ungläubig. Trainer Stefan Petruck konnte sich ein Schmunzeln nicht verkneifen: "Ich hätte ihm heute sogar das Elfmeterschießen anvertraut - obwohl es gar keins gab."

Statistisch war die Sache eindeutig: 20 Torschüsse für Pruszkow, nur vier für die Gäste. Beide Teams spielten taktisch ausgewogen, doch während Polonia brav den Ball zirkulieren ließ, machte Pruszkow etwas daraus. Effizienz trifft Leidenschaft - so einfach kann Fußball manchmal sein.

Nach dem Spiel wurde Furtok von Fans umringt, die ihm Selfies und Autogramme abverlangten. "Ich bin kein Zauberer", sagte er lächelnd, "ich hab nur Spaß am Ball." Doch an diesem Abend dürfte selbst Houdini gestaunt haben.

Polonia dagegen trat den Heimweg an mit der Erkenntnis, dass Ballbesitz eben keine Währung ist, wenn der Gegner fünfmal einlöst. Und Trainer Harwardt? "Wir müssen lernen, dass Fußball nicht auf dem Statistikbogen entschieden wird", meinte er trocken. Vielleicht hätte er hinzufügen sollen: außer, wenn der Name Furtok draufsteht.

Ein kleiner Junge im Trikot von SK Pruszkow rief beim Verlassen des Stadions: "Papa, ich will auch Furtok werden!" - Der Vater lächelte und antwortete: "Dann fang morgen an zu schießen." Ein Rat, den an diesem Abend wohl auch Polonia gut gebrauchen könnte.

So endete ein frostiger Abend in Pruszkow mit warmen Herzen, kalten Getränken - und einer Gewissheit: Wenn Constantin Furtok in dieser Form bleibt, wird die 1. Liga Polen noch einiges von ihm hören.

05.09.643987 07:12
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