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Regionalliga B | 4. Spieltag | 20.09.26 | Fürstenwalde - FK Pirmasens 1:1 Der FK Pirmasens begann, als hätte Trainerin Gudrun Schweitzer ihren Spielern persönlich den Wecker gestellt. Schon nach zwei Minuten prüfte Noah Specht die Fürstenwalder Defensive, eine Minute später gleich noch einmal. In der siebten Minute zog Silvestre Mocana ab, danach versuchte es Dorinel Dumitru. Pirmasens kombinierte kurz, aggressiv und mit erstaunlicher Zielstrebigkeit. Fürstenwalde hingegen wirkte zunächst wie eine Mannschaft, die erst noch herausfinden musste, ob der Abend tatsächlich schon begonnen hatte. "Wir wollten mutig auftreten und früh zeigen, dass wir nicht zum Landschaftsgenießen angereist sind", sagte Schweitzer später. "Bei den Abschlüssen hätten wir allerdings etwas weniger Abenteuer und etwas mehr Präzision gebrauchen können." Denn trotz der Pirmasenser Offensive blieb die Anzeigetafel unbehelligt. Archie MacAlister, Jacob Schumann und erneut Specht scheiterten ebenso wie Mocana, der in der ersten Hälfte gleich dreimal für Unruhe sorgte. Fürstenwalde kam nur sporadisch vor das Tor. Knut Schulze hatte in der 19. Minute die erste nennenswerte Gelegenheit der Gastgeber, Spiridon Semjonow folgte in der 30. Minute. Mehr war zunächst nicht. Auf der Tribüne soll ein Zuschauer nach dem achten Pirmasenser Abschluss trocken bemerkt haben: "Wenn das so weitergeht, brauchen wir bald eine eigene Statistik für verpasste Chancen." Ganz falsch lag er nicht. Pirmasens gab insgesamt 15 Torschüsse ab, Fürstenwalde sechs. Fußball ist allerdings bekanntlich kein Schönheitswettbewerb - sonst hätte der Gast längst gewonnen. Kurz vor der Pause musste Pirmasens reagieren: Stefan Keller und Mike Schön gingen vom Feld, Samuel Reid und Alex Coviello kamen in die Partie. Am Spielbild änderte sich zunächst wenig. Die Gäste blieben offensiv, Fürstenwalde verteidigte aufmerksam und setzte auf die wenigen Momente, die sich boten. Einen davon nutzte Knut Schulze in der 53. Minute. Nach Vorarbeit von Marwin Wilhelm brachte der rechte Angreifer die Gastgeber mit 1:0 in Führung. Es war Schulzes zweiter gefährlicher Abschluss an diesem Abend - und diesmal einer mit eingebautem Netzzug. "Ich dachte kurz, der Ball hätte sich noch umentschieden", soll Schulze nach dem Spiel mit einem Grinsen gesagt haben. "Zum Glück blieb er bei seiner ersten Idee." Die Freude dauerte allerdings nur acht Minuten. In der 61. Minute schlug Pirmasens zurück: Archie MacAlister traf nach Vorarbeit von Mike Schön zum 1:1. Schön war zu diesem Zeitpunkt bereits ausgewechselt worden, doch die Daten dieses Spiels sind offenbar weniger an gewöhnliche Dramaturgie gebunden als an ihre eigene Logik. Pirmasens belohnte sich damit für den hohen Aufwand. Danach wurde es hektischer. Fürstenwalde kam durch Schulze und Stephan Günther noch zu Möglichkeiten, Pirmasens blieb durch MacAlister, Lucas Dennehy und andere gefährlich. Die Gäste hatten mehr Abschlüsse, die Gastgeber knapp mehr Ballbesitz: 51,48 Prozent standen für Fürstenwalde zu Buche, 48,52 für Pirmasens. Bei den Zweikämpfen lag Pirmasens mit 53,84 Prozent vorn. Gelbe Karten gab es auf beiden Seiten, Platzverweise blieben aus - die Vernunft hatte zumindest gelegentlich Dienst. In der Schlussphase drängte Pirmasens mit aktivem Pressing, Fürstenwalde hielt dagegen. Das 1:1 blieb bestehen. "Wir hätten gewinnen können, aber wir hätten auch verlieren können", fasste Schweitzer zusammen. Ein Satz, so ausgewogen wie das Spiel selbst. Fürstenwalde nimmt einen Punkt mit, Pirmasens ebenfalls. Und beide Teams dürften sich fragen, ob ein Unentschieden wirklich gerecht ist - oder nur die höfliche Bezeichnung dafür, dass niemand seine Chancen konsequent genug nutzen wollte. 20.09.2026 20:53 |
Sprücheklopfer
Zu 50 Prozent stehen wir im Viertelfinale, aber die halbe Miete ist das noch lange nicht!
Rudi Völler