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FSV Frankfurt siegt abgezockt - Linx kämpft, verliert aber 1:3

Ein kalter Februarabend, Flutlicht über dem Linxer Stadion, 2658 Zuschauer mit heißen Getränken in der Hand - und ein Fußballspiel, das zeigte, wie gnadenlos effizient man sein kann, wenn man FSV Frankfurt heißt. Am Ende hieß es 1:3 (0:1) aus Sicht des SV Linx, und man konnte den Unterschied in drei Buchstaben zusammenfassen: FSV.

Dabei begann alles durchaus verheißungsvoll für die Hausherren. Trainer Michal Dickschat hatte seine Elf ausgewogen eingestellt, die ersten Minuten gehörten Linx. Jan Hermann, der 34-jährige Dauerläufer im Mittelfeld, prüfte schon nach zehn Minuten den Frankfurter Keeper Charles Fryer - der junge Engländer im Tor faustete den Ball geistesgegenwärtig zur Ecke. Dickschat klatschte an der Linie, rief: "So will ich euch sehen!" Es sollte einer seiner letzten fröhlichen Zurufe an diesem Abend bleiben.

Denn in der 14. Minute schlug Frankfurt eiskalt zu. Tomas Klaus, der Sechser mit dem Radar im Fuß, bekam den Ball von Leon Schäfer, zog kurz an und setzte das Leder aus 20 Metern flach ins rechte Eck. Linx-Keeper Thomas Dietz flog, aber wie ein Tourist im falschen Flieger - er kam zu spät. 0:1, und Frankfurt hatte sein erstes Ziel erreicht: das Spiel unter Kontrolle bringen. "Wir wollten ruhig bleiben, Linx ein bisschen kommen lassen", erklärte FSV-Coach Simone Niruak später mit einem kaum merklichen Lächeln.

Tatsächlich tat Frankfurt genau das - sie ließen Linx anlaufen, verwalteten klug und setzten vereinzelte Nadelstiche. Die Gastgeber dagegen verzettelten sich im Mittelfeld. 50,8 Prozent Ballbesitz klingen gut, aber was half’s, wenn vorne kaum Durchschlagskraft entwickelt wurde? Wolfgang Seitz versuchte es in der 27. Minute volley, doch der Ball rauschte in die kalte Nacht über die Latte.

Zur Pause war Linx trotz Rückstand noch im Spiel, aber gleich nach Wiederanpfiff kam die kalte Dusche: 47. Minute, Markus Weller vollendete eine feine Kombination, eingeleitet von - natürlich - Leon Schäfer. 0:2, und man hörte nur noch das Rascheln der FSV-Jacken auf der Bank. Keine drei Minuten später, Minute 50, machte Walther Schmidt nach Doppelpass mit Tomas Klaus das 0:3. Es war der Moment, in dem der Linxer Anhang kollektiv die Kapuze überzog.

"Da war kurz der Stecker gezogen", gestand Dickschat später ehrlich. "Aber die Jungs haben dann Charakter gezeigt." Und tatsächlich: In Minute 63 hatte Linx seinen kleinen Moment. Hermann, der alte Stratege, steckte durch auf Detlev Miller. Der 19-Jährige blieb cool, schob an Fryer vorbei - 1:3. Ein Tor für die Moral, eines für die Statistik, und, wenn man ehrlich ist, eines für die Hoffnung, dass die Zukunft vielleicht doch jugendlich und mutig sein darf.

Danach war’s ein offener Schlagabtausch - oder besser gesagt: ein kumpelhaftes Hin und Her ohne echte Gefahr. Frankfurt hatte mit 11 Torschüssen die klareren Chancen, Linx kam auf sieben. Gelbe Karten gab’s auch: Helmut Eder (31.) und Luka Wild (54.) auf Frankfurter Seite zeigten, dass "starke Aggressivität" in der Theorie manchmal etwas ruppig aussieht. Linx’ Otto Fritsch revanchierte sich mit einer Verwarnung in der 61. Minute - man will ja nicht unhöflich sein.

Die letzten zwanzig Minuten waren dann so etwas wie ein Fußball-Kabarett. Der junge Dieter Wagner versuchte sich mit drei beherzten Distanzschüssen (84., 87., 93.), aber Fryer hatte offenbar beschlossen, heute nicht mehr hinter sich zu greifen. "Ich dachte, der Ball sei schon draußen", lachte Wagner später. "Aber Fryer hat wohl andere Pläne gehabt."

Am Ende nickte Frankfurt den Sieg routiniert herunter. "Wir haben’s sauber gespielt", sagte Trainerin Niruak, die trotz Temperaturen um den Gefrierpunkt erstaunlich entspannt wirkte. "Drei verschiedene Torschützen - das ist immer ein gutes Zeichen." Dickschat dagegen stapfte mit verschränkten Armen vom Platz. "Wir lernen daraus", murmelte er.

Und das Publikum? Es applaudierte, als Linx sich trotz Niederlage noch einmal bedankte. Vielleicht, weil man spürte: Hier war mehr Herz als Glück. Frankfurt war schlicht reifer, cleverer - und ein bisschen abgebrühter.

Zum Schluss blieb der Reporter auf der Tribüne sitzen, sah den Bodenarbeitern beim Einrollen der Netze zu und hörte, wie ein Linx-Fan sagte: "Wenn wir so weiterspielen, gewinnen wir das Rückspiel. Vielleicht nicht auf dem Papier, aber im Herzen." Und wer weiß - vielleicht hat er recht. Fußball ist schließlich nicht nur Statistik, sondern auch Trotz. Und davon hat Linx reichlich.

15.07.643990 04:25
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