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4938 Zuschauer in der heimischen Arena des VfL Frohnlach erlebten an diesem kalten Januarabend eine Partie, die alles bot, was ein neutraler Fußballfan liebt - und was Frohnlacher Anhänger hassen: frühe Hoffnung, disziplinarische Dramen und am Ende ein bitteres 1:2 gegen clevere Gäste aus Hagenow. Es begann furios. Schon in der siebten Minute legte Jordi Frechaut los, als hätte er heimlich doppelt Espresso getrunken. Nach Vorarbeit von Noe Antonio knallte der Flügelmann den Ball mit links unter die Latte - 1:0! Die Frohnlacher Fans jubelten, die Bratwurstverkäufer kamen kaum nach. Trainerstimme aus der Coachingzone: "Genau so wollten wir anfangen!", rief ein euphorischer Assistent, während Coach Müller (so nannte ihn das Publikum liebevoll, obwohl er gar nicht Müller heißt) nur die Faust ballte. Doch die Euphorie hielt so lange wie ein Schneeball in der Sauna. Nur vier Minuten später trudelte ein Freistoß in den Strafraum, und Linksverteidiger Daniel Greiner von AWO Hagenow traf aus spitzem Winkel - 1:1. "Ich dachte erst, der Ball sei schon draußen", lachte Greiner später und fügte hinzu: "Aber wenn man einmal trifft, dann richtig." Die Vorlage kam von Nils Kirsch, dessen Flankenfuß an diesem Abend mehr Präzision zeigte als so mancher Chirurg. Die erste Halbzeit blieb danach ein offener Schlagabtausch. Frohnlach mit mehr Zug nach vorne (12 Torschüsse insgesamt), Hagenow mit leichtem Ballbesitzvorteil (52 Prozent). Besonders auffällig: der junge Eri Schmitt, der sich auf der rechten Seite in die Herzen der Fans dribbelte, aber das Tor nicht fand - gleich viermal scheiterte er am glänzend reagierenden Hagenower Keeper Ernesto Nunez. Nach der Pause wurde es ruppiger. In der 62. Minute notierte der Schiedsrichter Gelb für Luke Brady, zuvor hatte schon Torschütze Frechaut in der 28. Minute verwarnt werden müssen. Die Frohnlacher Körpersprache blieb kämpferisch, das Spiel aber zunehmend fahrig. Trainer Martin Schmittel von Hagenow, stets mit einem Grinsen auf den Lippen, kommentierte das Geschehen später trocken: "Wir wussten, dass Frohnlach irgendwann das Gaspedal zu tief drückt - wir mussten nur warten, bis der Motor heißläuft." Und er sollte recht behalten. In der 74. Minute dann der Moment, der das Spiel drehte: Louis Böttcher tankte sich über links durch, legte quer auf Peter Sestak - und der verwandelte eiskalt zum 1:2. Während die Hagenower jubelten, sank Frohnlachs Torwart Roberto Cabrero auf die Knie. "Das war zu einfach", murmelte er später in der Kabine. "Da standen wir wie die Hühner beim Eierlegen." Frohnlach versuchte, sich zurückzukämpfen. Nagel und Houghton setzten Akzente, Antonio versuchte es mit Distanzschüssen - aber das Tor blieb wie vernagelt. Und dann kam, was kommen musste: In der 84. Minute sah Frechaut nach einem übermotivierten Einsteigen die Gelb-Rote Karte. "Ich wollte nur den Ball - leider wollte der Ball mich nicht", erklärte er mit einem gequälten Grinsen. In Unterzahl fehlte Frohnlach die Kraft, noch einmal entscheidend zuzulegen. Hagenow verwaltete das Ergebnis souverän, verteidigte clever und nahm die drei Punkte mit auf die lange Rückfahrt gen Norden. "Wir haben heute aus wenig viel gemacht", bilanzierte Trainer Schmittel. "Das ist in dieser Liga manchmal der Unterschied zwischen Frust und Freude." Sein Gegenüber - der sichtlich bediente Frohnlacher Coach - sah das anders: "Wir waren nicht schlechter, nur unklüger. Und leider ist das im Fußball oft das Gleiche." Statistisch betrachtet war das Spiel tatsächlich ausgeglichen: Frohnlach mit mehr Abschlüssen (12:9), Hagenow mit etwas mehr Ballbesitz und der besseren Chancenverwertung. Disziplinarisch allerdings ein klarer Sieg für die Gäste - keine einzige Karte, während Frohnlach sich selbst dezimierte. Als die Flutlichtanlage erlosch, blieb im Stadion das Gefühl, dass hier mehr möglich gewesen wäre. Ein Fan fasste es beim Hinausgehen zusammen: "Schöne erste Halbzeit, blödes Ende - typisch Frohnlach." Und so reist Hagenow mit einem Lächeln, Frohnlach mit einer Lektion. Fußball kann grausam sein, aber immerhin war er an diesem Abend ehrlich: Wer seine Chancen nutzt, gewinnt. Wer sich selbst schwächt, verliert. Augenzwinkerndes Fazit des Autors: Wenn der VfL Frohnlach das nächste Mal wieder in Führung geht, sollten sie vielleicht zur Sicherheit gleich eine Gelb-Rote Karte beantragen - dann kommt das bittere Ende wenigstens nicht so überraschend. 30.06.643987 07:38 |
Sprücheklopfer
Nevio Scala ist ein phantastischer Trainer und er hat eine tolle Mannschaft. Dortmund wird ganz sicher Weltmeister!
Giovanni Trappatoni