Anpfiff
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Fröhlich trifft früh, Van Noppen antwortet - gerechtes Remis in Wusterwitz

Ein Abendspiel in der Regionalliga B, Flutlicht, 5848 Zuschauer, ein Hauch von Frühling in der Luft - und zwei Mannschaften, die sich partout nicht entscheiden konnten, wer den Sieg eigentlich mehr wollte. Am Ende trennten sich der FC Wusterwitz und Weddinghofen mit 1:1, ein Resultat, das beide Trainer auf die ihnen eigene Weise als "verdient" bezeichneten - der eine mit einem Lächeln, der andere mit einem genervten Kopfschütteln.

"Wir hätten das zweite Tor einfach machen müssen", knurrte Wusterwitz-Coach Tom Fritz nach Abpfiff. "Aber meine Jungs wollten das Spiel anscheinend erst schön machen, bevor sie’s entscheiden." Tatsächlich war sein Team von Beginn an die aktivere Elf. Schon in der 3. Minute prüfte Curt Fröhlich Weddinghofens Keeper O’Leary zum ersten Mal - ein kleiner Vorgeschmack auf das, was noch folgen sollte.

In der 11. Minute dann der Jubel: Finn Roth setzte sich auf rechts durch, flankte scharf in die Mitte, und Fröhlich drosch den Ball aus sieben Metern in die Maschen. 1:0 - verdient und mit Ansage. Der 22-jährige Mittelstürmer riss die Arme hoch, während Trainer Fritz an der Seitenlinie so tat, als wäre das alles Teil seines minutiösen Matchplans.

Doch wer dachte, Wusterwitz würde den Vorsprung ausbauen, wurde eines Besseren belehrt. Weddinghofen, bislang defensiv wie ein Schildkrötenpanzer, wagte sich nun aus der Deckung. In der 25. Minute scheiterte Stef Van Noppen noch an Keeper Zimmermann, vier Minuten später machte er’s besser. Nach feiner Vorarbeit von Antonio Drulic kam Van Noppen halblinks frei zum Schuss - trocken ins rechte Eck, 1:1. "Ich hab einfach nicht nachgedacht", grinste der Belgier später. "Wenn ich nachdenke, geht der Ball sonst wohin."

Das Spiel blieb bis zur Pause offen, mit leichten Vorteilen für Wusterwitz. 15 Torschüsse standen am Ende auf ihrem Konto, Weddinghofen brachte es nur auf sechs - aber eben auf den einen, der zählte. Besonders Hanns Konrad auf der linken Seite sorgte immer wieder für Betrieb, während der junge Dieter Mann (17) nach seiner Einwechslung zu Beginn der zweiten Hälfte gleich zwei gute Chancen liegen ließ. "Ich wollte’s zu genau machen", murmelte er entschuldigend, und sein Trainer klopfte ihm auf die Schulter: "Wenn du’s zu ungenau machst, sag ich auch was."

Weddinghofens Coach Luca Pappagalo zeigte sich derweil zufrieden mit der Defensivarbeit seiner Truppe. "Wir sind defensiv - und bleiben’s auch", sagte er trocken, als man ihn auf die fast durchgängig defensive Ausrichtung ansprach. Tatsächlich spielte seine Elf über 90 Minuten in einem taktischen Korsett, das eher an Parken als an Fußball erinnerte. Kein Pressing, keine Hektik, dafür aber viel Kompaktheit. Manchmal zu viel: Selbst der Linienrichter beschwerte sich scherzhaft, er sehe "nur noch Rückennummern mit der Acht davor".

In der Schlussphase warfen die Gastgeber noch einmal alles nach vorne. Der junge Walther Buchholz zog in der 68. Minute aus 20 Metern ab, knapp drüber. Finn Kern, eigentlich Rechtsverteidiger, versuchte es gleich zweimal aus der Distanz, während Weddinghofen auf Konter lauerte. Ein letzter Versuch von Dieter Mann in der 78. Minute strich hauchdünn am Pfosten vorbei - das hätte die Geschichte des Abends werden können.

Stattdessen blieb’s beim 1:1, das am Ende wohl beiden Seiten gerecht wurde. Wusterwitz hatte mehr vom Spiel, Weddinghofen die reifere Kontrolle. Die Statistik sprach von 44 Prozent Ballbesitz für die Hausherren und 56 für die Gäste - ein klassischer Fall von "viel Ball, wenig Punch".

Die Fans nahmen’s gelassen. Ein älterer Herr auf der Tribüne fasste es perfekt zusammen: "Das war so’n Spiel, da hätten sie noch drei Stunden weiterspielen können - und’s wär trotzdem 1:1 ausgegangen."

Trainer Fritz versprach nach dem Schlusspfiff, im nächsten Training "den Strafraum in zwei Teile zu teilen - einen zum Schießen und einen zum Denken". Pappagalo dagegen grinste nur: "Ein Punkt auswärts, keine Verletzten, keine rote Karte - was will man mehr?"

Und so rollten die Mannschaftsbusse in die Nacht, der eine Richtung Westen, der andere Richtung Tabellenmittelfeld. Der FC Wusterwitz bleibt offensiv bemüht, Weddinghofen bleibt defensiv konsequent - und die Regionalliga B bleibt ein Ort, an dem selbst ein 1:1 eine ganze Menge Geschichten erzählen kann.

Vielleicht nicht das aufregendste Spiel des Jahres, aber eines dieser Abende, an denen man lernt: Fußball ist manchmal wie das Leben - man rennt, man kämpft, man hofft, und am Ende steht’s unentschieden.

14.09.643993 16:55
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Otto Rehhagel
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