Anpfiff
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Fröhlich, Mann und Witte: Wusterwitz spielt Malchin schwindelig

Ein Freitagabend unter Flutlicht, 5050 Zuschauer, Regionalliga B, 14. Spieltag - und eine Mannschaft, die ihrem Namen alle Ehre machte: Der FC Wusterwitz wirbelte, grinste und siegte am Ende hochverdient mit 3:0 gegen den FSV Malchin. Wer zu spät kam, verpasste zwar das Warmmachen, aber nicht den Spaß: Die jungen Wusterwitzer boten eine Vorstellung, die irgendwo zwischen jugendlichem Übermut und taktischer Disziplin pendelte - und Malchin dabei aussehen ließ wie eine Mannschaft, die ihre Navi-App im Mittelfeld vergessen hatte.

Bereits nach 21 Minuten war klar, wohin der Abend laufen würde. Curt Fröhlich, 22, der Name ist Programm, lauerte im Strafraum, Finn Roth flankte mit chirurgischer Präzision - und Fröhlich nickte ein. 1:0. Trainer Tom Fritz ballte an der Seitenlinie die Faust, während Malchins Keeper Rafael Münch sich fragte, ob der Ball vielleicht durch ihn hindurchgegangen war. "Ich dachte, ich hätte ihn schon", murmelte Münch später achselzuckend.

Wusterwitz’ Offensive blieb auch danach auf Dauerfeuer. 20 Schüsse aufs Tor sprechen eine deutliche Sprache, auch wenn das Ergebnis zur Pause "nur" 1:0 lautete. Die Gäste aus Malchin - nominell mit leichtem Ballbesitzvorteil (51 Prozent) - wirkten, als hätten sie in der Kabine vergessen, was man mit Ballbesitz eigentlich anfängt. Ihre vier Torschüsse blieben so harmlos wie ein lauwarmer Kräutertee.

Kurz vor dem Pausenpfiff sah Innenverteidiger Marcel Voigt Gelb, ein 17-Jähriger mit dem Körperbau eines Gerüstbauers und der Spielfreude eines Straßenkickers. Er zuckte nur mit den Schultern: "Wenn man nicht hinlangt, kommt man hier gar nicht zum Zug." Trainer Fritz rief ihm ein mahnendes "Locker bleiben, Junge!" zu - und grinste dabei, als wüsste er, dass Voigt sowieso wieder als Erster in die Zweikämpfe fliegt.

Nach der Pause wurde es dann endgültig deutlich. In der 63. Minute machte der nächste Teenager auf sich aufmerksam: Dieter Mann, 17, nahm einen feinen Pass von Fröhlich auf, schob Münch den Ball durch die Beine und rannte jubelnd Richtung Eckfahne. "Ich hab gar nicht gesehen, dass der durchging", sagte Mann später schüchtern und suchte fast entschuldigend den Blick seines Trainers. Fritz klopfte ihm auf die Schulter: "So ist das, wenn man’s kann."

Sechs Minuten später, Minute 69, war es dann Rafael Witte, 18, der nach Vorarbeit von Walther Buchholz den Deckel draufsetzte. Ein präziser Schlenzer ins lange Eck - und das Stadion vibrierte. "Ich wollte eigentlich flanken", gab Witte lachend zu. "Aber wenn’s passt, passt’s."

Malchin versuchte danach, zumindest das Ehrentor zu erzwingen. Doch egal, ob Olaf Reichert (39.) oder Jürgen Werner (89.) - Wusterwitz-Keeper Ralph Steffens hatte einen dieser Abende, an denen selbst ein Volleyball durch seine Finger nicht ins Netz gefallen wäre.

Die Statistik erzählte die Geschichte eines fast perfekten Abends: 56 Prozent gewonnene Zweikämpfe, 20 Torschüsse, drei Tore - und das ohne überragenden Ballbesitz. Wusterwitz spielte einfach direkter, mutiger, entschlossener. Kurzpassspiel, wie es im Lehrbuch steht, während Malchin defensiv zwar "offensiv ausgerichtet" war, aber das Pressing offenbar nur vom Hörensagen kannte.

"Wir wollten kontrolliert bleiben, aber Wusterwitz hat uns laufen lassen", gestand FSV-Kapitän Joshua Warriner nach Abpfiff. Trainer Fritz grinste in die Mikrofone: "Die Jungs haben heute einfach Spaß gehabt. Ich musste in der Halbzeit eher bremsen als anschieben."

Und tatsächlich: Wer die Körpersprache der Wusterwitzer sah, wusste, dass sie gerade in einen Lauf geraten sind. Curt Fröhlich feuerte seine Mitspieler noch in der 85. Minute an, obwohl das Spiel längst entschieden war. Malchin dagegen wirkte, als zähle man innerlich schon die Kilometer bis zur Heimfahrt.

Als der Schlusspfiff ertönte, brandete Jubel auf. Die Fans sangen, die Spieler tanzten, und Trainer Fritz verschwand kurz in der Kabine - um mit einem Becher Apfelschorle zurückzukehren. "Dreimal getroffen, null kassiert - das nehm ich", sagte er trocken.

Ein Spiel, das Mut machte, nicht nur für Wusterwitz. Es war ein kleiner Beweis dafür, dass Leidenschaft und jugendliche Frechheit manchmal mehr bewirken als taktisches Lehrbuchwissen. Und während die Flutlichtanlage langsam herunterdimmte, hörte man aus einer Ecke des Stadions noch einen Fan rufen: "So spielt man Fußball, Jungs!" - und an diesem Abend hatte er einfach recht.

27.10.643990 11:21
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