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Freiburg zerlegt den KSV - ein Abend voller Lehrstücke im Wildpark

4000 Zuschauer im Karlsruher Wildpark erlebten am 5. Spieltag der Regionalliga A ein Lehrstück in Sachen Effizienz, Geduld und jugendlicher Frechheit. Der Gast aus Freiburg nahm die drei Punkte mit einem 4:1-Sieg mit nach Hause - und ließ den Karlsruher SV ratlos, aber immerhin nicht sprachlos zurück.

Schon in der vierten Minute wurde es laut. Freiburgs Andreas Gruber, gerade einmal 22, verwandelte den ersten ernsthaften Angriff eiskalt, nachdem Gustav Hafner von rechts eine butterweiche Flanke serviert hatte. "Ich wusste, dass er den Ball da hinlegt, wir üben das ja ständig - na ja, fast ständig", grinste Gruber später und verschwand mit einem Schokoriegel in der Hand in den Katakomben.

Während die Karlsruher noch nach Orientierung suchten, legte Janis Becker in der 17. Minute nach - und zwar so trocken, dass das Netz kaum Zeit hatte, sich zu bewegen. Die Vorlage kam von Tom Hübner, der mit 27 der "alte Hase" im Freiburger Mittelfeld ist, aber an diesem Abend so spritzig wirkte wie ein Teenager auf Energy-Drink.

Zur Halbzeit stand es 0:2 - und die Gesichter auf der Karlsruher Bank sagten alles. Trainer Detlev Zimmermann verschränkte die Arme, blickte auf den Rasen und murmelte später: "Wir wollten offensiv spielen, aber anscheinend hatten wir vergessen, dass man dafür den Ball braucht." Tatsächlich sprach die Statistik Bände: 47 Prozent Ballbesitz, sechs Torschüsse - und die meisten davon aus der Kategorie "Versuch war’s wert".

Nach der Pause kam kurz Hoffnung auf. In der 50. Minute traf Ellis Dennehy, 34 Jahre jung und noch immer mit der linken Klebe ausgestattet, nachdem Dylan Hartshorn ihn elegant freigespielt hatte. Das 1:3 war da, aber die Euphorie hielt exakt drei Minuten. Denn fast im Gegenzug zog Freiburgs Rui Zaera aus zentraler Position ab - und ließ Karlsruhes Keeper Tom Hamann nur noch die Wahl zwischen staunen oder winken. Er entschied sich für Letzteres.

"Das war so ein Schuss, den du einfach nur klatschen hören willst", meinte Freiburgs Trainerin Stefanie Becker nach dem Spiel, "Rui hat ihn perfekt getroffen, wie im Training - was selten genug vorkommt."

Spätestens nach Tom Hübners Treffer in der 53. Minute war die Messe gelesen. Der junge Werner Walter, 17 Jahre alt und mit einer Gelben Karte aus Halbzeit eins schon gezeichnet, hatte sich auf links durchgetankt und den Ball in den Rückraum gelegt. Hübner drosch ihn ins Eck, als wolle er ein Exempel statuieren.

Von da an spielte Freiburg die Zeit clever herunter. Kein wildes Pressing, kein unnötiges Risiko - einfach souverän, fast schon gelangweilt. 11 Torschüsse, 53 Prozent Ballbesitz, zwei Gelbe Karten und vier verschiedene Torschützen - das nennt man wohl mannschaftliche Geschlossenheit.

Karlsruhe dagegen kämpfte, rannte, grätschte - und sah dabei manchmal aus, als hätte man ihnen das Konzept "Raumaufteilung" gerade erst auf einem Flipchart erklärt. Ellis Dennehy traf später noch einmal das Außennetz, Luka Fritzsche verzog aus spitzem Winkel, und als der Schlusspfiff kam, klatschten die Fans trotzdem. Vielleicht aus Anstand, vielleicht aus Mitleid, vielleicht, weil sie wussten: Fußball kann manchmal grausam ehrlich sein.

"Wir haben’s einfach nicht auf den Platz gebracht", sagte Kapitän Joschua Giese, während er sich die Schuhe auszog. "Aber hey - wenigstens hat keiner sich verletzt." Zimmermann seufzte nur: "Wenigstens das."

Freiburgs Spieler dagegen feierten ausgelassen, Werner Walter posierte für Selfies und meinte verschmitzt: "Meine Eltern lassen mich morgen trotzdem zur Schule gehen." Ein Satz, der zeigt, wie jung dieses Team ist - und wie locker es spielt.

Am Ende blieb das Gefühl, dass Freiburg an diesem Abend einfach eine Nummer zu clever war. Karlsruhe wollte, aber konnte nicht. Freiburg konnte - und wollte auch. Und das macht im Fußball eben den Unterschied.

Detlev Zimmermann verabschiedete sich mit einem Schulterzucken: "Nächste Woche spielen wir wieder. Vielleicht ja mal mit dem Ball."

Und irgendwo auf der Tribüne sagte einer trocken: "Wenn sie den dann finden."

Ein Abend, der zeigt: Fußball ist manchmal nicht gerecht - aber immer unterhaltsam.

06.03.643987 18:20
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Ich bin Idealist. Wenn das Leben nicht so teuer wäre, würde ich alles umsonst machen.
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