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Eliteserien | 33. Spieltag | 13.09.26 | Fredrikstad BK - Grand Bodo 3:0 Die Gastgeber brauchten keine lange Aufwärmphase. Bereits in der 4. Minute schlug Daniel Grindheim zu. Asbjorn Giske bereitete den Treffer vor, und Grindheim vollendete als Mittelstürmer mit jener Entschlossenheit, die man sich von einem Angreifer wünscht - und von einem Verteidiger höchstens beim Rückwärtslaufen. Grand Bodo hatte den Abend offenbar mit einem anderen Drehbuch begonnen. Drei Minuten später stand es 2:0. Andres Rueda erhöhte nach Vorarbeit von David Henriquez, Fredrikstad spielte sich in einen Rausch, während Grand Bodo noch aussah, als müsse jemand dringend die Gebrauchsanweisung für diesen Fußballabend vorlesen. "Wir wollten von Beginn an zeigen, dass wir da sind", sagte Rueda später. "Nach sieben Minuten war das dann sogar für alle sichtbar." Tatsächlich war Fredrikstad von Beginn an die aktivere Mannschaft. Die Gastgeber kamen auf elf registrierte Torschüsse, Grand Bodo lediglich auf vier. Auch beim Ballbesitz hatte Fredrikstad die Nase vorn: 58,7 Prozent gegenüber 41,3 Prozent. In den Zweikämpfen setzte sich das Heimteam ebenfalls durch und kam auf eine Quote von 55,1 Prozent. Es war kein überhitztes Pressing-Festival, eher eine kontrollierte Vorführung. Fredrikstad blieb taktisch ausgewogen, spielte geduldig und suchte den Abschluss vor allem dann, wenn die Chance tatsächlich nach einer Chance aussah - eine im Profifußball erstaunlich vernünftige Idee. Grand Bodo trat zwar offensiv ausgerichtet an, blieb aber lange harmlos. Gunnar Herlovsen gab in der 27. Minute den ersten gefährlicheren Versuch der Gäste ab. Später probierten es noch Carl Roi und erneut Herlovsen, doch Torwart Martin Flo musste an diesem Abend vor allem aufmerksam bleiben und nicht aus Langeweile die Eckfahnen zählen. "Wir hatten zu wenig Zugriff und waren bei den ersten beiden Gegentoren zu höflich", erklärte der Trainer von Grand Bodo nach dem Spiel. "Fredrikstad hat diese Einladung leider angenommen." Sein Gegenüber blieb naturgemäß entspannter: "Wir haben das Spiel nicht spektakulär, aber sehr erwachsen kontrolliert", sagte der Fredrikstad-Trainer. "Und Daniel hatte heute offenbar beschlossen, dass ein Tor nicht genug ist." Der Trainer sollte recht behalten. In der 63. Minute machte Grindheim seinen zweiten Treffer und stellte auf 3:0. Marius Berg lieferte die Vorlage, Grindheim blieb vor dem Tor cool. Sein Abschluss war der logische Höhepunkt eines Abends, an dem Fredrikstad immer wieder gefährlich wurde, ohne in blinden Aktionismus zu verfallen. "Beim zweiten Tor habe ich kurz überlegt, ob ich den Ball abspielen soll", sagte Grindheim mit einem Grinsen. "Dann fiel mir ein, dass ich Stürmer bin." Die 16.890 Zuschauer quittierten diese Entscheidung mit großem Wohlwollen. Grand Bodo kam in der Schlussphase noch zu zwei Versuchen durch Herlovsen, doch eine Wende lag ungefähr so fern wie ein ruhiger Abend auf einer Fußballtribüne. In der Nachspielzeit sah Fredrikstads Ragnhild Lydersen noch die Gelbe Karte. Mehr Dramatik war nicht mehr vorgesehen. Fredrikstad gewinnt verdient 3:0, Grindheim wird zum Mann des Abends - und Grand Bodo nimmt immerhin die Erkenntnis mit nach Hause, dass 41,3 Prozent Ballbesitz auch dann nicht automatisch gefährlich sind, wenn man offensiv aufgestellt ist. 13.09.2026 21:07 |
Sprücheklopfer
Wunderschön, mit dem Außenspann, teilweise mit dem Vollspann.
Günter Netzer