Diarios de Futbol
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Franja Danubio triumphiert im Nervenkrimi - Fenix verbrennt im Elfmeterschießen

79500 Zuschauer im Stadion von Capurro erlebten am Mittwochabend ein Finale der "Challenger League", das in die Geschichtsbücher eingehen dürfte - zumindest in die mit vielen Eselsohren. Nach 120 Minuten, zwei roten Gesichtern und einem roten Karton stand es 2:2, bevor Franja Danubio im Elfmeterschießen mit 7:5 die Oberhand behielt. Capurro Fenix kämpfte mit Herz, Verstand und später nur noch zu zehnt, doch am Ende fehlte das Quäntchen Glück - oder, wie Trainer Andreas Kessler es trocken formulierte: "Wir haben das Tor getroffen, nur leider zu selten, wenn’s gezählt hätte."

Das Spiel begann mit einem Paukenschlag. Bereits in der siebten Minute zappelte der Ball im Netz der Gäste. Nuno Forque, der rechte Flügelflitzer, vollendete eine butterweiche Flanke von Duarte Jordao - damals noch auf dem Platz und nicht, wie später, unter der Dusche nach einem roten Karton. Die Fenix-Fans tobten, Feuerwerk erhellte den Nachthimmel, und selbst der Stadionsprecher brauchte kurz Luft, um die ganze Euphorie unterzubringen.

Doch Franja Danubio zeigte, warum sie als "Comeback-Könige" der Liga gelten. In der 30. Minute fasste sich Felipe Guillen ein Herz, legte quer auf Freddie Johnstone, und der Engländer schob mit der Ruhe eines Mannes, der schon weiß, dass sein Anzug für die Siegerehrung sitzt, zum Ausgleich ein. Nur eine Minute später wiederholte sich das Schauspiel - diesmal Johnstone selbst der Vollstrecker, Adriano de Vivar der Lieferant. Innerhalb von fünf Minuten war der Spielstand gekippt, und die 79500 im Stadion schwiegen kurz - bis Albert Esteve in der 31. Minute mit einem satten Linksschuss wieder Gleichstand herstellte.

"Da war der Ball so heiß, dass er fast gekokelt hat", grinste Esteve später. Und tatsächlich, in diesen wilden 10 Minuten war mehr los als in mancher ganzen Saisonhälfte.

Danach beruhigte sich das Geschehen - ein bisschen. Franja verlor früh den Abwehrchef Felix Rieger (Verletzung in der 20. Minute), und Ersatzmann Stig Jörgensen kam, sah und foulte. Leandro Moreno hatte gleich zu Beginn Gelb gesehen (3.), was ihn immerhin davor bewahrte, später noch härter zuzupacken. Das Spiel blieb offen, intensiv und, wie es sich für ein Finale gehört, nervenaufreibend.

Statistisch war es ein Duell auf Augenhöhe: 25 zu 22 Torschüsse, 48 zu 52 Prozent Ballbesitz - Zahlen, die zeigen, wie eng der Tanz war. Beide Teams spielten offensiv, Fenix über die Flügel, Danubio durch die Mitte. "Wir wollten sie überrollen, sie wollten uns auskontern - am Ende haben wir uns gegenseitig überrollt", meinte Danubio-Coach Diego Cristilli halb lachend, halb erleichtert.

Die zweite Halbzeit brachte Chancen im Minutentakt, aber keine Tore mehr. Fenix hatte durch Amaury Barros mehr Abschlüsse als man zählen konnte, doch der Ball wollte einfach nicht rein. In der 92. Minute kam dann der Bruch: Duarte Jordao, der Vorlagengeber des ersten Tores, sah Rot - eine Grätsche, halb Ball, halb Mensch, ganz unnötig. "Ich wollte nur den Ball treffen, aber der Ball war schneller", entschuldigte sich der Portugiese kleinlaut.

In der Verlängerung schwanden die Kräfte, das Drama aber nicht. Gelbe Karten für Nicolita (107.) und Esteve (109.) zeigten, dass Fenix weiter kämpfte, aber auch Franja Danubio blieb bissig. Johnstone, mittlerweile mit dem Adrenalin eines Marathonläufers, prüfte Keeper Vicente Lomban mehrfach - vergeblich.

Dann das Elfmeterschießen. Die Luft vibrierte, die Fans hielten den Atem an. Fenix begann stark, Capucho traf, Esteve ebenso, Carreras auch. Doch Amaury Barros, der sich in 120 Minuten müde geschossen hatte, vergab den ersten Versuch, und Nuno Forque, der frühe Held, scheiterte als zweiter. Auf der anderen Seite verwandelten Reece Chamberlain, Humberto Assis, Jermolai Schewzow, Adriano de Vivar und Charles Armstrong eiskalt. 7:5 nach Elfmetern - Franja Danubio jubelte, Fenix sank zu Boden.

"Ich hatte das Gefühl, der Ball fliegt in Zeitlupe - und leider flog er vorbei", sagte Forque später selbstironisch. Trainer Kessler nahm es sportlich: "Wenn du so verlierst, darfst du dich trotzdem als Sieger fühlen - zumindest moralisch. Aber moralische Pokale verstauben schneller."

Franja-Coach Cristilli dagegen schwärmte: "Wir haben heute nicht nur gewonnen, wir haben überlebt."

So endete ein Finale, das mehr Drama bot als jede Fernsehserie: mit Tränen, Trost, und einer Trophäe, die in Händen gehalten wurde, als wären es Porzellanpuppen. Nur eine Frage blieb offen: Wie lange braucht Capurro Fenix, um aus der Asche wieder aufzustehen?

Einer aus der Fankurve rief beim Abgang: "Beim nächsten Mal treffen wir auch den Ball!" - und vielleicht war das der Satz des Abends.

25.04.643990 01:01
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