Anpfiff
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Fortuna-Feuerwerk: Chemnitz zerlegt Heidenheim mit 4:0

Chemnitz - Ein kalter Januarabend, Flutlicht, 19.742 Zuschauer - und ein Fortuna-Team, das offenbar beschlossen hatte, die Feiertagsruhe mit einem Offensivgewitter zu beenden. Beim 4:0 (1:0) über den 1. FC Heidenheim verwandelte Fortuna Chemnitz das Stadion an der Gellertstraße in ein Tollhaus aus Jubel, Erleichterung und ungläubigem Staunen.

Von der ersten Minute an war klar: Hier will jemand zeigen, dass Tabellenmittelfeld nicht genug ist. Schon nach drei Minuten prüfte Lewis McGowan den Heidenheimer Keeper Vincent Lockhart mit einem Schuss, der mehr Wucht als Zielgenauigkeit hatte. "Ich wollte nur mal schauen, ob er wach ist", grinste McGowan später. Lockhart war wach - das sollte er an diesem Abend noch öfter unter Beweis stellen müssen.

Fortuna spielte mutig, offensiv, mit viel Bewegung über die Flügel. Besonders auffällig: Elmo Vanderzee, der rechte Mittelfeldmotor mit der Ruhe eines Schachspielers und dem rechten Fuß eines Geigers. In der 27. Minute war es dann soweit: Nach einer butterweichen Hereingabe von Ewan Finnan zog Vanderzee volley ab - 1:0! Der Ball zischte wie an der Schnur gezogen ins lange Eck. "Ich hab’ einfach draufgehalten", sagte Vanderzee trocken. Trainer Maik Oberländer kommentierte mit einem Schmunzeln: "Wenn er das im Training so macht, landet der Ball auf dem Parkplatz."

Heidenheim versuchte, zurückzufinden, blieb aber harmlos. Drei magere Torschüsse in 90 Minuten sprechen Bände. "Wir wollten offensiv auftreten", erklärte Gästecoach Tino Körber später, "aber anscheinend hat das nur unsere Taktiktafel verstanden."

Nach dem Seitenwechsel rollte das Fortuna-Karussell erst richtig an. Joel Browning, der bullige Mittelstürmer, rackerte unermüdlich, ließ sich fallen, zog Verteidiger raus - und traf schließlich in der 68. Minute selbst. Nach feinem Zuspiel von Rechtsverteidiger Filipe Couto schob er überlegt zum 2:0 ein. "Ich hab nur den Fuß hingehalten", meinte Browning bescheiden. Oberländer entgegnete lachend: "Das war der teuerste ausgestreckte Fuß des Abends."

Heidenheim taumelte, Fortuna witterte Blut. Nur vier Minuten später erhöhte Lewis McGowan auf 3:0, nachdem Innenverteidiger Asier Ordono (!) den Angriff eingeleitet hatte - ein Sinnbild für den Chemnitzer Abend: selbst die Abwehr hatte Lust auf Offensivfußball. McGowan jubelte mit ausgestreckten Armen vor der Kurve, die Fans sangen und klatschten in der kalten Januarluft.

Und als die Gäste endgültig aufgaben, kam der Moment des jungen Stephane Dumont. Gerade erst für Browning eingewechselt, stand er in der 79. Minute goldrichtig. Vanderzee flankte, Dumont stieg hoch, köpfte ein - 4:0. Die pure Freude, das Stadion tobte. "Ich hab das Gefühl, Chemnitz hat heute Abend kurz vergessen, dass es Winter ist", sagte ein Fan, während er sich den Schal ins Gesicht zog.

Statistisch war das Spiel fast ausgeglichen im Ballbesitz (51 zu 49 Prozent), aber die Zahlen lügen nicht: 22 zu 3 Torschüsse für Fortuna, dazu eine Zweikampfquote von 57 Prozent. Heidenheim kam nie wirklich ins Rollen, agierte trotz offensiver Ausrichtung erstaunlich zahnlos. Selbst als Benjamin Fairchild in der 65. Minute die Gelbe Karte sah, schien das mehr aus Frust als aus Kampfgeist zu geschehen.

Die Fortuna dagegen zeigte, was passiert, wenn Spielfreude auf Effizienz trifft. Oberländer lobte sein Team: "Das war heute erwachsen, variabel und gnadenlos. Ich hab selten so viele gute Entscheidungen in einem Spiel gesehen - und das von denselben Jungs, die letzte Woche noch vergessen haben, dass man Tore nur mit dem Ball schießt."

Auf der anderen Seite wirkte Körber ratlos: "Uns hat der Zugriff gefehlt, und ehrlich gesagt auch der Glaube. Nach dem 2:0 war’s mental vorbei."

Zum Schluss gab’s noch eine Gelbe Karte für Richard Ivana in der 90. Minute - eine Art Erinnerung daran, dass selbst perfekte Abende kleine Makel brauchen.

Chemnitz verabschiedete sich mit stehenden Ovationen, Heidenheim trottete in die Kabine, und die Fortuna-Fans sangen noch lange nach Abpfiff. Ein Abend, der in Erinnerung bleibt - nicht, weil er knapp oder spannend war, sondern weil er zeigte, wie schön Fußball sein kann, wenn alles zusammenpasst.

Oder wie es McGowan beim Hinausgehen formulierte: "Manchmal läuft’s einfach. Heute war so ein Tag."

Und wer weiß - vielleicht war dieser frostige Januarabend der Moment, an dem Fortuna Chemnitz sich heimlich vornahm, in dieser Saison etwas Größeres zu starten.

08.04.643987 16:03
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Ich bin Optimist. Sogar meine Blutgruppe ist positiv.
Toni Polster
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