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Foresters verschenken Sieg - Canaries pfeifen auf Statistik

Die 12.500 Zuschauer im City Ground erlebten am Dienstagabend ein Spiel, das man getrost als Lehrbuchbeispiel für verpasste Chancen und späte Strafen bezeichnen kann. Nottingham Foresters und Norwich Canaries trennten sich 2:2 - ein Ergebnis, das beide Seiten irgendwie enttäuscht zurückließ.

Dabei hatte alles nach einem Heimsieg ausgesehen. Schon in der 9. Minute brachte der 19-jährige Brandon Hunt die Canaries in Führung. Ein Schuss aus zwanzig Metern, flach, präzise, und Foresters-Keeper Riley Adams streckte sich vergeblich. "Ich dachte, der Ball sei schon draußen", murmelte Adams später kleinlaut. Ognjen Ergic, der linke Verteidiger, hatte den Angriff mit einem energischen Vorstoß eingeleitet - Norwich zeigte früh, dass man nicht zum Sightseeing angereist war.

Doch Nottingham reagierte postwendend: Nur eine Minute später tunnelte Liam Primes den Canaries-Schlussmann Urban Winther nach Vorlage von Innenverteidiger Nevio Gomes. 1:1, und die Tribünen bebten. Trainer Leon Löwe, mit verschränkten Armen in der Coaching-Zone, grinste zufrieden. "So stelle ich mir eine Antwort vor", knurrte er nach dem Spiel, "keine langen Reden, einfach Ball rein."

Die Foresters übernahmen nun das Kommando, auch wenn sie mit nur 42 Prozent Ballbesitz statistisch die Gäste gewähren ließen. Dafür waren ihre Aktionen zwingender: In der 24. Minute schlug Primes erneut zu. Diesmal hatte Linksverteidiger Lewis Gady nach einem beherzten Sprint die Flanke punktgenau serviert, und Primes nickte wuchtig ein - 2:1. "Ich hab’ gar nicht gezielt", lachte Gady später, "ich hab einfach reingehauen, und Liam stand da, wo’s weh tut."

Norwich wirkte geschockt, verteidigte fahrig und verlegte sich auf Ballgeschiebe, das zwar 58 Prozent Ballbesitz brachte, aber kaum Gefahr erzeugte. Brandon Hunt versuchte es immer wieder aus der Distanz, doch Adams parierte mehrfach stark. In der 44. Minute köpfte Joel Washington knapp vorbei, und der Halbzeitpfiff rettete die Foresters in die Pause.

In der zweiten Hälfte stellten beide Teams kaum um - Löwe ließ offensiv spielen, Norwich-Coach Mister Unbekannt (ja, so stand es tatsächlich in der Spielerliste) vertraute seinem offensiven Konzept. Das Spiel wurde ruppiger, aber nicht unfair. Erst in der 70. Minute wechselte Nottingham dreifach: Bostwick, Greaves und Johansson kamen für Varela, O’Leary und Young. "Ich wollte frische Beine und alte Nerven", erklärte Löwe.

Doch die frischen Beine brachten eher Nervosität. Norwich drückte, Joao Gonzalo und Miguel Garcia wirbelten über die Flügel, und Oscar Craven verfehlte in der 86. Minute aus fünf Metern das leere Tor - die Foresters-Fans konnten es kaum glauben. "Ich dachte, er trifft das Stadiondach", witzelte Adams später.

Dann kam, was kommen musste: In der 81. Minute - ja, Norwich schoss tatsächlich nach der 80. - war es wieder Brandon Hunt, der nach Zuspiel von Miguel Garcia den Ball humorlos ins Netz drosch. 2:2. Ein Teenager, zwei Tore, und ein Stadion voller ratloser Gesichter.

In den Schlussminuten versuchte Nottingham noch einmal alles, aber Urban Winther parierte glänzend gegen Luís Ferreira (69.) und Primes (90.+1). Die einzige Karte des Abends sah Washington in der Nachspielzeit für ein taktisches Foul - offenbar war ihm langweilig geworden.

Statistisch war Norwich das aktivere Team: 13 Schüsse aufs Tor, 58 Prozent Ballbesitz, eine leicht bessere Zweikampfquote (50,6 zu 49,4 Prozent). Doch die Foresters hatten die klareren Chancen und das Momentum - bis sie es wieder hergaben.

"Das fühlt sich an wie eine Niederlage", knurrte Primes nach Abpfiff, während Hunt, kaum alt genug für ein Bier, strahlte: "Ich hab einfach draufgehalten. Wenn man nichts riskiert, trifft man nie." Trainer Löwe schüttelte den Kopf: "Wir haben uns selbst geschlagen. Zweimal führen und dann so ein Ende - das ist wie ein Krimi ohne Täter."

Mister Unbekannt blieb seiner geheimnisvollen Art treu: "It’s football," sagte er knapp, bevor er in der Kabine verschwand.

So endete ein Abend, an dem Nottingham zwar zwei Tore, aber drei Punkte verschenkte, und Norwich bewies, dass Ballbesitz allein kein Spiel gewinnt - manchmal reicht ein 19-Jähriger mit Mut und einem präzisen Schuss.

Und irgendwo im City Ground hörte man noch einen Zuschauer murmeln: "Wenn die Foresters so weitermachen, brauchen sie bald mehr als Statistik - vielleicht einfach ein bisschen Glück."

14.06.643993 07:51
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