// Startseite
| Football Today |
| +++ Sportzeitung für England +++ |
|
|
|
Was für ein Abend im City Ground! 12 500 Zuschauer erlebten am Valentinstag ein Fußballspiel, das alles hatte: frühe Liebe, späten Nervenkitzel und zwischendurch reichlich Herzrasen. Am Ende jubelten die Nottingham Foresters über ein 3:2 gegen Crewe Alexandra - ein Ergebnis, das knapper klingt, als es lange war. Die Gastgeber legten los, als hätten sie es eilig, noch vor der Sperrstunde fertig zu werden. Schon in der 6. Minute klingelte es: Liam Primes, der flinke Rechtsaußen mit der Dynamik eines Espresso‑Doppels, traf nach Vorlage von Linksverteidiger Lewis Gady. Trainer Leon Löwe grinste später: "Ich hab Liam gesagt, er soll einfach mal draufhalten. Dass er gleich so trifft, war dann wohl Zufall - ein schöner Zufall." Sechs Minuten später machte Max Prentiss da weiter, wo Primes aufgehört hatte. Nach Zuspiel von Lucas Bloomfield schob der Mittelstürmer überlegt zum 2:0 ein. Die Foresters spielten offensiv, fast übermütig, während Crewe noch mit der eigenen Ordnung kämpfte - oder, um es mit Coach Urs Lustig zu sagen: "Wir hatten den Bus geparkt, nur leider waren die Türen noch offen." Doch Crewe wäre nicht Crewe, wenn sie nicht irgendwann die Handbremse gelöst hätten. Ein gelber Karton für Abwehrchef Evan Hathaway (5.) hatte die Defensive früh verunsichert, doch kurz vor der Pause kam Hoffnung auf. In der 44. Minute verkürzte Billy Ackland nach feiner Vorlage von Jacob Clancy - ein sehenswerter Treffer, der auch die 300 mitgereisten Fans aus Crewe aus ihrer Februarkälte riss. Die zweite Halbzeit begann taktisch unverändert: Nottingham blieb offensiv, Crewe abwartend. "Wir wollten nicht in Schönheit sterben", erklärte Löwe. "Also lieber weiter nach vorne spielen." In der 62. Minute belohnte Lucas Bloomfield diesen Mut, als er nach Pass von Michael Lansbury zum 3:1 traf - ein Tor, das den Foresters scheinbar Sicherheit gab. Doch wer dachte, das Spiel sei entschieden, unterschätzte die zähe Ader der Gäste. Lustig brachte in der 60. Minute mit Reece Smith und Ethan Devaney frische Kräfte, während Nottingham später (82.) Bloomfield und Lansbury vom Feld nahm. Der Rhythmus kippte leicht, und Crewe witterte ihre Chance. Die Statistik zeigte zwar 52 Prozent Ballbesitz für die Gäste, doch wirklich gefährlich wurden sie selten. Nottingham hatte doppelt so viele Torschüsse (12:6) - aber Crewe hatte das letzte Wort: In der 88. Minute traf Benjamin Bloomfield, der jüngere Bruder von Lucas, zum 3:2. Ein Familienmoment mit tragikomischer Note. "Ich hab ihn vorher noch geneckt, dass er heute nichts reißen wird", lachte Lucas Bloomfield nach dem Spiel. "Jetzt muss ich ihm wohl das Abendessen zahlen." Die letzten Minuten wurden zur Nervenprobe. Keeper Riley Adams faustete, was zu fausten war, während Trainer Löwe an der Seitenlinie hektischer gestikulierte als ein Dirigent im Crescendo. Als Schiedsrichter Howard endlich abpfiff, fiel ihm sichtbar ein Stein vom Herzen. "Das war kein Spiel für schwache Herzen", keuchte Löwe später. "Aber wer Foresters‑Fan ist, hat sowieso schon ein starkes." Auch Urs Lustig fand trotz Niederlage versöhnliche Worte: "Wir haben Lehrgeld bezahlt - und vielleicht auch ein bisschen Eintritt für ein gutes Spiel." Die Zuschauer quittierten den Abend mit Applaus und einem Schmunzeln. Nottingham bleibt mit diesem Sieg oben dran, während Crewe weiter nach Konstanz sucht. Ein kleines Highlight am Rande: Als der Stadionsprecher nach dem Schlusspfiff die Torschützen verlas, rief ein Fan: "Alle Bloomfields, helft uns nächste Woche auch!" - und sorgte für ein kollektives Lachen auf den Tribünen. So blieb ein Spiel in Erinnerung, das man keinem Statistikbogen gerecht wird: viel Tempo, etwas Chaos, und ein Hauch Familienkomödie. Oder, wie Außenverteidiger Gady es trocken zusammenfasste: "Drei Punkte sind drei Punkte - auch wenn sie uns zehn graue Haare kosten." Ein Fazit, das vermutlich jeder im Stadion unterschreiben konnte. 18.08.643990 23:59 |
Sprücheklopfer
In der Mannschaft wissen natürlich alle, dass der Paul Breitner ein Arschloch ist, nur sagt es keiner offiziell.
Rudi Völler bei der EM 1988 über den Dauernörgler