Tuttosport
+++ Sportzeitung für Italien +++

Foggia im freien Fall - Gela tanzt auf den Trümmern des Traditionsklubs

Es war einer dieser Abende, an denen 40.000 Menschen im Stadio Pino Zaccheria den Atem anhalten - und am Ende kollektiv seufzen. AS Foggia ging mit großem Herzen, aber kleinem Ertrag ins 13. Spiel der Serie A. Heraus kam ein 0:3 gegen Gela, das so deutlich war, wie es auf der Anzeigetafel stand - und vielleicht sogar noch höflich.

Schon die ersten Minuten deuteten an, wohin die Reise gehen würde. Foggias Stürmer Neno Jarni prüfte in der dritten Minute Gelas Torhüter Willem Veeder - und das war’s dann auch fast schon mit der Offensivfreude der Gastgeber. "Wir wollten kompakt stehen und auf Konter lauern", erklärte Trainer Giovanni Mirabella später mit einem Gesichtsausdruck zwischen Philosophie und Verzweiflung. "Leider kamen wir nie in die Zone, wo man kontern kann."

Gela dagegen spielte, als ginge es um ein Sommerfest. Offensives Alignment, ausgewogenes Passspiel, kein Pressing, aber eine unglaubliche Leichtigkeit im Angriff. Besonders Javier Garcia, der 31-jährige Mittelstürmer, hatte seinen Spaß. In der 38. Minute verwandelte er eine flache Hereingabe von Marco Frechaut - 0:1. Der Jubel? Eher ein entspanntes Nicken, als hätte er gerade den dritten Espresso des Tages bestellt.

"Javier ist ein Spieler, der riecht, wann der Ball kommt", schwärmte Gästetrainer Michael Müller nach dem Spiel. "Manchmal glaube ich, er hat eine eigene WLAN-Verbindung zum Spielgeschehen."

Foggia, mit über 51 Prozent Ballbesitz und trotzdem ohne Ideen, wirkte wie ein Auto, das im Leerlauf Gas gibt. Zwei Torschüsse in 90 Minuten - das ist nicht einmal eine Bewerbung für den Amateurpokal. Der Gegner hingegen feuerte 14 Schüsse ab, ein Dutzend Mal näherte man sich gefährlich dem Tor von Archie Almond, der trotz dreier Gegentreffer noch zu den Besseren zählte.

Nach der Pause kam es dann knüppeldick: Wieder Garcia, diesmal in der 55. Minute, nach schöner Vorarbeit von Dennis Bedard. 0:2 - und kaum hatte sich Foggia gesammelt, klingelte es erneut. Nur eine Minute später zimmerte Julien Matthieu den Ball unter die Latte, Vorlage von Innenverteidiger Gabriele Colombo. 0:3, und das mit einer Nonchalance, die die Heimfans zwischen Fassungslosigkeit und höflichem Applaus schwanken ließ.

In dieser Phase erinnerte Foggia an eine Mannschaft, die sich fragt, ob sie das falsche Drehbuch bekommen hat. Als in der 52. Minute auch noch der junge Abwehrmann Giulio Celico verletzt vom Feld musste, schien das Schicksal endgültig entschieden. Ersatzmann Roger Stanton versuchte, Ordnung reinzubringen - vergebens.

"Wir wollten nach der Pause mutiger werden", murmelte Mirabella, "aber manchmal willst du schwimmen, und das Meer zieht dich einfach raus."

Gela dagegen spielte weiter mit Lust. Rechtsverteidiger Samuel Perlman prüfte gleich zweimal hintereinander den Torwart (46. und 47. Minute), als wolle er nur testen, ob der Foggia-Keeper noch wach ist. Selbst als Müller in der 90. Minute zwei Spieler auswechselte - Licka und Garcia (Carl, nicht Javier) kamen spät rein - blieb der Rhythmus gleich: sicher, ruhig, überlegen.

Gelb gab’s auch: Filipe Semedo sah in der 25. Minute die erste Karte, Licka und Carl Garcia kassierten in der Nachspielzeit Nummer zwei und drei. Es war fast, als wollten sie beweisen, dass sie wenigstens in der Statistik Abwechslung bringen.

Nach dem Spiel stand Javier Garcia, Doppeltorschütze und Mann des Abends, schmunzelnd vor den Kameras. "Ich hatte heute einfach Spaß", sagte er. "Und wenn man Spaß hat, trifft man eben." - Eine einfache Formel, die Foggia derzeit wohl gern in die eigene Kabine hängen würde.

Trainer Müller grinste breit: "Ich habe den Jungs gesagt, sie sollen den Ball lieben. Heute war’s eine Liebesgeschichte mit Happy End."

Und Foggia? Die Fans applaudierten tapfer, vielleicht aus Mitleid, vielleicht aus Gewohnheit. In der Kurve hörte man einen älteren Herrn murmeln: "Früher haben wir solche Spiele gewonnen." Neben ihm antwortete jemand trocken: "Früher war auch der Rasen grüner."

Am Ende blieb ein klarer Befund: Gela hat sich mit schnörkellosem Offensivfußball in die Herzen der Neutralen gespielt, während Foggia dringend Antworten sucht - oder wenigstens einen Plan B, der nicht "lange Bälle und hoffen" heißt.

Giovanni Mirabella verabschiedete sich mit den Worten: "Wir werden daran wachsen." Hoffentlich bald - sonst wächst vor allem der Abstand zur Tabelle.

Und irgendwo in der Nacht von Foggia, während die Stadionlichter ausgehen, dürfte Javier Garcia leise gelächelt haben. Drei Tore? Nein, nur zwei. Aber manchmal reicht schon das Gefühl, dass man einem ganzen Stadion gezeigt hat, wie einfach Fußball aussehen kann, wenn man ihn versteht.

15.10.643990 20:55
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Geld schießt keine Tore.
Otto Rehhagel
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager