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Floridsdorf verliert Führung - Hainburg dreht das Spiel mit britischem Charme

Was für ein Abend im Floridsdorfer Stadion! 16.000 Zuschauer erlebten ein Spiel, das schon in der ersten Minute Fahrt aufnahm - und zwar so rasant, dass selbst die Bratwurstverkäufer kurz das Zapfen vergaßen. Am Ende jubelten die Gäste vom FK Hainburg über ein 2:1, während der FC Floridsdorf ratlos auf den Rasen starrte.

Kaum hatte Schiedsrichter Koller angepfiffen, da zappelte der Ball auch schon im Netz der Hainburger. David Heinemann, der linke Mittelfeldmann der Floridsdorfer, nutzte eine frühe Unachtsamkeit eiskalt aus. "Ich hab einfach draufgehalten - da war ja noch Tau auf dem Rasen", grinste Heinemann später. Und als Vorlagegeber Guillermo Mourino mit ausgestrecktem Zeigefinger Richtung Himmel jubelte, fühlte es sich eine halbe Minute lang so an, als würde Floridsdorf den Tabellenzweiten aus Hainburg überrollen.

Doch die Realität war weniger romantisch. Hainburg schüttelte sich kurz, wie ein Boxer nach einem unerwarteten Treffer, und übernahm dann das Kommando. Schon in der 17. Minute traf Rhys Warrington nach mustergültiger Flanke von Oliver Erdmann zum Ausgleich. "Wir wussten, dass Floridsdorf am Anfang gerne wild draufgeht. Danach war’s unser Spiel", sagte Hainburgs Trainer Andreas Swoboida trocken.

Von da an entwickelte sich ein einseitiges Schussfestival: ganze 16 Torschüsse feuerten die Gäste ab - gegen magere vier der Hausherren. Ballbesitz? 48 Prozent für Hainburg, gefühlt aber 80, weil Floridsdorf kaum noch über die Mittellinie kam. Die Tackling-Quote von 55 Prozent zugunsten der Gäste erzählte den Rest der Geschichte: Hainburg biss sich in jedes Duell, während Floridsdorf langsam die Ordnung verlor.

Das 1:2 fiel dann direkt nach der Pause, in der 46. Minute. Walter Bock spielte einen klugen Pass zwischen die Linien, und Alexander Carey - zuvor schon umtriebig wie ein Terrier - verwandelte aus spitzem Winkel. Ein Treffer mit Ansage. "Ich hab Carey in der Kabine gesagt: Du kriegst noch deine Szene", verriet Swoboida später und zwinkerte.

Floridsdorfs Trainer David Neumann dagegen rang nach Worten. "Wir wollten kompakt bleiben, aber nach der Pause… nun ja, kompakt waren da nur noch unsere Gesichter." Seine Mannschaft fand keine Antwort, kein Tempo, keine Idee. Der Versuch, über Simon Lang und Carsten Reiter noch Druck aufzubauen, verpuffte spätestens an Hainburgs Innenverteidiger Gerard Bettencourt - der sich in der 75. Minute zwar Gelb abholte, ansonsten aber wie eine Wand stand.

In der 70. Minute brachte Swoboida den jungen Gustav Peters für Carey. Der Neue wirbelte sofort, traf zwar nicht, sorgte aber für jene Unruhe, die Floridsdorf endgültig den Zahn zog. Später kamen noch Eri Lohmann (80.) und Sascha Grossmann (85.) - frische Beine für ein Team, das den Sieg nicht mehr hergab.

Floridsdorf versuchte es noch einmal in der Schlussphase. In der 87. Minute setzte Simon Lang einen Schuss ans Außennetz, und Timm Rohde kassierte kurz darauf Gelb, wohl aus Frust über die vergeblichen Mühen. Neben dem Spielfeld hörte man einen Fan rufen: "Das war doch kein Foul, das war Verzweiflung!" - ein Satz, der das Spiel der Heimmannschaft treffend zusammenfasst.

Nach dem Abpfiff standen zwei Mannschaften mit völlig unterschiedlicher Körpersprache auf dem Platz. Die Hainburger jubelten geschlossen vor ihren Fans, Carey und Warrington im Arm, während Floridsdorfs Spieler in Grüppchen Richtung Kabine trotteten. "Wir haben einfach zu wenig gemacht aus dem frühen Tor", murmelte Heinemann noch, ehe er im Spielertunnel verschwand.

In der Kabine der Gäste dagegen schallte lautes Gelächter. "Floridsdorf hat uns ja eingeladen, mitzuspielen - wir haben nur höflich angenommen", witzelte James Beglin, der rechte Mittelfeldmann, beim Verlassen des Stadions.

Statistisch gesehen war es eine klare Sache: Hainburg dominierte die Torschüsse (16:4), war zweikampfstärker und zeigte trotz ausgeglichener taktischer Ausrichtung mehr Zielstrebigkeit. Beide Teams spielten nominal "balanced", aber nur eines verstand das als Einladung zum Angriff.

Ein augenzwinkerndes Fazit? Floridsdorf begann wie ein Feuerwerk - und endete wie ein Zündholz im Regen. Hainburg dagegen zeigte, dass britische Namen und österreichische Disziplin eine explosive Mischung ergeben können. Wenn Swoboida so weitermacht, wird man in dieser Liga noch öfter über seine "ruhig balancierten" Siegesserien schreiben müssen.

Floridsdorf darf sich immerhin freuen, dass der Glühwein an diesem kalten Januarabend heiß war. Auf dem Platz blieb dafür nur Hainburg richtig Feuer und Flamme.

26.05.643987 11:04
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Wenn Lothar so weitermacht, wird er Schwierigkeiten haben, für sein Abschiedsspiel gegen die Nationalelf eine Mannschaft zusammenzukriegen.
Mario Basler
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