Jornal do Brasil
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Flamengo zündet Feuerwerk - Teenager Caio Eusebio lässt Fluminense alt aussehen

Es gibt Spiele, die beginnen wie ein Schachduell und enden wie ein Feuerwerk. Das Duell zwischen CF Flamengo und AD Fluminense am 28. Spieltag der 1. Liga Brasilien war genau so eines: erst Geduldsspiel, dann Gala. 42.558 Zuschauer im Maracanã sahen, wie ein 18-jähriger Debütant namens Caio Eusebio mit zwei Treffern binnen zwölf Minuten den Funken ins Pulverfass warf - Endstand 3:0 (0:0).

In der ersten Halbzeit schien Flamengo noch auf der Suche nach dem passenden Schlüssel. 25 Torschüsse sollten es am Ende werden, doch viele davon versandeten in den Händen von Fluminenses Keeper Bailey Bouchard, der sich nach dem Abpfiff halb lachend, halb verzweifelt gab: "Ich hatte heute mehr Ballkontakte als unser Mittelstürmer - das sagt wohl alles." Tatsächlich kam Fluminense nur zu einem einzigen Schuss auf das Tor, ein statistischer Witz, der selbst Trainer Thierry Henry die Stirn runzeln ließ.

"Wir wollten mutig sein", sagte Henry mit einem gequälten Lächeln. "Aber manchmal ist Mut einfach ein anderes Wort für Leichtsinn." Sein Team stand tief, verteidigte mit Herz, aber ohne System. In der 53. Minute wurde es bestraft: Mathias Gulbrandsen legte von rechts quer, und der junge Caio Eusebio schob eiskalt ein. Sein erstes Profitor - und der Beginn eines denkwürdigen Abends.

"Ich hab einfach nur draufgehalten", grinste Caio später. "Mathias meinte danach, das war Absicht. Ich sag: Glück gehört auch zur Taktik." Trainer Dino Ma brummte dazu nur: "Wenn das Glück so aussieht, nehme ich jede Woche zwei Portionen."

Fluminense wankte, Flamengo roch Blut. Zehn Minuten später servierte Gulbrandsen erneut, diesmal butterweich in den Lauf von Eusebio, der mit einer Selbstverständlichkeit vollendete, die man sonst nur von gestandenen Torjägern kennt. 2:0 - und das Maracanã tanzte Samba.

"Da war dann der Stecker gezogen", resümierte Henry trocken. Seine Antwort? Drei Wechsel auf einmal in der 66. Minute, wohl in der Hoffnung, das Schicksal noch einmal herauszufordern. Doch das Schicksal blieb unbeeindruckt: In der 83. Minute durfte sich Gulbrandsen selbst belohnen. Nach einem feinen Pass des blutjungen Luís Deco nagelte er den Ball zum 3:0 unter die Latte - der Schlusspunkt einer Partie, die eigentlich schon entschieden war.

Zwischendurch hatte sich Flamengo sogar den Luxus erlaubt, den Torwart zu wechseln - eine Geste, die irgendwo zwischen Selbstvertrauen und Übermut pendelte. Nachwuchskeeper Marcio Vaz bekam in der 73. Minute sein Debüt, musste aber nur einmal eingreifen: kurz vor Schluss, als Joao Gonzalo den einzigen Schuss der Gäste abgab. "Ich wollte wenigstens schwitzen", scherzte Vaz anschließend.

Die Emotionen kochten gegen Ende dennoch hoch. Fluminenses Innenverteidiger Stepan Petrow sah erst Gelb, dann Gelb-Rot - eine Szene, die symptomatisch für die Frustration der Gäste stand. "Ich wollte nur den Ball treffen", verteidigte sich der 19-Jährige. "Leider war der Ball zufällig Caio."

Mit 63 Prozent Ballbesitz dominierte Flamengo das Geschehen beinahe nach Belieben. "Manchmal sah das aus wie Training - allerdings nur für ein Team", witzelte ein Zuschauer. Die Flügelzange Rieger und Gulbrandsen wirbelte, während der junge Deco im Zentrum das Spiel lenkte, als hätte er schon 100 Erstligaspiele auf dem Buckel.

Nach dem Abpfiff zeigte sich Trainer Ma zufrieden, aber nicht überschwänglich. "Wir haben 25 Mal geschossen und dreimal getroffen. Das ist okay - aber nicht perfekt. Perfekt wäre, wenn meine Frisur nach 90 Minuten noch sitzt."

Thierry Henry hingegen wirkte nachdenklich. "Wir lernen gerade, was es heißt, gegen ein Team mit dieser Dynamik zu spielen. Manchmal hast du das Gefühl, sie spielen in doppelter Geschwindigkeit."

Für Flamengo war der Abend mehr als nur ein Sieg. Es war eine Machtdemonstration - und vielleicht die Geburtsstunde eines neuen Stars. Der 18-jährige Eusebio, zwei Tore und ein freches Grinsen, sagte zum Abschied: "Ich hab früher auf der Tribüne gestanden und Flamengo gefeiert. Heute haben sie mich gefeiert. Verrückte Welt, oder?"

So endete ein Abend, der mit Geduld begann und in Begeisterung mündete. Fluminense reist ernüchtert ab, Flamengo feiert. Und irgendwo in Rio summt man leise, fast ehrfürchtig: Der Junge kann kicken.

09.12.643987 10:24
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Grundsätzlich muss man sich überlegen, ob man dann weitermacht. Aber ich lasse mir da Zeit, ich denke da kurzfristig.
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