Jornal do Brasil
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Flamengo tanzt Samba - Goias geht sang- und klanglos unter

Ein lauer Januarabend in Rio, 43.858 Zuschauer im Maracanã, und was CF Flamengo da beim 18. Spieltag der brasilianischen Liga aufführte, war weniger Fußball als ein choreografiertes Statement: 4:0 gegen Esmeraldas Goias, und das war fast noch schmeichelhaft für die Gäste.

Schon nach zwei Minuten schien die Partie entschieden. Benyamin Rieger, der flinke Linksaußen mit der Schusstechnik eines Uhrmachers, traf nach einem Vorstoß von Paulo Manu. "Ich wollte eigentlich flanken, aber der Ball hat sich überlegt, lieber ins Tor zu gehen", grinste Rieger später. Man könnte sagen, die Kugel hatte Geschmack.

Goias brauchte danach ganze 27 Minuten, um überhaupt mal auf das Tor zu schießen - ein zaghafter Versuch von Alrik Dahlstrom, den Curt Binder im Flamengo-Tor mit der Lässigkeit eines Mannes fing, der schon beim Abendessen war. Trainer Dino Ma an der Seitenlinie klatschte ironisch Beifall, als wolle er sagen: "Na, wenigstens wissen sie jetzt, wo das Tor steht."

Die Statistik belegt das Drama in Zahlen: 20 Torschüsse für Flamengo, 1 für Goias. Und trotzdem hatte Goias etwas mehr Ballbesitz - 51 Prozent, um genau zu sein. Der neutrale Beobachter könnte sich fragen, was man mit so viel Ballbesitz anfängt, wenn man damit nicht mal zufällig in Tornähe gerät.

Nach dem frühen Treffer schaltete Flamengo auf Schönspielmodus. Pedro Veloso und der junge Finne Aki Ukkonen kombinierten sich mehrfach sehenswert durch die Abwehr, nur der Torerfolg blieb zunächst aus. "Aki hätte heute drei machen können, aber vielleicht hebt er sich die für nächste Woche auf", meinte Trainer Ma nach dem Spiel mit einem Zwinkern.

Kurz nach der Pause sah man, warum Flamengo in dieser Saison so gefürchtet ist: Tempo, Technik, Timing - und dann wieder dieser Rieger. In der 68. Minute zirkelte er nach Vorarbeit von Veloso den Ball ins lange Eck. 2:0, das Publikum sang, die Gäste schauten betreten auf den Rasen.

Esmeraldas-Trainer Björn Lange stand mit verschränkten Armen da, als beobachte er einen Verkehrsunfall in Zeitlupe. "Wir wollten kompakt stehen", sagte er hinterher. "Leider haben wir vergessen, auch zu laufen." Seine Spieler sammelten in der Zwischenzeit Gelbe Karten wie Souvenirs - Abbas Galili (36.), Laszlo Lorant (53.) und Sergi Salvadorez (87.) stellten sicher, dass wenigstens die Disziplinarstrafen ausgeglichen verteilt waren.

Und während Goias noch überlegte, ob man nach vorne spielen darf, legte Flamengo im Minutentakt nach. In der 76. Minute belohnte sich Hugo Custodio für eine starke Leistung: Nach Pass von Mario Berjon zog er aus halblinker Position ab - 3:0. Der Ball schlug so trocken ein, dass selbst die Stadionanzeige kurz flackerte.

Als wäre das nicht genug, kam in der 71. Minute ein 17-jähriger Debütant: Marc Cucurella. Und dieser Teenager setzte sich in der 88. Minute ein Denkmal. Filipe Gama bediente ihn auf der linken Seite, Cucurella zog durch, schoss - und traf. 4:0. Die Kurve tobte, seine Mitspieler schubsten ihn lachend Richtung Eckfahne. "Ich dachte, sie wollen mich rausschicken", sagte der Youngster später verlegen. "Aber dann hab’ ich gemerkt, dass das Jubel ist."

Die letzten Minuten waren Schaulaufen. Flamengo spielte weiter offensiv, obwohl Trainer Ma längst auf "Ergebnis halten" hätte umschalten können. "Warum?", fragte er mit einem Achselzucken. "Die Fans sind nicht gekommen, um uns beim Verteidigen zuzusehen."

Goias hingegen war froh, als Schiedsrichter Torres endlich abpfiff. Der Abgang wirkte fast erleichtert - man konnte es ihnen nicht verdenken.

Fazit: Flamengo dominierte nach Belieben, selbst ohne mehr Ballbesitz. Die Defensive stand sicher, das Mittelfeld glänzte, der Sturm war gnadenlos effizient. Und während Rieger sich mit zwei Toren zum Mann des Abends krönte, brachte der 17-jährige Cucurella frischen Glanz in eine ohnehin glitzernde Vorstellung.

Vielleicht sagte es Goias-Kapitän Isidoro Manuel am ehrlichsten: "Wir waren heute Statisten in deren Show."

Ein Schlusswort? Nur so viel: Wenn Flamengo so weiterspielt, wird die Liga bald Samba tanzen müssen - zu ihrem Takt.

15.08.643987 11:20
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