Jornal do Brasil
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Flamengo stürmt - Duque de Caxias hält dagegen, aber verliert spät 1:2

Es war einer dieser Abende, an denen man sich fragt, ob der Fußballgott ein Flamengo-Trikot trägt. 37.978 Zuschauer im Estádio Municipal von Duque de Caxias sahen am Freitagabend ein Spiel, das in Sachen Chancenverhältnis eher an ein Trainingsduell erinnerte: 26 Torschüsse für die Gäste, ganze drei für die Hausherren. Und doch stand es in der Nachspielzeit plötzlich nur 1:2 - ein Ergebnis, das die pure Statistik verhöhnt.

Von Beginn an wirbelte der junge Sturm der Gäste die Abwehr von Duque de Caxias durcheinander. Bereits in der ersten Minute prüfte Benyamin Rieger den Heimkeeper Rafael Jorge - erster Warnschuss, aber nicht der letzte. "Ich dachte, wir spielen gegen ein Basketballteam, so oft wie die aufs Tor geworfen haben", knurrte später Caxias-Trainer Jonny Joint mit einem gequälten Lächeln.

Flamengo zog sein gewohnt offensives Konzept durch: volle Attacke, starke Aggressivität, aber mit Auge für den letzten Pass. In der 29. Minute war es dann soweit - und wer sonst als Eric Jonsson? Der rechte Flügelstürmer, mit seiner skandinavischen Kühle, zimmerte nach klugem Zuspiel von Pedro Veloso den Ball trocken ins linke Eck. "Pedro hat mir zugerufen: ’Mach’s einfach!’, also hab ich’s gemacht", grinste Jonsson nach dem Spiel, während er noch mit Eisbeutel auf dem Oberschenkel dastand.

Bis zur Pause blieb Flamengo am Drücker, doch Duque de Caxias zeigte wenigstens eines: Widerstandswillen. Mattias Mattson, der auffälligste Mann in Lila, wagte sich zweimal nach vorn und zwang Gäste-Keeper Marco Barbosa zu kleinen Flugeinlagen, die mehr fürs Highlight-Video als für die Punktebilanz taugten.

Nach der Halbzeit tauschte Flamengo aus - Filipe Gama kam für Rieger - und die Offensivmaschinerie lief weiter. Eric Jonsson hatte inzwischen Blut geleckt. In der 71. Minute wiederholte sich das Drehbuch: Vorlage Veloso, Abschluss Jonsson, Tor. Der Doppelschlag des Abends. "Jonsson war heute wie ein Algorithmus - gleiche Eingabe, gleiche Ausgabe", witzelte Flamengo-Coach Dino Ma auf der Pressekonferenz.

Danach wurde es kurz kurios. Flamengo wechselte in der 70. Minute sogar den Torwart - der 18-jährige Marcio Vaz durfte ran. "Ich wollte, dass er mal Luft schnuppert", erklärte Dino Ma, "und bei 26 Torschüssen nach vorn konnte er hinten ruhig mal was anschauen."

Die Hausherren hingegen versuchten, sich nicht aufzugeben. Hugo Ordono kassierte in der 54. Minute Gelb, Salvador Suarez in der 84. - Zeichen dafür, dass man wenigstens körperlich dagegenhielt. Und dann, als viele Fans schon Richtung Ausgang schlenderten, passierte das Unerwartete: In der 90. Minute fasste sich Arik Alberman, der eigentlich längst an der Mittellinie hätte bleiben sollen, ein Herz. Ein Schuss, ein Treffer, Ehrentor, Jubel, Hoffnung - und dann Abpfiff.

"Das war ein schöner Moment für uns, auch wenn’s am Ende nichts ändert", sagte Alberman, der den Ball nach dem Spiel wie eine Trophäe in die Kabine trug. Trainer Joint nickte anerkennend: "Wenn du 26 Schüsse überlebst und trotzdem nur 1:2 verlierst, darfst du stolz sein - oder dich fragen, ob du überhaupt noch Fußball spielen willst."

Die Statistiken erzählten indes eine klare Geschichte: 50,2 Prozent Ballbesitz für Flamengo, 49,8 für Duque - also nahezu ausgeglichen. Aber beim Rest sah es finster aus: 26:3 Torschüsse, 57 zu 42 Prozent gewonnene Zweikämpfe, der Unterschied eines Erstligisten zu einem tapferen Außenseiter.

Und doch: Die letzten Minuten gehörten dem Mut. Als Salvador Suarez in der 88. Minute noch einen Kopfball aus der Abwehr grätschte, rief ihm Keeper Jorge zu: "Nur noch zwei Minuten, Bruder!" - Sekunden später klingelte es allerdings vorne.

"Wenn wir so weitermachen, gewinnen wir vielleicht irgendwann auch mal eins", meinte Joint mit einem Augenzwinkern. Dino Ma dagegen war zufrieden: "Wir haben dominiert, zwei Tore geschossen, und keiner hat sich verletzt - das ist für mich schon fast ein Feiertag."

Am Ende bleibt ein Spiel, das Flamengos Überlegenheit unterstreicht, aber auch zeigt, dass selbst ein Riese manchmal zittern muss, wenn ein kleiner Klub mit Herz spielt. Duque de Caxias hat verloren - aber charmant. Und Eric Jonsson? Der dürfte heute Nacht von Pedro Velosos Pässen träumen.

Oder, wie ein Fan beim Rausgehen sagte: "Wenn die so weiterschießen, müssen die bald Eintritt fürs Tornetz zahlen."

20.12.643987 19:01
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