Diarios de Futbol
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Flamengo stolpert im Finale - Almagro schreibt Fußballgeschichte

79500 Zuschauer im Maracanã, ein Meer aus Rot und Schwarz, Trommeln, Rauch, Trompeten - und am Ende Tränen. CF Flamengo verliert das Finale der Amerikaliga gegen CD Almagro mit 3:4 (1:2). Ein Spiel, das alles hatte: sieben Tore, fünf Gelbe Karten, eine Handvoll Schockmomente - und eine argentinische Mannschaft, die sich einfach nicht an die brasilianische Dramaturgie halten wollte.

Schon in den ersten Minuten war klar: Hier würde niemand auf Sicherheit spielen. Almagros Trainer Eddy Szkoki hatte sein Team auf Angriff eingestellt, und das zeigte Wirkung. Der 21-jährige Innenverteidiger Manus Domazos, der später noch zum Helden werden sollte, prüfte Flamengos Keeper Curt Binder bereits in der fünften Minute mit einem wuchtigen Kopfball. "Ich wollte nur sehen, ob er wach ist", grinste Domazos nach dem Spiel. Binder war es - vorerst.

Flamengo antwortete mit Flügelspiel vom Feinsten. Benyamin Rieger, der linke Wirbelwind, tanzte sich mehrfach durch die argentinische Abwehr, scheiterte aber zunächst an Keeper Davib Ramsay. Doch in der 26. Minute war es soweit: Hugo Custodio legte quer, Rieger zog ab - 1:0. Das Maracanã bebte. Trainer Dino Ma riss die Arme hoch, als hätte er gerade den Pokal gewonnen.

Doch Almagro reagierte eiskalt. In der 35. Minute köpfte ausgerechnet Domazos den Ausgleich, nach butterweicher Flanke von Rechtsverteidiger Ben Paul. Nur vier Minuten später schockte Nael Antunes das Stadion: Pass von Pol Bauza, Drehschuss, Tor. 1:2. "Wir haben kurz vergessen, dass man auch nach einem Tor weiter verteidigen sollte", murmelte Ma später mit einem gequälten Lächeln.

Zur Pause war das Spiel statistisch ausgeglichen - 53 Prozent Ballbesitz für Flamengo, 47 für Almagro, aber die Gäste wirkten entschlossener. "Wir wollten zeigen, dass wir nicht nur zum Samba tanzen können", sagte Szkoki mit einem Augenzwinkern.

Die zweite Hälfte begann furios. Kaum war der Ball wieder im Spiel, kombinierte sich Flamengo nach vorn, und Frederik Laursen schob nach Vorlage von Emilio Helguera zum 2:2 ein (48.). Das Stadion tobte, und man wähnte den Favoriten zurück in der Spur. Doch Almagro hatte noch Pfeile im Köcher.

Sechs Minuten später die erneute Führung: Pedro Ruiz, nach Pass von Anton Hanson, traf aus spitzem Winkel zum 2:3. Ramsay rannte bis zur Mittellinie, um mitzufeuern, Szkoki brüllte "¡Vamos!" in den Abendhimmel. Als dann in der 70. Minute Inigo Quixano nach Vorlage von - natürlich - Ben Paul das 2:4 erzielte, war das Märchen fast perfekt.

Flamengo warf alles nach vorn. Dino Ma brachte den jungen Klaus Reiter und ließ Georges Jürgens für Afanasi Tscherepanow Platz machen. Die Brasilianer drückten, hatten Chancen, und in der 87. Minute brachte Helguera mit seinem Treffer zum 3:4 noch einmal Hoffnung (Assist: Fernando Coelho). Doch es blieb beim Drama.

"Wir haben offensiv gespielt, stark gekämpft und alles versucht. Aber am Ende war es vielleicht zu viel Herz und zu wenig Kopf", resümierte Ma. Sein Gegenüber grinste breit: "Wir wussten, dass Flamengo pressen würde. Wir haben einfach weitergespielt. Und dieser Junge Domazos - der war heute ein Fels."

Die Statistiken lesen sich wie ein Spiegel des Spiels: 14 Torschüsse Flamengo, 15 Almagro; Ballbesitz leicht zugunsten der Brasilianer. Doch die Effizienz lag bei den Gästen. Vier Chancen, vier Treffer - eiskalt. Dazu fünf Gelbe Karten für Almagro, deren rustikale Zweikampfführung eher an südamerikanische Straßenschule erinnerte als an modernes Ballbesitzspiel.

Nach dem Schlusspfiff tanzten die Argentinier ausgelassen im Mittelkreis, während die Flamengo-Spieler hilflos auf den Rasen sanken. "Ich hab’ noch nie so viel Lärm und so viel Stille in einem Stadion gleichzeitig erlebt", sagte Laursen später.

Und so endet dieses Finale mit einem unerwarteten Helden, einem überraschten Publikum und einem Trainer, der in seiner Kabine angeblich seufzte: "Vielleicht hätten wir einfach defensiv spielen sollen - aber das wäre ja langweilig gewesen."

Ein Finale, das in Erinnerung bleibt - nicht, weil Flamengo verlor, sondern weil Fußball manchmal einfach keine Gnade kennt.

07.10.643993 17:58
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Als ich zuletzt Sergio in Eurosport gesehen habe, dachte ich mir auch nur: Das kann er nicht sein, da muss sich einer maskiert haben.
Rainer Calmund
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