Jornal do Brasil
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Flamengo siegt nüchtern - Teresina verzweifelt an der eigenen Ordnung

Manchmal ist Fußball einfach: Das Team, das die Tore schießt, gewinnt. CF Flamengo hielt sich beim 0:2-Auswärtssieg gegen UD Teresina streng an diese alte Weisheit - und das in einer Partie, die von Zahlen her fast ausgeglichen war, vom Gefühl her aber nie wirklich auf der Kippe stand. 49.977 Zuschauer im Estádio Municipal von Teresina sahen einen Abend, der eher Lehrstunde als Spektakel war.

Bereits in der 9. Minute stellte Hugo Custodio die Weichen auf Sieg. Der linke Mittelfeldmann traf nach Zuspiel von Mathias Gulbrandsen trocken ins lange Eck - so unspektakulär, dass mancher erst klatschte, als Flamengo schon wieder in die eigene Hälfte zurücklief. "Das war wie ein Trainingsspielzug", grinste Custodio später, "außer dass hier 50.000 Leute zuschauten und ich nicht daneben schießen durfte."

Teresina-Trainer Tobias Lang sah da schon düster aus der Coaching-Zone. Seine Elf hatte eigentlich mehr Ballbesitz (51 Prozent) und versuchte, durch kontrolliertes Passspiel Struktur zu finden. Doch Struktur allein macht keine Tore. "Wir haben das Spiel kontrolliert, aber leider nicht den Ball im Netz", seufzte Lang nach der Partie. Eine treffende Zusammenfassung: Acht Torschüsse, kein Treffer.

Flamengo dagegen war effizient. Zwölf Abschlüsse, zwei Tore - Lehrbuchmaterial für die Kategorie "Abgebrühtheit". Nach dem Seitenwechsel legte Benyamin Rieger in der 57. Minute nach. Nach feinem Pass von Linksverteidiger Vitorino Gomes zog der bullige Angreifer kurz an, ließ Mahir Calik aussteigen und schob mit der Ruhe eines Mannes ein, der weiß, dass sein Trainer ihn jetzt erst einmal nicht auswechselt.

Dino Ma, der Coach der Gäste, kommentierte das trocken: "Wir wollten über die Flügel kommen, und das hat funktioniert. Ich habe gesagt: Wenn ihr schon spielt, dann bitte mit Sinn." Ein Satz, der in seiner Schlichtheit den Spielverlauf ganz gut trifft. Flamengo spielte mit Sinn - Teresina mit Stil, aber ohne Ziel.

Kurzzeitig kam nach der Pause so etwas wie Hoffnung auf, als Santiago Pero in der 63. Minute frei zum Schuss kam. Doch der Ball segelte knapp über die Latte, und im Publikum stöhnte ein älterer Herr in der dritten Reihe: "Der trifft sonst nur beim Kartenspielen." Es sollte Teresinas beste Chance bleiben.

Auch die Gelben Karten passten ins Bild. Der junge Albert del Olmo (19) sah früh Gelb, weil er mehr Begeisterung als Ball hatte, und später erwischte es Lewis Bail, der wohl einfach mal zeigen wollte, dass er auch zupacken kann. Flamengo verteidigte dagegen clever, einzig Rechtsverteidiger Cesar Poncela holte sich in Minute 41 eine Verwarnung ab - vermutlich, um wenigstens einmal in der Statistik aufzutauchen.

Interessant war, dass beide Teams taktisch fast dasselbe spielten. "Balanced" nennt man das in den Analysebögen - also weder besonders offensiv noch besonders defensiv. Nur: Flamengo nutzte seine Momente, Teresina wirkte wie ein Schüler, der die Aufgabe verstanden, aber die Lösung vergessen hat.

Der junge Keeper Rui Viana tat sein Möglichstes, parierte mehrmals glänzend gegen Eric Jonsson und Fabio Barbosa, die erstaunlich torhungrig auftraten. Doch auch er konnte die Niederlage nicht verhindern. Nach dem zweiten Treffer standen seine Vorderleute kurz wie angewurzelt, während Rieger jubelnd in Richtung Gästeblock sprintete. "Ich habe einfach gemacht, was Dino gesagt hat: Wenn du den Ball hast, mach was draus", erklärte der Torschütze später lachend.

In den letzten Minuten versuchte Teresina noch einmal Druck aufzubauen. Santiago Pero prüfte Flamengos Torhüter Curt Binder in der 78. Minute, und Jari Kuqi setzte in der 89. Minute den Ball knapp vorbei. Es blieb beim 0:2 - und beim Gefühl, dass hier ein Team Erfahrung und das andere Naivität auf den Platz gebracht hatte.

Trainer Lang suchte hinterher nach positiven Aspekten: "Wir hatten den Ball, wir hatten Ideen - wir hatten nur das Tor nicht." Und als ein Reporter ihn fragte, ob seine Mannschaft zu brav gespielt habe, antwortete er mit einem müden Lächeln: "Vielleicht hätten wir weniger balanciert und mehr brutal gebraucht."

Flamengo hingegen wirkt wie ein Team, das weiß, wohin die Reise geht. Solide, schnörkellos, effizient - brasilianische Gelassenheit mit europäischer Effektivität. Dino Ma fasste es mit einem Schulterzucken zusammen: "Manchmal reicht es, wenn man einfach seine Chancen nutzt."

Am Ende applaudierte selbst das Heimpublikum kurz - ob aus Anerkennung oder Erleichterung, dass es vorbei war, blieb unklar. Teresina hat nun eine Woche Zeit, aus dem 0:2 die richtigen Schlüsse zu ziehen. Vielleicht hilft ein Spiegel im Trainingszentrum: Wer sich darin ehrlich anschaut, sieht, wo die Tore fehlen.

Und Flamengo? Die flogen mit drei Punkten im Gepäck nach Hause, so entspannt, als wäre es nur ein weiteres Kapitel in einem Lehrbuchspiel: "Wie man aus wenig viel macht."

04.01.643991 20:16
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