Außenseiter
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FK Pirmasens zerlegt Kornwestheim - Babinow glänzt doppelt beim 5:1

Es war einer dieser Abende in der Oberliga C, an denen alles passt: Flutlicht, 3612 Zuschauer, leicht feuchte Luft über dem Stadion an der Zweibrücker Straße - und ein FK Pirmasens, der Lust auf Fußball hatte. Der SV Kornwestheim diente dabei eher als bedauernswerter Statist im 5:1‑Spektakel des 27. Spieltags.

Schon in den ersten Minuten deutete sich an, dass Trainerin Gudrun Schweitzer ihre Mannen mit ordentlich Offensivgeist aufs Feld geschickt hatte. 21 Torschüsse später durfte sie zufrieden lächeln. "Wir wollten von Anfang an zeigen, dass wir das Heft in der Hand haben", sagte sie nach dem Schlusspfiff. "Und ehrlich gesagt: Ich hätte auch nichts gegen ein sechstes Tor gehabt."

Der Torreigen eröffnete Kornej Babinow in der 19. Minute. Der 22‑jährige Mittelfeldmotor traf nach feinem Zuspiel von Hugo Alves - und rannte danach so euphorisch zur Eckfahne, dass man kurz um seine Balance fürchten musste. Drei Minuten später erhöhte Dani Tabenkin auf 2:0, diesmal nach Vorarbeit von Nikolai Dotschew. Der FK spielte in dieser Phase wie entfesselt, das Publikum trampelte begeistert auf den Betonstufen.

Doch Kornwestheim, trainiert von einem sichtbar genervten Coach, dessen Name in den Statistiken erstaunlicherweise fehlt, wollte sich nicht kampflos ergeben. In der 37. Minute nutzte Joschua Hartung die einzige echte Unaufmerksamkeit der Pirmasenser Hintermannschaft und verkürzte auf 2:1. "Da dachte ich kurz, wir sind wieder im Spiel", murmelte Hartung später mit einem gequälten Lächeln. "Leider hat Pirmasens das anders gesehen."

Denn nach der Pause kam der FK mit noch mehr Schwung zurück. Schweitzer brachte Müjdat Öztürk für Tabenkin - ein Wechsel, der sich als Glücksgriff entpuppte. Nur drei Minuten nach Wiederanpfiff traf Alex Coviello zum 3:1, erneut nach Vorlage von Alves, der an diesem Abend so präzise Flanken schlug, dass man fast das Maßband vermutete. Kornwestheims Verteidiger Ralf Rose reagierte darauf mit der Gelben Karte in Minute 46 - vielleicht aus Verzweiflung, vielleicht aus Pflichtgefühl.

Was folgte, war Pirmasenser Spielfreude pur. In der 76. Minute belohnte sich der eingewechselte Öztürk nach Pass von Noah Specht mit dem 4:1. Das Stadion vibrierte, die Fans skandierten den Namen des Stürmers, und Schweitzer grinste: "Na gut, dann darf Müjdat nächste Woche vielleicht mal von Beginn an ran."

Den Schlusspunkt setzte erneut Babinow in der 89. Minute. Nach einem Zuspiel des ebenfalls eingewechselten Alexander Satchmore donnerte er den Ball aus 20 Metern unter die Latte - ein Treffer, der die Kornwestheimer endgültig in die Melancholie trieb. "Ich hab einfach draufgehalten", sagte Babinow später bescheiden. "Wenn du triffst, sieht’s halt immer gewollt aus."

Statistisch gesehen war das Spiel kurios ausgeglichen - zumindest, wenn man die nackten Zahlen liest: 49,9 Prozent Ballbesitz für Pirmasens, 50,1 Prozent für Kornwestheim. Wer das Spiel sah, wusste allerdings, dass solche Zahlen manchmal lügen wie Politiker vor Wahlen. Während die Gäste fünf magere Torschüsse zustande brachten, feuerten die Pirmasenser gleich 21 Mal auf den Kasten von Elias Fischer. Der Kornwestheimer Keeper verhinderte mit mehreren Glanzparaden Schlimmeres - und bekam dafür sogar Applaus von den heimischen Fans.

Die letzten Minuten gerieten zur reinen Zugabe. Schweitzer gönnte dem 17‑jährigen Stefan Keller sein Debüt, der prompt einen Sprint über 40 Meter hinlegte und sich danach glücklich in die Arme seiner Mitspieler warf. "Ich dachte, ich darf vielleicht die Hütchen tragen", sagte der Jungspund später grinsend. "Aber dann hat die Trainerin mich einfach reingeschickt."

Während die Pirmasenser Spieler nach dem Abpfiff ausgelassen tanzten, schlich Kornwestheim vom Platz - fünf Gegentore, aber immerhin ohne Platzverweis. Trainerin Schweitzer fasste das Spiel trocken zusammen: "Wir haben offensiv gedacht, defensiv gearbeitet und die Latte nur deshalb nicht getroffen, weil wir lieber ins Tor geschossen haben."

Ein Abend, der Lust auf mehr macht - zumindest für den FK Pirmasens. Für Kornwestheim hingegen war es einer jener Tage, an denen man sich fragt, ob die Busfahrt nach Hause wirklich so lang sein muss. Aber wer weiß - vielleicht hilft ja das Rückspiel, um die Scharte auszuwetzen. Bis dahin bleibt der Eindruck: Pirmasens kann Fußballfeste feiern, und das mit Stil.

18.07.643993 18:03
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