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FK Pirmasens zerlegt FC Mettmann nach der Pause - Öztürk mit Dreierpack

Ein lauer Frühlingsabend, Flutlicht über dem Sportpark Husterhöhe, 3030 Zuschauer, Bier in der Hand, Bratwurstduft in der Nase - und am Ende ein Fußballfest, das so keiner kommen sah. FK Pirmasens schlägt den FC Mettmann mit 4:1 (0:1) und feiert damit einen Kantersieg, der erst nach der Pause so richtig Fahrt aufnahm.

Dabei begann alles, wie es sich aus Sicht der Gäste anfühlen musste: verheißungsvoll. In der 11. Minute nutzte Gerhard Rauch die erste echte Chance eiskalt. Nach feiner Vorarbeit von Jan Gabriel netzte der Linksaußen trocken ein - 0:1, und die Mettmanner Bank riss die Arme hoch. Trainer Markus Ende drehte sich zur Ersatzbank und meinte halb lachend, halb ungläubig: "Wenn wir das halten, lad ich alle auf Currywurst ein." Nun, es wurde ein teures Versprechen.

Denn nach der Pause drehte FK Pirmasens auf wie eine Mannschaft, die sich an die eigene Offensivkraft erinnerte. Schon in der 51. Minute zappelte der Ball im Netz: Müjdat Öztürk, der flinke Linksaußen, traf nach feinem Steckpass von Kornej Babinow. Zwei Minuten später legte derselbe Öztürk nach, diesmal nach Vorlage von Alex Coviello - das Stadion stand Kopf. "Ich hatte einfach Bock, heute was zu zeigen", grinste Öztürk später. "In der Pause hat Coach Schweitzer uns gesagt, wir sollen aufhören, höflich zu sein."

Und das taten sie. Pirmasens spielte plötzlich mit Biss, Tempo und einer gewissen Frechheit, die man in der ersten Halbzeit vermisst hatte. Nur zwei Minuten nach dem Doppelschlag traf Archie MacAlister aus dem Rückraum - wunderbar freigespielt von Hugo Alves, der sein Mittelfeld plötzlich wie ein Dirigent ordnete. 3:1 nach 55 Minuten - das Spiel war gedreht, Mettmann dagegen wirkte konsterniert. "Wir haben uns zu sehr auf unser frühes Tor ausgeruht", seufzte Ende nach Abpfiff. "Und dann kam Pirmasens mit der Walze."

Öztürk wollte das letzte Wort nicht anderen überlassen. In der 76. Minute schnürte er den Dreierpack, erneut nach feiner Vorarbeit von Alves. Ein Tor, das in seiner Entstehung fast gemalt wirkte: Flanke von links, Volley aus zwölf Metern - und der Ball schlug unhaltbar ein. Danach war der Drops gelutscht, wie man so schön sagt. Trainerin Gudrun Schweitzer lächelte verschmitzt: "Wir haben zur Halbzeit nicht viel geändert - nur die Körperhaltung. Und vielleicht den Glauben, dass wir auch Tore schießen dürfen."

Statistisch gesehen war das Spiel sogar knapper, als das Ergebnis vermuten lässt. Mettmann hatte mit 51 Prozent leicht mehr Ballbesitz, aber Pirmasens feuerte 13 Torschüsse ab, während die Gäste nur vier zustande brachten. Und was nützt Ballbesitz, wenn der Gegner den Ball ins Netz haut? Eben.

Die Szene des Spiels ereignete sich übrigens nicht beim Tor, sondern kurz danach: Öztürk und MacAlister feierten den Treffer mit einem improvisierten Tanz, der irgendwo zwischen Jubel und Slapstick lag. "War das ein neuer Torjubel?", fragte ein Reporter. "Nein", lachte MacAlister, "ich bin einfach ausgerutscht, und Müjdat wollte mich auffangen."

Auch in der Defensive zeigte sich Pirmasens verbessert. Tiago Gomes und Ulf Eriksen räumten konsequent ab, und Torhüter Dennis Frei hatte einen erstaunlich ruhigen Abend - zumindest in der zweiten Hälfte. Nur einmal, in der 59. Minute, musste er bei einem Schuss von Dorde Lazovic ernsthaft eingreifen.

Mettmanns Frust entlud sich in der 71. Minute, als Linksverteidiger Maik Breuer gelb sah, nachdem er den entfesselten Alves unsanft stoppte. "Ich hab ihn nur leicht berührt", verteidigte sich Breuer später, "aber der Alves fällt halt schön." Alves antwortete lachend: "Ich hab schon schlimmere Flugeinlagen hingelegt."

Mit dem 4:1-Sieg klettert FK Pirmasens in der Regionalliga B weiter nach oben. Trainerin Schweitzer zeigte sich zufrieden, aber nicht überschwänglich: "Vier Tore sind schön, aber ein bisschen weniger Nervenkitzel in der ersten Halbzeit wäre auch nett gewesen."

Und der FC Mettmann? Der reist mit leeren Händen, aber immerhin mit einer Geschichte ab. Denn wer in Pirmasens eine Halbzeit lang führt und dann vier Tore kassiert, der weiß, dass Fußball manchmal einfach ein launischer Freund ist.

Zum Schluss noch ein Dialog, der den Abend perfekt beschreibt. Ein Fan rief nach Schlusspfiff zu Öztürk: "Müjdat, warum erst nach der Pause?" Der grinste und rief zurück: "Weil Spannung auch zum Eintritt gehört!"

Ein Satz, der in Pirmasens wohl noch öfter zitiert werden wird.

08.01.643994 09:02
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Bei manchen Spielern fehlt etwas, deshalb spielen sie auch bei mir und nicht in Barcelona.
Aleksandar Ristic
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