Außenseiter
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FK Pirmasens zerlegt FC Fürth - ein Viererpack der ersten Halbzeit

Wenn ein Spiel nach 45 Minuten praktisch entschieden ist, spricht man gern von einer "Lehrstunde". Der FK Pirmasens schrieb am 9. Spieltag der Oberliga C gleich ein ganzes Kapitel darüber - und der FC Fürth durfte als unfreiwilliger Statist mitleiden. 4:0 hieß es am Ende, und alle Treffer fielen bereits vor dem Pausenpfiff.

Es war ein kalter Februarabend, aber die 3.196 Zuschauer im Stadion mussten sich nicht lange warmklatschen. In der zweiten Minute zappelte der Ball schon im Netz: Alex Coviello nutzte gleich die erste Gelegenheit und traf nach Vorarbeit von Archie MacAlister. "Ich dachte, wir hätten noch gar nicht angefangen", stöhnte Fürths Trainer Fabio Busch später trocken.

Doch Pirmasens hatte durchaus angefangen - und wie. Coviello legte in der 9. Minute nach, diesmal ohne Umwege. Sein Doppelschlag war so überzeugend, dass man glauben konnte, er habe sich für die gesamte Woche vorgenommen, das Spiel früh zu erledigen. "Zwei Tore in zehn Minuten? Ich war selbst überrascht", grinste der Stürmer nach dem Spiel, "normalerweise brauche ich dafür wenigstens eine Halbzeit."

Die Gäste aus Fürth wirkten in dieser Phase wie ein Team, das den falschen Bus genommen hatte. Ein bisschen Ballbesitz, ein bisschen Verwirrung - aber keine klare Linie. Nur ein einziger Schuss aufs Tor in 90 Minuten spricht Bände. Pirmasens dagegen kam auf satte 14 Abschlüsse, und das, obwohl Trainerin Gudrun Schweitzer nach dem Seitenwechsel merklich vom Gas gehen ließ.

In der 39. Minute erhöhte MacAlister selbst auf 3:0, nachdem Daniel Washington ihm elegant in den Lauf gespielt hatte. Washington spielte überhaupt groß auf, war permanent anspielbar und schien mehr Energie zu haben als der gesamte Fürther Mittelblock zusammen. "Daniel hat heute gespielt, als hätte er doppelt trainiert", lobte Schweitzer später mit einem Zwinkern.

Kaum hatten sich die Gäste vom dritten Treffer erholt, folgte schon der vierte. Dani Tabenkin nutzte in der 42. Minute erneut ein Zuspiel von MacAlister und schlenzte den Ball sehenswert ins lange Eck. Da war das Spiel endgültig gelaufen - und die Fürther Abwehr wirkte, als würde sie den Feierabendzug noch erwischen wollen.

Zwischendurch holte sich Pirmasens-Rechtsverteidiger Ulf Eriksen in der 21. Minute eine gelbe Karte ab, offenbar um zu beweisen, dass er überhaupt anwesend war. Kurz darauf ersetzte ihn Marcel Baer, der später ebenfalls Gelb sah - beim FK Pirmasens teilt man eben auch Verwarnungen gerecht auf.

Fürths linker Verteidiger Osip Schluktow hielt in der 32. Minute dagegen, allerdings ebenfalls nur mit einer Gelben. Zwei Minuten später musste der junge Vincent Backeljauw verletzt runter, was die ohnehin schon wacklige linke Seite der Gäste endgültig zusammenbrechen ließ.

Die zweite Hälfte wurde dann zur Kür für Pirmasens. Schweitzer wechselte munter durch - Jan Körner kam, Alexander Satchmore durfte ran, und die Gastgeber spielten gepflegten Kurzpass-Fußball, wie es das Taktikboard vorsah: offensiv, aggressiv, kurze Wege, viel Ballkontrolle. 57 Prozent Ballbesitz sind in Zahlen ausgedrückt, was das Auge ohnehin sah: Pirmasens dominierte, Fürth lief hinterher.

"Wir haben nach der Pause das Tempo rausgenommen, um niemanden zu demütigen", sagte Schweitzer nach dem Spiel mit einem ironischen Lächeln. "Aber wenn man ehrlich ist: Wir hätten auch noch zwei machen können." Coviello nickte zustimmend, während im Hintergrund jemand lachend "mindestens!" rief.

Fürth-Coach Busch suchte derweil nach Worten: "Ich kann meiner Mannschaft keinen großen Vorwurf machen", begann er, hielt kurz inne und fügte an: "Außer vielleicht, dass sie vergessen hat, dass Fußball ein Mannschaftssport ist."

In den letzten 20 Minuten tat sich nicht mehr viel. Pirmasens verwaltete, Fürth verzweifelte, und das Publikum amüsierte sich mit Chören, die irgendwo zwischen Jubel und Mitleid pendelten. Als Lennard Riedel in der 77. Minute den einzigen Schuss der Gäste aufs Tor brachte, applaudierte selbst das Heimpublikum freundlich - als hätte man einem seltenen Tier beim Vorbeifliegen zugeschaut.

So blieb es beim 4:0, einem Ergebnis, das ebenso klar wie verdient war. Pirmasens zeigte Spielfreude, Präzision und erstaunliche Konsequenz - alles Eigenschaften, die man in der Oberliga nicht immer im Paket bekommt. Und Fürth? Die spielten halt auch mit.

Zum Schluss fasste es Architekt des Abends, Archie MacAlister, mit einem Augenzwinkern zusammen: "Heute lief einfach alles. Selbst der Platzwart meinte, er hätte fast ein Tor geschossen."

Ein perfekter Abend für Pirmasens - und ein Lehrfilm für alle, die wissen wollen, wie man ein Spiel in einer Halbzeit entscheidet.

30.08.643990 12:20
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