Bananenflanke
+++ Sportzeitung für Deutschland +++

Fichte-Feuerwerk: Bielefeld schießt Maschen mit 6:0 aus dem Stadion

Landesliga 6 | 12. Spieltag | 16.07.26 | Fichte Bielefeld - VfL Maschen 6:0

Ein lauer Sommerabend, 2323 Zuschauer, Flutlicht an - und nach 90 Minuten stand auf der Anzeigetafel ein Ergebnis, das selbst im Jugendfußball Seltenheitswert hat: Fichte Bielefeld 6, VfL Maschen 0. Es war kein Arbeitssieg, kein Zufallstreffer-Festival - es war eine Demontage in Grün-Weiß.

Schon nach neun Minuten begann das Unheil für die Gäste. Gerard Quackenboss, 17 Jahre jung, Innenverteidiger (!), traf nach einer Ecke von Patrick Benz wuchtig per Kopf - 1:0. "Ich hab einfach die Augen zugemacht und gehofft, dass keiner im Weg steht", grinste der Teenager später. So kann man’s machen.

Maschen wirkte da schon, als hätten sie den Bus noch nicht richtig abgestellt. Bielefeld dagegen spielte, als gäbe es eine Prämie für jeden gelungenen Pass. 53,6 Prozent Ballbesitz, 25 Torschüsse - die Statistik sprach am Ende eine ebenso deutliche Sprache wie die Anzeigetafel.

In der 33. Minute war es dann Niclas Beckmann, der nach feinem Zuspiel von Björn Weber zum 2:0 einschob. Weber, der über links rackerte wie ein Duracell-Hase auf Koffein, grinste später: "Ich wollte eigentlich flanken, aber Niclas steht halt immer da, wo’s weh tut."

Kurz vor der Pause sorgte Patrick Benz selbst für das 3:0. Wieder so ein Moment, in dem man dachte: Das kann doch nicht wahr sein. Der Rechtsverteidiger sprintete nach vorn, bekam den Ball von Gerard Shuck und drosch ihn humorlos ins lange Eck. Trainer Peer Chamier kommentierte trocken: "Wenn die Außenverteidiger treffen, weißt du, dass es läuft."

Maschen? Nun ja. Vier kümmerliche Torschüsse, keiner davon wirklich gefährlich. Ihr Trainer - ein sichtlich gezeichneter Mann nach Abpfiff - murmelte nur: "Wir wollten kompakt stehen. Am Ende standen wir halt nur." Immerhin traf keiner von ihnen ins eigene Tor - ein kleiner Trost.

Nach der Pause machte Bielefeld einfach da weiter, wo sie aufgehört hatten. In der 52. Minute krönte der quirlige Adrian Pelaez seine starke Leistung mit dem 4:0, vorbereitet von Tryggve Johnsen. Kurz darauf musste Johnsen runter, offenbar schonen für die Autogrammstunde nach dem Spiel. Für ihn kam Hartmut Schmitz - und der ließ sich nicht lange bitten: In der 77. Minute zimmerte er den Ball selbstbewusst ins Netz. 5:0.

"Ich dachte, der Trainer ruft mich nur zum Warmmachen", lachte Schmitz später. "Dann hat er gesagt: ’Mach mal ein Tor.’ Also hab ich halt eins gemacht." So einfach kann Fußball sein.

Und weil’s so schön war, durfte auch noch der pfeilschnelle Gerard Shuck ran: In der 81. Minute schloss er nach Vorlage von Pelaez ab - 6:0, endgültig Feierabend für Maschen. Die Gäste wirkten inzwischen wie Touristen, die versehentlich auf einem Formel‑1‑Kurs spazieren gehen.

Zwei Gelbe Karten für Bielefeld (Preuss und Benz) und eine für Maschens Jesus Seitz waren die einzigen kleinen Schatten auf einer ansonsten glänzenden Vorstellung. Der verletzungsbedingte Wechsel von Dirk Probst auf Maschener Seite in der 54. Minute passte ins Bild: Selbst der Physio wirkte überfordert.

Bielefelds Trainer Chamier war nach dem Spiel spürbar bemüht, die Euphorie zu dämpfen: "Das war heute ein Spiel, in dem einfach alles gepasst hat. Aber nächste Woche gegen Löhne sieht das schon wieder anders aus." Seine Spieler sahen das weniger nüchtern - sie tanzten im Mittelkreis und sangen irgendwas, das man besser nicht druckt.

Maschens Verteidiger Walter Hanke, der für den verletzten Probst kam, fand immerhin ein Lächeln: "Ich hab selten so viele junge Spieler gesehen, die Fußball spielen, als hätten sie schon 200 Spiele auf dem Buckel. Wir waren einfach Statisten."

Was bleibt? Ein Bielefelder Team, das mit jugendlicher Frechheit und enormer Spielfreude ein regelrechtes Feuerwerk abbrannte. Und ein VfL Maschen, der an diesem Abend wohl am liebsten im Schatten geblieben wäre.

Oder wie es ein älterer Herr auf der Tribüne zusammenfasste, während er gemächlich sein Bratwurstpapier zusammenfaltete: "Das war kein Spiel, das war Unterricht."

Und recht hatte er.

16.07.2026 22:38
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Das ist Schnee von morgen.
Jens Jeremies
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager