// Startseite
| Bananenflanke |
| +++ Sportzeitung für Deutschland +++ |
|
|
|
Landesliga 6 | 14. Spieltag | 18.07.26 | Fichte Bielefeld - SC Obhausen 4:0 Schon in der 6. Minute begann das Unheil für Obhausen: Der 17-jährige Adrian Pelaez, der aussieht, als müsste er eigentlich noch Hausaufgaben machen, traf nach Vorlage von Rechtsverteidiger Patrick Benz zum 1:0. "Ich hab einfach draufgehalten", grinste Pelaez nach dem Spiel, "und gehofft, dass keiner merkt, dass ich’s mit dem schwachen Fuß versucht hab." Nun, es hat gereicht. Fichte hatte sichtlich Spaß daran, das Spielgerät laufen zu lassen - 64,6 Prozent Ballbesitz sprechen eine deutliche Sprache. Obhausen kam kaum hinterher, und während die Gäste noch versuchten, ihre Offensiv-Taktik aus der Kabine zu tragen, traf Jörg Kluge in der 27. Minute zum 2:0. Wieder war es der unermüdliche Pelaez, der die Vorlage gab. Trainer Peer Chamier klatschte an der Seitenlinie so begeistert, dass man kurz Sorge hatte, er würde sich dabei die Hand brechen. Vier Minuten später krönte Niclas Beckmann die erste Halbzeit mit dem 3:0, nach schöner Vorarbeit des agilen Gerard Shuck. "Das war wie im Training", lachte Beckmann später, "nur dass wir da manchmal mehr Gegenwehr haben." Eine Anspielung, die bei den mitgereisten Fans aus Obhausen für gequälte Lacher sorgte. Zur Pause sprach Obhausens Trainer - dessen Name man lieber verschweigt, um ihn nicht weiter zu quälen - lautstark auf seine Spieler ein. Man hörte durchs Stadiontor die Worte "mehr Leidenschaft", "Zweikämpfe" und "was machen wir hier eigentlich?". Doch die Worte verpufften, wie so vieles an diesem Abend. Die zweite Hälfte begann, wie die erste aufgehört hatte: mit Bielefelder Angriffen im Minutentakt. 23 Torschüsse verzeichnete Fichte am Ende, während Obhausen - man muss es sagen - keinen einzigen Schuss aufs Tor brachte. Nicht einen! Torwart Ramon Figo hätte theoretisch einen Campingstuhl aufstellen und sich ein Eis gönnen können. "Ich war kurz davor, den Balljungen zu fragen, ob er mir Gesellschaft leistet", witzelte der 18-Jährige nach dem Schlusspfiff. In der 74. Minute kam es dann, wie es kommen musste: Pelaez schnürte seinen Doppelpack, erneut nach Vorarbeit von Shuck. 4:0, und man hatte das Gefühl, Fichte könne noch Stunden weiterspielen. Chamier wechselte vorsorglich etwas durch, mehr aus Fürsorge für die Gäste als aus Notwendigkeit. Taktisch blieb Fichte über 90 Minuten ausgewogen, aber mit zunehmendem Pressingdruck - die Jungs wollten offenbar kein Risiko eingehen, dass Obhausen irgendwann doch noch bemerkt, dass man Fußball auch offensiv spielen kann. Die Gäste hielten stur an ihrer offensiven Grundordnung fest, ohne dass man davon etwas sah. Es war wie ein Theaterstück, in dem die Hauptdarsteller vergessen haben, ihren Text zu lernen. Nach dem Schlusspfiff standen die Bielefelder Spieler Arm in Arm vor der Kurve, während die Obhausener betreten den Rasen verließen. Einer der älteren Gästespieler murmelte beim Weg in die Kabine: "Ich glaub, ich hab heute mehr Schritte rückwärts gemacht als vorwärts." Trainer Chamier zeigte sich dagegen fast väterlich: "Ich bin stolz auf die Jungs. So ein Spiel kann auch kippen, wenn man zu früh denkt, es läuft von allein. Aber die haben’s souverän durchgezogen." Dass es nie auch nur ansatzweise zu kippen drohte, ließ er charmant unerwähnt. Fichte Bielefeld bleibt mit diesem Sieg auf Kurs Richtung Tabellenspitze - und der SC Obhausen? Nun ja, vielleicht sollte man dort erstmal wieder das kleine Einmaleins des Verteidigens üben. Und irgendwo auf der Tribüne fasste ein älterer Herr das Spielgeschehen treffend zusammen: "Die Bielefelder spielen, als hätten sie WLAN im Ball - und die anderen kein Passwort." Ein Satz, der wohl noch eine Weile nachhallen wird - zumindest bis zum nächsten Gegner, der sich der jugendlichen Wucht von Fichte Bielefeld entgegenstellen muss. 18.07.2026 22:24 |
Sprücheklopfer
Ich werde einen Teufel tun und Ewald widersprechen. Der Ewald hat sich ja alles ganz genau notiert.
Felix Magath über eine Spielanalyse von Ewald Lienen