Anpfiff
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Feuriger Schlagabtausch unter Flutlicht: Badenstedt und Wusterwitz trennen sich 2:2

Ein lauer Märzabend, 7386 Zuschauer im Stadion und zwei Teams, die offenbar beschlossen hatten, dass Verteidigung überbewertet ist: Der 6. Spieltag der Regionalliga B bot beim 2:2 zwischen TV Badenstedt und dem FC Wusterwitz alles, was das Fußballherz liebt - Tempo, Tore, Gelbe Karten und eine Portion Chaos.

Schon nach sieben Minuten bebte die Tribüne. Badenstedts rechter Mittelfeldmann Lennard Wolf, der an diesem Abend mit der Energie eines Duracell-Hasen auflief, zog nach Zuspiel von Innenverteidiger Johann Max trocken ab - 1:0. Trainer TVBS Wingman brüllte ein "Endlich mal einer, der draufhält!" in Richtung seiner Bank, und der Stadionsprecher kam kaum hinterher, den Torschützen korrekt anzusagen.

Doch wer dachte, die Gäste aus Wusterwitz würden sich einschüchtern lassen, irrte gewaltig. Der junge Nico Behrendt, zarte 19 Jahre alt, hatte offenbar keine Lust auf Lehrgeld. In der 33. Minute fasste er sich ein Herz, zog aus 18 Metern ab und versenkte den Ball unhaltbar im Winkel. "Ich hab einfach nur draufgehalten", grinste Behrendt später, "und gehofft, dass keiner merkt, dass es eigentlich eine Flanke war."

Lang hielt das Gleichgewicht allerdings nicht. Badenstedts Rechtsverteidiger Tomas Petersen - sonst eher für Grätschen als für Traumtore bekannt - setzte in der 40. Minute einen satten Schuss unter die Latte. Das Zuspiel kam von Christian Guillory, der mit einem feinen Steilpass durch die Mitte glänzte. 2:1, und Wingman klatschte zufrieden in die Hände. Wusterwitz-Trainer Tom Fritz dagegen schüttelte nur den Kopf: "Wenn der Außenverteidiger trifft, weißt du, dass du irgendwas falsch machst."

Doch kurz vor der Pause passierte das, was Fußballgötter offenbar lieben: eine kalte Dusche für die Heimmannschaft. In der 45. Minute kombinierte sich der FC Wusterwitz durch die Mitte, Hanns Konrad legte mustergültig für Werner Runge auf - und der netzte lässig zum 2:2 ein. Halbzeitstand: vier Tore, offene Münder, zwei Trainer mit leicht erhöhtem Puls.

In der zweiten Hälfte blieb das Tempo hoch, doch die Präzision ließ zu wünschen übrig. Badenstedt hatte mit 13 Schüssen aufs Tor zwar ein deutliches Chancenplus (Wusterwitz kam auf sieben), aber der Ball wollte einfach nicht mehr über die Linie. Osip Berjosin scheiterte gleich mehrfach, Luka Binder verzog in der Nachspielzeit aussichtsreich - und auf der Tribüne fragte man sich, ob das Tor vielleicht heimlich verrückt worden war.

In der 65. Minute sah Badenstedts Abwehrchef Joseba Forque Gelb, nachdem er einen Wusterwitzer Konter mit einer Grätsche stoppte, die man wohlwollend als "ambitioniert" bezeichnen konnte. Forque grinste danach in die Kamera: "Ich wollte nur den Ball. Der Ball wollte halt nicht mich."

Wusterwitz wechselte in der 70. Minute Johann Zander ein, Badenstedt brachte später Heinrich Becker - allerdings erst, nachdem Pavel Wagner verletzt vom Platz musste. Trainer Wingman kommentierte trocken: "Pavel hat gesagt, er spürt was. Ich hab gesagt, ich spüre auch was - nämlich, dass wir gleich ein Gegentor kriegen, wenn wir nicht nachlegen." Zum Glück blieb es beim Gefühl.

Die letzten Minuten gehörten dann den Torhütern. Badenstedts Keeper Tomasz Christ parierte in der 91. Minute glänzend gegen den jungen Dieter Mann, während Wusterwitz-Schlussmann Phillip Zimmermann kurz darauf einen wuchtigen Kopfball von Binder entschärfte. Als Schiedsrichterin Hanke schließlich abpfiff, war beiden Teams anzusehen, dass sie gerne noch ein Tor mehr geschossen hätten - aber vielleicht auch froh waren, dass es vorbei war.

"Ein 2:2, das sich wie ein 3:3 anfühlt", resümierte Wingman mit einem Augenzwinkern. Tom Fritz nickte und ergänzte: "Oder wie ein 4:4, wenn man bedenkt, wie offen das alles war."

Statistisch gesehen lag Badenstedt leicht vorn: 52,8 Prozent Ballbesitz, bessere Zweikampfquote, mehr Schüsse - aber am Ende blieb es bei der Punkteteilung. Ein Ergebnis, das beiden hilft und niemanden glücklich macht.

Und während die Fans noch über die vergebenen Chancen diskutierten, bemerkte ein älterer Herr auf der Tribüne trocken: "Früher hätten die das 5:5 gespielt - heute fehlt denen einfach die Kondition." Vielleicht lag er gar nicht so falsch.

Ein Spiel, das keine Sieger kannte, aber viele Geschichten schrieb. Und eines ist sicher: Wenn Badenstedt und Wusterwitz wieder aufeinandertreffen, sollte man den Fernseher besser schon vor dem Anpfiff einschalten - es könnte wieder turbulent werden.

08.01.643994 13:17
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Kopfball war für mich immer so etwas ähnliches wie Handspiel.
Günter Netzer
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