Jamaica News Bulletin
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Feurige Punkteteilung im Duhaney-Stadion: Fire-House FC und Duhaney Park trennen sich 1:1

Manchmal schreibt der Fußball Drehbücher, die selbst ein mittelmäßiger Romanautor als zu vorhersehbar ablehnen würde: Zwei Teams, je ein Tor, viele Chancen, ein bisschen Drama - und am Ende steht ein 1:1, das sich gleichzeitig gerecht und unbefriedigend anfühlt. So geschehen am 33. Spieltag der 1. Liga Jamaica, wo sich Fire-House FC und Duhaney Park vor 34.853 Zuschauern ein Duell lieferten, das durchaus das Prädikat "unterhaltsam" verdient.

Schon in den ersten Minuten machten beide Mannschaften klar, dass hier niemand auf Sicherheitsfußball aus war. Fire-House, unter der Leitung des stets gestenreichen Heinz Riffel, begann mit starkem Flügelspiel. Luis Ochoa prüfte bereits in der 4. Minute Torwart Nicolas Pilat, und auch Luka Moeller legte kurz darauf nach. "Wir wollten sie von Anfang an hinten rein drücken", erklärte Riffel später mit einem Grinsen. "Leider war der Ball anderer Meinung."

Duhaney Park, trainiert vom pragmatischen Stefan Müller, ließ sich davon allerdings nicht beeindrucken. Sean Bradshaw und Louis Pare konterten mit gefährlichen Vorstößen, und als in der 34. Minute der agile Mittelfeldmotor Adam Wiltshire einen Ball von Liam Reid im Strafraum annahm, drehte sich und trocken ins linke Eck abschloss, jubelte der Gästeblock, als wäre das Meisterstück gelungen. "Ich hab einfach draufgehalten", sagte Wiltshire nach dem Spiel bescheiden, "und gehofft, dass der Keeper kurz blinzelt."

Doch Fire-House antwortete prompt. Nur fünf Minuten später zündete Vladimir Jevtic seine ganz eigene Rakete: Nach feinem Zuspiel von Moeller ließ er zwei Verteidiger stehen und schob eiskalt zum Ausgleich ein. 1:1 - und das Stadion kochte. "Vlado hat das einfach drauf, der braucht keine zweite Einladung", lobte Riffel seinen Torjäger, der später augenzwinkernd anmerkte: "Ich wollte eigentlich flanken, aber dann war der Ball halt drin."

Mit diesem Zwischenstand ging es in die Pause, und wer dachte, die zweite Hälfte würde ruhiger werden, irrte. Beide Teams feuerten munter weiter. Elf Torschüsse pro Seite sprechen eine deutliche Sprache: Defensive sah anders aus. Besonders Jevtic probierte es immer wieder - in der 49., 58. Minute und kurz vor seiner Auswechslung in der 90., als er erschöpft, aber zufrieden Platz für Bailey Young machte.

Auf der Gegenseite war es vor allem Louis Pare, der Duhaney Park fast zum Sieg schoss. Seine Versuche in der 48. und 78. Minute zwangen Ersatzkeeper Andrzej Szymkowiak, der in der 74. Minute für Joseph Kunkel gekommen war, zu Glanzparaden. "Ich hatte kaum Zeit, mich warm zu machen", lachte Szymkowiak. "Aber die Latte war mein bester Freund heute."

Die Schlussphase wurde hitzig. Jakob Hesse sah in der 91. Minute Gelb, nachdem er einen gegnerischen Konter rustikal beendete - "Taktisches Foul? Ich nenne das Nächstenliebe", kommentierte er trocken. Duhaney Park brachte mit Carlos Veloso noch frischen Wind, doch dessen Schüsse in der 87. und 96. Minute fanden nicht den Weg ins Tor.

Statistisch gesehen war das Remis so ausgeglichen wie selten: 53 zu 47 Prozent Ballbesitz für Fire-House, 50 zu 50 Zweikampfquote, identische Schusszahl. Selbst die taktischen Ausrichtungen hätten sich gegenseitig spiegeln können - beide Trainer setzten auf ein ausgewogenes, fast schon spiegelbildliches System. "Wir haben uns neutralisiert, das war fast schon Schach mit dreckigen Trikots", meinte Duhaney-Coach Müller nachdenklich.

Und so blieb es beim 1:1, einem Ergebnis, das auf der Anzeigetafel unspektakulär wirkt, aber auf dem Platz alles andere als langweilig war. Die Fans verabschiedeten ihre Teams mit gemischten Gefühlen - zwischen Stolz und leichtem Seufzen.

"Wenn wir so weiterspielen, wird das nächste Mal einer reinrutschen", versprach Fire-House-Kapitän Hesse beim Gang in die Kabine. Müller hingegen konnte dem Ganzen sogar etwas Poetisches abgewinnen: "Ein Punkt ist wie ein halbes Lächeln - besser als gar keins."

Am Ende bleibt die Erkenntnis: Manchmal reicht Fußball eben nicht für ein Happy End, aber für gute Unterhaltung allemal. Und wer bei 34.000 Zuschauern, tropischer Abendluft und elf Torschüssen pro Seite nicht auf seine Kosten kam, der sollte vielleicht lieber Schach schauen - dort gibt’s weniger Schweiß, aber auch keine Tore.

13.04.643990 15:03
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