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Feuerwerk in der ersten Hälfte: CD?León und Lanzarote?CF trennen sich 2:2

Wenn ein Fußballspiel ein Roman wäre, dann schrieb CD León gegen Lanzarote CF am 31. Spieltag der "1. Liga Spanien" ein Kapitel voller Tempo, Drama und einem offenen Ende. 35 356 Zuschauer sahen im Estadio León einen Schlagabtausch, der in der ersten Halbzeit alle Register zog - und in der zweiten dann das große "Was wäre wenn?" hinterließ.

Bereits nach einer Viertelstunde war klar, dass Lanzarote CF nicht zum Tapas-Essen angereist war. Marcio Galisteo, der bullige Linksaußen, nahm in der 15. Minute Maß und schoss ein, als wäre der Ball beleidigt gewesen. Der Pass kam von Rechtsverteidiger Rafael Estevo, der später trocken meinte: "Ich wollte eigentlich flanken, aber gut, dass Marcio das besser verstanden hat."

Nur zwölf Minuten später legten die Gäste nach. Henry Winston, Lanzarotes quirliger Rechtsaußen, veredelte eine Vorlage von James Young zum 0:2. Trainer Meister Leverkusen - ja, der Name ist echt - sprang an der Seitenlinie auf wie ein Mann, der gerade das letzte Ruderboot zur Insel erwischt hatte. "Wir wollten offensiv bleiben, das war unser Plan. Schade, dass der Plan nur eine halbe Halbzeit gehalten hat", erklärte er später mit einem schiefen Grinsen.

Denn CD León fand noch vor der Pause eindrucksvoll zurück. In der 42. Minute fasste sich Routinier Raúl Domínguez ein Herz: Nach einer Flanke von Innenverteidiger Günther Böhme (der sich offenbar in den Offensivdrang des Teams verliebt hatte) drosch der 32-Jährige den Ball humorlos in die Maschen. Zwei Minuten darauf war es dann Leah Katan, der mit einem wuchtigen Abschluss den 2:2-Ausgleich herstellte - bedient von Linksverteidiger Alexander O’Leary, der danach lachend sagte: "Ich wollte eigentlich nur Zeit schinden, aber Leah ist halt gierig."

Ein 2:2 zur Pause - und das völlig verdient. León hatte daheim 51 % Ballbesitz, Lanzarote aber die klareren Chancen: 14 Torschüsse zu 8. In der Statistik sah das nach Übergewicht der Gäste aus, auf dem Platz eher nach Gleichstand zweier Teams, die sich gegenseitig in den Wahnsinn trieben.

In der zweiten Halbzeit wurde das Spiel taktischer, aber nicht langweiliger. Lanzarote blieb offensiv, erhöhte laut Taktiktafel die Aggressivität von "Standard" auf "Strong" - was man merkte. Ignacio Mendivil und Pierre Bisson prüften mehrfach den starken León-Keeper Adriano Custodio. Der wehrte ab, als hinge sein Monatsgehalt davon ab (vielleicht tat es das ja).

Trainer Torsten Hoppe von CD León gestikulierte derweil an der Seitenlinie, als wolle er ein Flugzeug einweisen. "Wir wollten ruhig bleiben", sagte er später. "Aber bei 14 Schüssen des Gegners bleibt man nur ruhig, wenn man Schlaftabletten genommen hat."

In der 60. Minute brachte Lanzarote den erfahrenen Jake Miller für den ausgepowerten Alfred Detari. Der 33-Jährige versuchte, Ordnung zu bringen, aber León blieb gefährlich über die Flügel. Matias Mourino und Emiliano Ferrari prüften Lanzarotes jungen Torhüter Xabier Xuarez, der sich mit Katzenreflexen auszeichnete.

Ein besonderer Moment kam in der 80. Minute, als Mourino nach einem verunglückten Rückpass fast das Siegtor erzielte - und sich danach entschuldigte: "Ich wollte einfach schauen, ob der Torwart noch wach ist." Zehn Minuten später hatte Galisteo auf der anderen Seite die Riesenmöglichkeit, sein zweites Tor zu machen. Doch Custodio parierte erneut - diesmal so spektakulär, dass die Fans spontan Standing Ovations gaben.

Nach dem Abpfiff wirkte keiner so recht zufrieden. "Ein Punkt ist besser als keiner", murmelte Lanzarotes Coach Leverkusen, während er seine Mütze tief ins Gesicht zog. Torsten Hoppe hingegen fand: "Wir haben Charakter gezeigt. Zweimal hinten, zweimal zurück - das ist León."

Die Statistik erzählte am Ende eine faire Geschichte: 51 % Ballbesitz für León, 49 % für Lanzarote, 8 Torschüsse gegen 14. Und das Ergebnis 2:2 - wie ein Handschlag zwischen zwei Kontrahenten, die sich gegenseitig alles abverlangten.

Vielleicht war die zweite Halbzeit fußballerisch kein Feuerwerk, aber dafür ein taktisches Schachspiel mit schwitzenden Figuren. Das Publikum verabschiedete beide Teams mit Applaus - wohl auch, weil niemand Lust hatte, sich nach so viel Drama zu beschweren.

Oder, wie es León-Stürmer Leah Katan nach dem Spiel formulierte: "Wenn wir schon nicht gewinnen, dann wenigstens mit Stil."

Ein Satz, den man sich im spanischen Fußballkalender merken sollte.

02.04.643990 02:28
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Klaus Toppmöller
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