Sportwoche
+++ Sportzeitung für Österreich +++

Ferron trifft spät - Pinzgau ringt Henndorf nieder

12500 Zuschauer in Henndorf sahen am Dienstagabend ein Spiel, das anfangs eher einem taktischen Schachduell als einem Feuerwerk glich - und am Ende doch noch einen Helden fand: Domingo Ferron. Der 30-jährige rechte Flügel des FC Pinzgau traf in der 70. Minute zum entscheidenden 1:0 und bescherte Trainer Andy Clock einen hart erkämpften Auswärtssieg am 2. Spieltag der 2. Liga Österreich.

Von Beginn an war klar: Beide Teams wollten nicht den ersten Fehler machen. Union Henndorf, kompakt und kontrolliert, ließ Ball und Gegner laufen - zumindest bis zur Mittellinie. FC Pinzgau dagegen, taktisch auf ausgewogene Balance und Flügelangriffe eingestellt, suchte sein Glück in frühen Abschlüssen. Schon in den ersten zehn Minuten prüften Predrag Ilic (2.) und Richard Urban (4., 11.) Henndorfs Torhüter Ernst Nagel. Der wiederum reagierte stoisch wie ein Beamter am Freitag um 15 Uhr: Dienst nach Vorschrift, aber fehlerfrei.

"Wir wussten, dass sie viel über außen kommen", erklärte Nagel nach dem Spiel mit einem Achselzucken. "Und wir wussten auch, dass sie irgendwann mal treffen könnten. Leider ist das dann halt passiert."

Henndorf hatte in der ersten Hälfte nur zwei nennenswerte Szenen: Markus Jakob zwang Pinzgaus Keeper Vitor Xavier in der 17. und 36. Minute zu Paraden, die mehr nach Handball aussahen als nach Fußball. Der Rest war viel Mittelfeldgeplänkel, ein bisschen Körper, ein bisschen Taktik und wenig Risiko. 0:0 zur Pause - ein Ergebnis, das niemanden überraschte, aber einige Zuschauer wohl an den Würstelstand trieb.

In der Kabine muss Trainer Clock seinen Männern dann das richtige Maß an Geduld verordnet haben. "Ich hab ihnen gesagt: Wenn ihr schon so viel Ball habt, dann dürft ihr ihn auch mal ins Tor schießen", grinste der Coach später. Und tatsächlich: Seine Mannschaft erhöhte das Tempo. Die Gäste feuerten aus allen Lagen - am Ende standen 15 Torschüsse zu Buche, während Henndorf magere vier zustande brachte.

In der 70. Minute war es dann soweit. Der 18-jährige Ilic führte den Ball zentral, legte elegant in den Lauf von Ferron, der rechts in den Strafraum zog und trocken ins lange Eck abschloss. Ein Tor aus dem Lehrbuch - simpel, sauber, wirkungsvoll. Ferron drehte jubelnd ab, während Henndorfs Verteidiger Julian Schaller verzweifelt die Arme hob. "Ich dachte, der steht im Abseits", rief er Richtung Linienrichter, der sich allerdings nicht beirren ließ und die Fahne unten ließ.

Henndorf reagierte, so gut es ging. Ernst Freund und Janis Behrendt versuchten es in der 66. und 67. Minute - zwei Schüsse, zwei Beute für Xavier, der nun auch mal zeigen durfte, dass er nicht nur Zuschauer war. Danach wurde’s ruppiger. Pinzgaus Günther Blum sah in der 89. Minute Gelb, und kurz darauf verabschiedete sich Fabio Veloso mit Rot (92.) nach einem übermotivierten Einsteigen gegen Behrendt. Trainer Clock kommentierte trocken: "Fabio wollte wohl sicherstellen, dass der Schiedsrichter ihn auch bemerkt."

Trotz Unterzahl brachte Pinzgau den knappen Vorsprung über die Zeit. In der Nachspielzeit prüfte Evan Pienaar noch einmal Henndorfs Torwart - ein letzter Schuss, symbolisch für die Überlegenheit der Gäste, die fast doppelt so viele Zweikämpfe gewannen (55 % Tacklingquote).

"Uns hat einfach der letzte Punch gefehlt", seufzte Henndorfs Offensivmann Markus Jakob nach dem Spiel. "Manchmal geht halt nix rein - nicht mal der Kaffee in der Halbzeitpause." Sein Trainer, der lieber anonym bleiben wollte, sprach von "einer Lehrstunde in Geduld und Präzision".

Pinzgau dagegen feierte ausgelassen. Ferron, der Mann des Abends, grinste in die Kameras: "Ich hab einfach draufgehalten. Wenn du 70 Minuten lang danebenballerst, irgendwann muss einer rein."

Am Ende bleibt ein Spiel, das statistisch ausgeglichen, aber gefühlt eindeutig war. Mehr Ballbesitz für Henndorf (50,6 %), aber mehr Biss, mehr Abschlüsse, mehr Zielstrebigkeit bei den Gästen. Ein klassisches Beispiel für: Wer öfter schießt, trifft irgendwann.

Und so stand nach 94 Minuten ein 0:1 auf der Anzeigetafel - nüchtern, unspektakulär, aber verdient. Die 12500 Zuschauer gingen heim, einige murmelnd, andere applaudierend. Und irgendwo in Henndorf fragt man sich jetzt: Wie viel Ballbesitz braucht man eigentlich, um ein Tor zu schießen?

Vielleicht gibt’s die Antwort schon nächste Woche. Heute jedenfalls gehört die Bühne Domingo Ferron.

23.11.643993 03:20
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Wie immer, wenn man Koffer packt, ist das alles nicht so spaßig, Hemden zusammen legen oder Hosen. Vor allem, wenn die eigene Frau nicht dabei ist.
Rudi Völler
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager