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FC?Höchst zerlegt Kapfenberg - Vier Tore vor der Pause, dann Feierabend

Wer zu spät kam, den bestrafte der FC Höchst gnadenlos. Schon nach 45 Minuten war das Achtelfinale im Pokal am 22. Januar 2026 entschieden - 4:0 stand es da, und das blieb es bis zum Schluss. Die 24 300 Zuschauer im Höchster Stadion sahen ein Spiel, das eher an eine Trainingseinheit erinnerte als an einen Pokalfight. Der FC Kapfenberg hatte keinen einzigen Torschuss - was eine beachtliche Leistung ist, wenn man bedenkt, dass 90 Minuten Zeit gewesen wären, um es wenigstens zu versuchen.

Trainer Ronnie Ekström grinste nach dem Abpfiff milde: "Wir wollten offensiv spielen, und das hat die Mannschaft wohl sehr wörtlich genommen." Tatsächlich spielte Höchst von Beginn an wie eine Dampflok bergab. 59 Prozent Ballbesitz, 24 Torschüsse - und vier davon zählten. Lajos Kocsis war der Mann des Abends: zwei Treffer (29. und 43. Minute) und eine Vorlage für Jacques Edgecomb, der in der 39. Minute das 2:0 markierte. Kurz darauf setzte Robert Bossong den Schlusspunkt der ersten Hälfte - ein Linksschuss ins lange Eck nach feinem Pass von Filippo Platania (44.).

Zur Halbzeit sah man auf der Tribüne mehr Thermobecher als Spannung. "Ich war kurz davor, den Grill anzuwerfen", witzelte ein Fan, "aber da dachte ich, vielleicht fällt ja noch ein Tor - für Kapfenberg vielleicht." Tat es natürlich nicht. Der zweite Durchgang war ein Spiel auf ein Tor, aber ohne zählbaren Ertrag. Höchst kombinierte weiter gefällig, doch der Ball wollte nicht mehr hinein. Vielleicht aus Höflichkeit gegenüber den Gästen, die ohnehin schon genug gelitten hatten.

Kapfenbergs Trainer - dem Namen nach aus den Annalen getilgt, aber an diesem Abend sinnbildlich ein Mann der leisen Worte - stand stoisch an der Seitenlinie. Seine Elf, taktisch "balanciert" aufgestellt, hatte die Anmut eines Teams, das auf einem Schachbrett Fußball spielt: korrekt positioniert, aber nie am Ball. Der junge Torhüter Fynn Reichert (20) war der Einzige, der sich einen Orden verdient hätte - er parierte, was zu parieren war, und schimpfte, was das Zeug hielt. "Ich hab irgendwann aufgehört zu zählen, wer da alles auf mich zuläuft", murmelte er nach dem Spiel.

Besonders auffällig war das Flügelspiel von Lajos Kocsis, der Kapfenbergs linke Seite in ein offenes Scheunentor verwandelte. Hanns Schreiber, der 18‑jährige Mitspieler auf derselben Seite, gab zweimal den Vorlagengeber - und bekam nach dem Spiel einen väterlichen Klaps vom Trainer. "Wenn die beiden so weitermachen, muss ich demnächst Eintritt zahlen, um mir das anzuschauen", scherzte Ekström.

In der 70. Minute versuchte Jacques Edgecomb noch einmal den Kunstschuss, traf aber nur das Außennetz. Kurz darauf nickte ein älterer Herr in der Haupttribüne - offenbar überzeugt, dass das Spiel längst vorbei sei. Und so war es im Grunde auch: Höchst schaltete zwei Gänge zurück, Kapfenberg versuchte, die Uhr herunterzuspielen, ohne sie wirklich berührt zu haben.

Statistisch war es ein Klassenunterschied in Zahlenform: 59,4 Prozent Ballbesitz, 24 Torschüsse zu null, 59 Prozent gewonnene Zweikämpfe. Ein Spiel, das in der Kabine der Höchster wohl als "Pflichtsieg mit Stil" abgehakt wurde. Ekström fasste es später trocken zusammen: "Wir wollten früh Druck machen, und dann haben wir halt nicht aufgehört."

Im Gästebus herrschte dagegen Schweigen. Ein anonymer Spieler soll gemurmelt haben: "Wenn das hier das Achtelfinale war, will ich das Viertelfinale gar nicht sehen."

Zum Schluss gab es stehende Ovationen - nicht wegen der Spannung, sondern aus purer Anerkennung für eine Mannschaft, die 45 Minuten lang Fußball in seiner klarsten Form demonstrierte. Danach war es nur noch Schaulaufen.

Vielleicht war das Schönste an diesem Abend die Selbstironie im Siegerlager. Bossong, der Torschütze zum 4:0, grinste breit: "Ich glaube, wir haben Kapfenberg heute so viel Ballbesitz gelassen, dass sie ihn irgendwann gar nicht mehr wollten."

Ein Spiel, das in Erinnerung bleibt - nicht wegen Dramatik oder knapper Entscheidungen, sondern als Lehrstück in Effizienz. Und vielleicht auch als Warnung: Wer gegen diesen FC Höchst defensiv und "balanciert" auftritt, steht schneller schief, als ihm lieb ist.

Am Ende blieb die Anzeigetafel stumm, das Publikum zufrieden - und der Reporter mit der Erkenntnis: Manchmal ist ein 4:0 zur Pause einfach das ehrlichste Ergebnis, das der Fußball zu bieten hat.

19.09.643987 02:28
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Ich werde mir eine Schaf-Farm in Neuseeland kaufen und Schafswurst herstellen, um sie nach Bayern zu exportieren. Nee, mal im Ernst, was für eine blöde Frage ist das? Wie denkt man sich solche Fragen aus? Gibt man sein Hirn schon vor oder erst nach dem Journalistikstudium ab?
Peter Neururer auf die Frage nach seinen Plänen nach dem geschafften Wiederaufstieg in die Bundesliga:
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