Anpfiff
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FC Wusterwitz ringt Eintracht Schwerin in Torfestival nieder

Das Flutlicht war kaum an, da ging’s bereits heiß her in Wusterwitz. 5241 Zuschauer hatten sich an diesem frostigen Januarabend eingefunden, um den 13. Spieltag der Regionalliga B zu erleben - und sie bekamen Fußball pur: Tempo, Tore, Gelbe Karten und jugendlichen Übermut, alles hübsch verpackt in 90 Minuten, die Trainer Tom Fritz wohl einige graue Haare mehr beschert haben dürften. Am Ende stand ein 3:2‑Sieg des FC Wusterwitz gegen Eintracht Schwerin - ein Ergebnis, das so knapp war wie verdient.

Schon nach sechs Minuten der erste Schock für die Gastgeber: Eintracht‑Stürmer Danijel Sokota, gerade einmal 20 Jahre jung und offensichtlich ohne Respekt vor großen Namen, traf nach Vorarbeit von Robin Brückner eiskalt zum 0:1. "Ich dachte eigentlich, der Ball sei schon weg", grummelte Wusterwitz‑Keeper Ralph Steffens später. "War er aber nicht."

Doch wer Wusterwitz kennt, weiß: Ein Rückstand ist dort nur der Startschuss fürs Chaos. Eine Minute später drehte Finn Roth den Spieß um - präziser Pass von Hanns Konrad, ein Haken, ein Schuss, ein Tor. 1:1, die Fans auf den Rängen hatten kaum Zeit, ihr Bier abzustellen.

Das Spiel blieb ein offener Schlagabtausch. In der 18. Minute tauchte plötzlich Rechtsverteidiger Carl Schindler im Strafraum der Gäste auf - offenbar hatte er seine Position kurzzeitig mit einem Flügelstürmer verwechselt - und versenkte den Ball wuchtig im Netz. Wieder Konrad mit der Vorlage, wieder Jubel, diesmal ungläubig. "Ich hab einfach draufgehalten", grinste Schindler nach Abpfiff. "War eh kalt, da bewegt man sich lieber."

Schwerin aber ließ sich nicht abschütteln. Nico Rudolph (25.) sorgte für das 2:2, ein Treffer, der die Gastgeber kurzzeitig ins Grübeln brachte. Trainer Fritz gestikulierte wild, rief irgendwas von "Abständen" und "zweiter Ball", was seine Spieler vermutlich mit "Weiter, Jungs" übersetzten. Und tatsächlich: Nur zwei Minuten später brachte Curt Fröhlich sein Team wieder in Front. Finn Roth schickte den Mittelstürmer steil, und der 21‑Jährige schob überlegt ein - 3:2, das sollte am Ende auch der Endstand bleiben.

Danach wurde’s ruppiger. Bereits in der ersten Minute hatte Werner Runge Gelb gesehen, später folgten Niels Gruber (86.) und schließlich Hanns Konrad (87.). "Wir wollten zeigen, dass wir da sind", meinte Runge mit einem Lächeln, das man nur als gefährlich freundlich bezeichnen kann. Schiedsrichter Keller hatte jedenfalls alle Hände voll zu tun, blieb aber souverän - auch wenn er wohl froh war, als die Nachspielzeit vorbei war.

Statistisch war Wusterwitz das aktivere Team: 15 Torschüsse gegenüber neun, 53,7 Prozent Ballbesitz und eine Zweikampfquote von knapp 53 Prozent untermauerten den Eindruck, dass die Hausherren mehr für das Spiel taten. Schwerin dagegen blieb gefährlich, wenn es schnell ging - insbesondere über die rechte Seite mit Rudolph und Brinkmann. Immer wieder musste sich Torwart Steffens strecken, um den Ausgleich zu verhindern.

In den letzten 20 Minuten verlegte sich Wusterwitz aufs Kontern, brachte mit den jungen Behrendt (17) und Weise (18) frische Beine. Schwerin setzte alles auf eine Karte, Trainer Thomas Krause schob sogar den Innenverteidiger Held nach vorn, doch es blieb beim 3:2. "Wir haben zu spät verstanden, dass man auch mal schießen darf", stöhnte er nach Abpfiff.

Besonders auffällig: Das hohe Tempo in Halbzeit eins - alle fünf Tore fielen in den ersten 27 Minuten. Danach schien beiden Teams ein Energie‑Getränk zu fehlen. "Wenn’s nach mir ginge, hätten wir nach 30 Minuten abgepfiffen", witzelte Fritz, der trotz zittriger Hände zufrieden war. "Aber gut, drei Tore, drei Punkte - ich beschwer mich nicht."

Die Zuschauer verabschiedeten ihre Mannschaft mit Standing Ovations. Und während die Flutlichtmasten langsam erloschen, summte jemand auf der Tribüne: "Wusterwitz, du mein Herzklub." Vielleicht leicht schief, aber von Herzen.

Ein Spiel, das alles hatte: Dramatik, junge Helden und einen Trainer, der seinen Puls wohl erst am nächsten Morgen wieder fand. Und wer weiß - wenn der FC Wusterwitz weiter so spielt, wird man in der Regionalliga B bald öfter bibbern: vor Kälte, Spannung und dieser Mannschaft, die offenbar beschlossen hat, Fußball als Abenteuer zu verstehen.

07.06.643987 03:48
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Das war ein Schritt zurück, aber kein Rückschlag.
Rudi Assauer
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