L’Equipe
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FC Nancy lässt Sochaux keine Chance: 3:1 im heimischen Stade Marcel-Picot

Wenn am Samstagabend im Stade Marcel-Picot die Flutlichter aufleuchten, dann wissen die Fans des FC Nancy: Heute wird Fußball gearbeitet. Und das taten ihre Lieblinge - bis die Schrauben fast glühten. Mit einem 3:1 gegen den FC Sochaux schob sich Nancy am 28. Spieltag der französischen Ligue 1 wieder in die obere Tabellenhälfte. 30.587 Zuschauer sahen dabei eine Partie, die früh entschieden schien, kurz wackelte und am Ende in einem rot-weißen Freudentaumel endete.

Schon nach fünf Minuten war klar, wer hier den Ton angibt. Der erst 18-jährige Pascal Bernard, der aussieht, als müsste er seine Schulausweise noch an der Stadionpforte vorzeigen, drückte den Ball nach feiner Vorarbeit von Charlie Hennessy über die Linie. "Ich hab einfach draufgehalten. Ich dachte, der Torwart bewegt sich noch - tat er aber nicht", grinste Bernard später, während Trainer Manuel Schaminet ihm väterlich auf die Schulter klopfte.

Und als Sochaux sich gerade wieder sortieren wollte, schlug Nancy erneut zu. In der 14. Minute zog Henri Boissieu aus gut 20 Metern ab - wieder hatte Hennessy den Ball vorbereitet, der an diesem Abend mehr Kilometer machte als der Linienrichter. 2:0, und die Tribüne vibrierte. "Da war’s kurz so laut, dass ich meinen Co-Trainer nicht mehr gehört hab. Vielleicht war das auch besser so", witzelte Schaminet nach dem Spiel.

Doch wer glaubte, Sochaux würde sich in sein Schicksal ergeben, täuschte sich. In der 24. Minute tauchte Thierry Devereux plötzlich frei im Strafraum auf und verwandelte eiskalt nach Pass von Dominique Bonnaire. Ein Treffer, der die Partie wieder öffnete - und der Devereux prompt eine Gelbe Karte einbrachte, als er seinen Jubel etwas zu euphorisch in Richtung Heimkurve richtete. "Ich wollte nur zeigen, dass wir noch leben", sagte der Stürmer später trotzig.

Bis zur Halbzeit entwickelte sich ein offenes Spiel. Nancy hatte mit 54 Prozent Ballbesitz und 16 Torschüssen zwar die Nase vorn, doch Sochaux kam immer wieder gefährlich vor das Tor von Michel Beaulieu. Der Keeper blieb ruhig, auch als Devereux und der junge Julien Bachellier mehrfach an ihm scheiterten. "Ich hab ihm einfach den Blick gegeben", erklärte Beaulieu trocken.

Nach der Pause versuchte Sochaux-Trainer André Wolf, mit frischen Kräften das Spiel zu drehen. Karel Plisek und Emilio Pena kamen - und kurz darauf sogar Ersatztorhüter Philippe Lalonde, nachdem Vincent Arredondo sich wohl leicht am Knöchel verletzt hatte. "Wir mussten improvisieren", seufzte Wolf später, "aber mit Improvisation gewinnst du selten in Nancy."

Tatsächlich blieb das improvisierte Sochaux-Herzstück ein Flickenteppich. Nancy kontrollierte das Zentrum, Hennessy dirigierte das Mittelfeld wie ein Orchesterchef - nur dass seine Musiker ab und zu lieber improvisierten als nach Noten zu spielen. In der 73. Minute fiel dann die Entscheidung: Rechtsverteidiger Jacob Munch rauschte nach einem Doppelpass - wer sonst - mit Hennessy in den Strafraum und schloss aus spitzem Winkel ab. Der Ball zappelte im Netz, und das Stadion explodierte.

"Jacob hat im Training drei Mal versucht, aus der Position zu schießen. Einmal hat er die Latte getroffen, einmal den Zaun, einmal meinen Assistenten. Heute passte es endlich", sagte Schaminet mit einem Augenzwinkern.

Danach war Sochaux zwar bemüht, aber ungefährlich. Devereux versuchte es noch einmal in der Nachspielzeit, doch Beaulieu pflückte den Ball herunter, als wolle er Äpfel ernten. Die Nancy-Fans sangen bereits vom Europapokal, während Schaminet an der Seitenlinie den Puls seines Fitnesstrainers überprüfte.

"Wir haben heute mit Herz gespielt, aber auch mit Kopf", resümierte der Coach. "Und wenn du drei Tore machst, darfst du auch mal ein Lächeln riskieren." Auf der anderen Seite stapfte Wolf mit zusammengekniffenen Lippen vom Platz. "Wir waren zu brav", murmelte er, "Nancy war bissiger. Und dieser Hennessy - der spielt, als hätte er drei Lungenflügel."

So endete ein Abend, an dem Statistik und Leidenschaft sich einig waren: FC Nancy war einfach besser. Drei Tore, drei Vorlagenbeteiligungen von Hennessy, 16 Torschüsse und ein Sieg, der sich deutlicher anfühlte, als es das 3:1 vermuten lässt.

Zum Schluss meinte Pascal Bernard noch in die Kameras: "Ich hoffe, Mama hat’s gesehen." - Wir auch, Pascal. Wir auch.

30.07.643993 09:21
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