Anpfiff
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FC Mettmann startet furios - und geht dann baden

Ein Abend voller Hoffnung, Frust und reichlich Gesprächsstoff: Beim Freitagabendspiel der Regionalliga B verlor der FC Mettmann vor 3980 Zuschauern im heimischen Stadion mit 1:3 (1:1) gegen den FK Pirmasens. Dabei hatte alles so verheißungsvoll begonnen - und endete in einer Mischung aus ratlosem Kopfschütteln und höflichem Applaus für den Gegner.

Schon in der 8. Minute bebte die Tribüne: Dorde Lazovic, Mettmanns quirliger Rechtsaußen, nahm einen halbhohen Ball aus der Drehung und drosch ihn aus 14 Metern in die Maschen. "Ich hab einfach mal draufgehalten", grinste er später, "die Flutlichtlampe hat mich geblendet, vielleicht war das gut so." Trainer Meik Yilmaz jubelte an der Seitenlinie, als wäre der Klassenerhalt geschafft, und brüllte seinem Team zu: "Jetzt ruhig bleiben!" - ein Rat, der nur bedingt befolgt wurde.

Denn statt Kontrolle über das Spiel zu gewinnen, ließ Mettmann den Gästen immer mehr Raum. Pirmasens, anfangs mit offenem Visier und aggressivem Anlaufen, fand über die Mitte kaum Lücken, also verlagerte man das Spiel geschickt auf die Flügel. In der 30. Minute setzte Archie MacAlister einen butterweichen Pass auf den startenden Müjdat Öztürk, der mit links eiskalt vollendete. 1:1 - und die 50 mitgereisten Fans aus der Pfalz schrien sich die Stimmbänder wund.

"Wir haben uns vom frühen Rückstand nicht verrückt machen lassen", erklärte FK-Trainerin Gudrun Schweitzer hinterher mit einem zufriedenen Lächeln. "Ich hab den Jungs gesagt: Ihr dürft ruhig mal Fußball spielen - das ist erlaubt."

Zur Pause war alles offen. Mettmann hatte 56 Prozent Ballbesitz, 7 Torschüsse und ein paar verheißungsvolle Szenen von Alexander Leachman, der zwar flink war, aber das Ziel so häufig verfehlte wie ein Dartspieler nach drei Glühwein.

Nach dem Seitenwechsel kam Pirmasens gleich mit zwei frischen Kräften - ein Schachzug, der sich sofort auszahlte. In der 49. Minute legte der junge Rechtsaußen Marcel Fuhl mustergültig für Kornej Babinow auf, der den Ball trocken ins rechte Eck setzte. 1:2 - und plötzlich wirkte Mettmanns Defensive wie in der Winterpause.

Trainer Yilmaz tobte an der Linie, raufte sich die Haare und rief Richtung Schiedsrichter: "War das nicht Abseits?" - der sah’s anders. "Wenn wir ehrlich sind, war’s keins", murmelte Abwehrmann Kay Heller später selbstkritisch.

Danach mühten sich die Gastgeber redlich. Lukas Stein und Oskar Schmitt versuchten es mit Distanzschüssen, die aber mehr Kameramänner als Torwart Günther Fritsch gefährdeten. Pirmasens blieb gnadenlos effizient - und bissig: vier Gelbe Karten sammelten die Gäste, verteilt über das ganze Mittelfeld, als wollten sie den Rasen gleich mit abtragen.

In der 83. Minute fiel dann die Entscheidung. Der eingewechselte Nikolai Dotschew startete über rechts, bekam den Ball von Youngster Noah Specht und schob überlegt zum 1:3 ein. Das Stadion verstummte, nur ein paar Kinder auf der Haupttribüne riefen noch "Mettmann, aufwachen!" - vergeblich.

Nach dem Abpfiff versuchte Trainer Yilmaz das Positive zu sehen: "Wir hatten mehr Ballbesitz, mehr Schüsse, mehr Herzblut. Leider zählen nur Tore - das müssen wir wohl noch üben." Er lachte, aber es klang ein bisschen gequält.

Seine Spieler schlichen vom Platz, während Pirmasens feierte. "Manchmal", meinte Dorde Lazovic später philosophisch, "ist Fußball wie ein schlechtes Date: Du gibst dir Mühe, und am Ende gehst du allein nach Hause."

Statistisch gesehen war’s kein Klassenunterschied: 12 Torschüsse Mettmann, 10 für Pirmasens, 56 Prozent Ballbesitz für die Hausherren. Doch die Gäste spielten zielstrebiger, taktisch reifer und mit einem Hauch mehr Gemeinheit - oder, wie Trainerin Schweitzer es nannte: "Erwachsen."

In der Tabelle könnte dieser Sieg für Pirmasens zum Wendepunkt werden, während Mettmann weiter nach seiner Form sucht. Das Publikum verabschiedete die Mannschaft mit verhaltenem Applaus - und einem resignierten "Nächste Woche wird’s besser".

Vielleicht ja wirklich. Denn wenn Mettmann das nächste Mal so beginnt wie gestern - und dann nicht aufhört damit - muss man sich um Punkte keine Sorgen machen. Nur um die Nerven der Fans.

13.05.643987 12:19
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